JKU-Analyse
Zollfreigrenze fällt - Auswirkungen auf Online-Shopping
- Die Analyse zeigt, dass 29 % der Konsument:innen auch nach der Abschaffung der Zollfreigrenze weiterhin bei asiatischen Plattformen einkaufen würde.
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Ob und wie die Abschaffung der Zollfreigrenze für Pakete unter 150 Euro aus Drittstaaten das Kaufverhalten der österreichischen Konsumentinnen und Konsumenten beeinflussen könnte – dieser Frage widmet sich eine aktuelle Analyse des Instituts für Handel, Absatz und Marketing.
OBERÖSTERREICH. Eine repräsentative Befragung des Instituts für Handel, Absatz und Marketing (IHaM) an der Johannes Kepler Universität Linz hat ergeben, dass 41 % der österreichischen Konsument:innen in den letzten zwölf Monaten bei asiatischen Online-Plattformen wie Temu und Shein eingekauft haben. Die Abschaffung der Zollfreigrenze für Pakete unter 150 Euro aus Drittstaaten wird von 47 % der Befragten positiv gesehen, da auch heimische Händler Zollgebühren zahlen müssen. Im Gegensatz dazu betrachten 53 % der Online-Shopper:innen diese Maßnahme kritisch, da sie die Konsument:innen finanziell belaste. Besonders „Heavy Online-Shopper:innen“, die häufig bei diesen Plattformen bestellen, sehen die Abschaffung zu 70 % negativ.
Veränderungen im Kaufverhalten
Die Analyse zeigt, dass 29 % der Konsument:innen auch nach der Abschaffung der Zollfreigrenze weiterhin bei asiatischen Plattformen einkaufen würden, da die Preise trotz Zollgebühren als günstig empfunden werden. Mehr als die Hälfte der Befragten, genau 52 %, würden jedoch Preise genauer vergleichen und beim billigsten Anbieter kaufen. 19 % der Konsument:innen planen, gar nicht mehr bei asiatischen Online-Plattformen einzukaufen, was zu einem Rückgang der Paketflut aus Asien führen könnte. Der Lenkungseffekt der Zollfreigrenze stößt bei „Heavy Online-Shopper:innen“ an seine Grenzen, da 49 % dieser Gruppe weiterhin bei asiatischen Plattformen bestellen werden.
Langfristige Auswirkungen
Ernst Gittenberger vom IHaM resümiert, dass"die Abschaffung der Zollfreigrenze ein wichtiger Schritt zur Eindämmung der Paketflut aus Asien ist". Kurzfristig sei eine Shopping-Delle zu erwarten, langfristig könnten die Preise bei Temu und Shein trotz Zollgebühren weiterhin attraktiv bleiben. Univ.-Prof. Christoph Teller fordert ein Umdenken bei den Konsumenten: "Es ist Zeit zum Umdenken, nicht (nur) der Preis sondern auch derWert, Umwelt und Nachhaltigkeit müssen bei Kaufentscheidungen mehr in den Vordergrund rücken.“
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