Bilanz 2022
„Solides Ergebnis“ von 94 Millionen Euro bei der Sparkasse OÖ
- v. l. Herbert Walzhofer (Vorstandsdirektor Sparkasse OÖ), Stefanie Christina Huber (Vorstandsvorsitzende Sparkasse OÖ), Maximilian Pointner (Vorstandsdirektor Sparkasse OÖ).
- Foto: Sparkasse OÖ/honorarfrei
- hochgeladen von Ingo Till
Mit einem Gewinn von 94 Millionen Euro vor Abzug von Steuern und Abgaben, bleibt die Sparkasse Oberösterreich – abgesehen von den pandemiebeinflussten Jahren 2020 und 2021 – solide im Wachstum.
OÖ. Im Jahr 2022 erzielte die Sparkasse OÖ ein, wie Vorstandsvorsitzende Stefanie Christina Huber sagt, „solides Ergebnis“ von 94 Millionen Euro (vor Steuern). Nach dem pandemiebedingten Einbruch 2020 mit 62,7 Millionen Euro begründet man die außergewöhnlichen 137 Millionen Euro im Jahr 2021 mit nicht benötigten Risikovorsorgen. Verständlich, dass hier 2019 für den Vergleich herhalten muss. Vor Steuern und Abgaben lag der Gewinn damals bei 84 Millionen Euro und somit rund 10 Prozent unter dem 2022er Wert – „gesundes Wachstum“, so Huber.
„Das Jahr 2022 war ein durchaus bewegtes: der Krieg in der Ukraine, steigende Energiekosten, Inflation, Klimawandel und die Ausläufer der Pandemie forderten uns alle. Diese Einflüsse hatten auch Auswirkungen auf das Wirtschaftsgeschehen. Gerade in solch herausfordernden Zeiten ist es wesentlich, unseren Kund:innen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen – und genau das haben wir gemacht“,
so Stefanie Christina Huber.
Zinsanhebungen der EZB spürbar
Die Bilanzsumme belief sich zum Ende 2022 auf 15,4 Milliarden (Vorjahr: 16,4 Milliarden Euro). Die Primärmittel wuchsen um 4,3 Prozent auf 12,6 Milliarden Euro. Wohl auch dank der Zinsanhebungen seitens der Europäischen Zentralbank (EZB) stiegen die Spareinlagen der Kunden um 106 Millionen Euro (+2 %) auf 5,4 Milliarden. Bei den Kundenkrediten gab es ein Plus von 618 Millionen Euro (+6,8 %) auf 9,7 Milliarden Euro. Wachstumstreiber im Kreditgeschäft war das Firmenkundengeschäft.
Kredit-Einbruch: KIM-Verordung, Preise und Zinsen
Neue regulatorische Anforderungen im privaten Wohnbaugeschäft (Kreditinstitute-Immobilienfinanzierungsmaßnahmen-(KIM)-Verordnung) sowie der Kosten- und Zinsanstieg wirkten sich vor allem auf das 2. Halbjahr 2022 aus: Während es in der ersten Jahreshälfte noch einen Zuwachs von 12 % bei Wohnkrediten gab, reduzierte sich das Neugeschäft in der privaten Wohnbaufinanzierung um rund die Hälfte. Die NPL-Quote (non-performing loan), das Verhältnis der notleidenden Kredite zu den Kundenforderungen, betrug 2,2 % (Jahr 2021: 2,0 %). Das Zinsergebnis belief sich auf 189 Millionen Euro (+6,5 %). Das Provisionsergebnis stieg um 3,7 % auf knapp 130 Millionen Euro.
Kernkapital bleibt unter der Milliardengrenze
Die Kapitalherabsetzung, die im Zuge der Veränderung der Eigentümerstruktur erfolgte, wirkte sich auch auf die Kernkapitalquote aus: diese reduzierte sich dadurch auf 16,6 % (Dezember 2021: 17,5 %), was einem Kernkapital von 929 Millionen Euro entspricht (Vorjahr: 985 Millionen Euro). Das harte Kernkapital erreichte einen Wert von 849 Millionen Euro (Vorjahr: 985 Millionen Euro). Die Eigenmittel lagen bei 1,16 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,19 Milliarden Euro), bei einer Eigenmittelquote von 20,7 %.
„Interesse an nachhaltigen Lösungen steigt“
„Deutlich zu sehen ist, dass das Interesse unserer Kund:innen an nachhaltigen Lösungen weiter steigt“, so Huber. ESG-Faktoren (Environment, Social, Governance) seien immer entscheidender und spielen bei der Veranlagungs- oder Finanzierungswahl eine zunehmend größere Rolle. Die Transformation in Richtung Nachhaltigkeit sei auch deshalb so wichtig, weil nur in einem funktionierenden Ökosystem sozialer und wirtschaftlicher Fortschritt zustande kommen könne.
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