Kirchenplatz Frankenau
Politische Querelen rund um das Baba-Beton-Gewinnerprojekt
- Rund 308.000 Euro sind für die Neugestaltung des Kirchenplatzes in Frankenau veranschlagt – Förderungen würden die Gemeindekosten auf circa 80 000 Euro senken.
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Die geplante Neugestaltung des Kirchenplatzes in Frankenau sorgt derzeit für politische Spannungen. Zuletzt eskalierte die Situation im Gemeinderat. Eine Sitzung konnte nicht regulär beendet werden, nachdem die ÖVP-Fraktion den Saal verlassen hatte. Im Zentrum der Debatte steht das Projekt „Platz der Generationen“, das im Rahmen des Entsiegelungswettbewerbs „Baba Beton“ des Landes ausgezeichnet wurde und den Ortskern ökologisch aufwerten soll.
FRANKENAU. Nach aktuellen Berechnungen belaufen sich die Gesamtkosten auf rund 308.000 Euro. Laut Bürgermeister Paul Fercsak könnten diese durch Projektanpassungen auf 221.800 Euro reduziert werden. Durch Fördermittel – darunter 100.000 Euro aus dem Wettbewerb „Baba Beton“ sowie 36.500 Euro aus der LEADER-Förderung – würde sich der von der Gemeinde zu tragende Anteil auf etwa 85.000 Euro verringern. Zusätzlich seien Eigenleistungen der Gemeinde vorgesehen.
Fercsak betont, dass das Projekt seit mehr als zwei Jahren öffentlich bekannt sei. Es sei in Bürgerversammlungen vorgestellt und mehrfach im Ortsausschuss Frankenau behandelt worden. Auch Kostenvoranschläge lägen vor, eine Neuausschreibung sei bis 26. Mai 2026 erfolgt.
- Mit dem Entsiegelungs-Projekt „Platz der Generationen“ verschärft sich der Konflikt zwischen SPÖ und ÖVP im Frankenauer Gemeinderat.
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Entsiegelungsprojekt in Zeiten des Klimawandels
Unterstützung erhält das Vorhaben unter anderem von Gemeinderat und Landtagsabgeordnetem Philip Juranich (Grüne). Er sieht in dem Projekt eine wichtige Investition in die Zukunft der Gemeinde: „Es liegt ein großartiger Plan auf dem Tisch, den Kirchenplatz in Frankenau grüner, kühler und lebenswerter zu gestalten – als Ort, an dem sich die Gemeindebürger gerne aufhalten. Gerade in Zeiten des Klimawandels, in denen sich Ortszentren immer stärker aufheizen, investieren wir damit in das Dorf der Zukunft.“
Zugleich verweist Juranich auf die finanzielle Ausgangslage: „Mit dem Sieg beim Entsiegelungswettbewerb ‚Baba, Beton!‘ und den zusätzlichen Fördermitteln bietet sich für unsere Gemeinde eine einmalige Chance auf eine großzügige Kofinanzierung. Diese Chance sollten wir im Interesse der Gemeinde nützen.“
Deutliche Kritik übt er am politischen Umgang mit dem Projekt: „Seit ich im Gemeinderat bin, hat die ÖVP versucht, jedes sinnvolle Zukunftsprojekt zu blockieren. Offenbar geht es ihr mehr darum, sich für die nächste Gemeinderatswahl in Stellung zu bringen als gemeinsam für die Menschen in unserer Gemeinde zu arbeiten.“ Er erwarte sich, „dass sie endlich Gemeindeinteressen vor Parteiinteressen stellt. Frankenau verdient einen zukunftsfitten Ortskern – für alle Einwohner.“
- Preisgekröntes Vorhaben: Statt Asphalt und Beton sollen den Frankenauer Kirchenvorplatz künftig Grün-Elemente dominieren.
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Kritik von der ÖVP
Vizebürgermeisterin Angelika Mileder (ÖVP) stellt klar, dass ihre Fraktion die Neugestaltung grundsätzlich nicht ablehnt, jedoch Umfang und Kosten hinterfragt: „Wir sind nicht grundsätzlich gegen die Neugestaltung des Kirchenplatzes, aber gegen das Ausmaß und die Höhe der Kosten.“ Von Beginn an habe man sich für eine kleinere, überschaubare Lösung ausgesprochen.
Zudem kritisiert die ÖVP, dass das Projekt isoliert betrachtet werde. „Unser Vorschlag war, auch die Straße rund um den Platz sowie die alte Volksschule in ein Gesamtkonzept einzubinden. Jetzt soll ausschließlich der Kirchenplatz umgestaltet werden“, so Mileder. Auch aus der Bevölkerung gebe es kritische Stimmen, die den Mitteleinsatz hinterfragen.
Ein weiterer zentraler Kritikpunkt ist aus Sicht der ÖVP die mangelnde Transparenz. „Es liegen zwar Pläne vor, aber es ist nicht klar, was konkret umgesetzt wird – etwa ob Infrastruktur wie Strom- oder Wasseranschlüsse vorgesehen sind oder in welchem Ausmaß die Begrünung erfolgt“, erklärt Mileder. Auch die Kosten seien nicht ausreichend nachvollziehbar dargestellt. Daher habe man einen Ortsausschuss einberufen, um Klarheit zu schaffen. „Zuerst müssen alle Zahlen offen auf dem Tisch liegen, erst dann kann man eine verantwortungsvolle Entscheidung treffen.“
Eine Einigung zwischen den politischen Lagern ist derzeit nicht in Sicht. Der Gemeinderat wird sich am 23. Juni erneut mit dem Projekt befassen. Dabei ist auch ein Beschluss ohne Zustimmung der ÖVP möglich, sofern die übrigen Mitglieder des Gemeinderates eine entsprechende Mehrheit bilden.
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