02.10.2014, 11:12 Uhr

Rutschgefahr: Laub, Nässe und Verschmutzungen auf den Straßen

Im Herbst lauern auf die Autofahrer zahlreiche Gefahren - von nassen Straßen bis zu Wildwechsel (Foto: ÖAMTC)
(ÖAMTC). Der Herbst bietet eine ganze Palette an zusätzlichen Gefahren für Auto- und Motorradfahrer. Laub, Nässe, Nebel, tiefstehende Sonne und Wildwechsel führen oft zu heiklen Situationen.
„Ungewollte Rutschpartien und Unfälle passieren vor allem bei zu hoher Geschwindigkeit“, so Rudolf Leeb, ÖAMTC-Regionalleiter der burgenländischen Stützpunkte. Gerade auf Landesstraßen sollte man jetzt aufgrund der Erntezeit erhöhte Vorsicht walten lassen. Überbreite landwirtschaftliche Fahrzeuge, gegebenenfalls auch Anhänger mit teils mangelnder Beleuchtung können in den Fahrstreifen des Gegenverkehrs hineinragen und gerade bei Ausweich- und Überholmanövern gefährliche Situationen hervorrufen. Beim Abbiegen haben sie einen größeren Radius, was viele Verkehrsteilnehmer unterschätzen.
„Außerdem besteht akute Rutschgefahr, wenn Erntemaschinen die Straßen verschmutzen. Lehm- und Erdklumpen können sich bei Feuchtigkeit zu einem gefährlichen Schmierfilm verbinden, auf dem Autos und Zweiräder leicht außer Kontrolle geraten können“, warnt Rudolf Leeb und zeigt weitere Herbst-Gefahren auf:
Laub und Nässe: „Bei Schnee fahren die meisten Autofahrer noch vorsichtig, aber die Gefahren von verdreckten und nassen Straßen werden oft unterschätzt, obwohl sie mitunter genauso hoch sind“, erklärt der ÖAMTC-Regionalleiter.
Vorrausschauendes Fahren, großer Sicherheitsabstand und vor allem eine geringere Geschwindigkeit sind die Grundvoraussetzungen bei diesen Bedingungen. „Wichtig sind auch sanftes Lenken sowie ein gefühlvoller Umgang mit Bremse und Gas – nur keine ruckartigen Manöver“, rät Leeb.

Weitere Risiken

Nebel: „Gerade auf Autobahnen und Landstraßen sorgen plötzlich auftauchende Nebelfelder immer wieder für schwere Unfälle“, erklärt Rudolf Leeb. Besonders in den Morgen- und Abendstunden sollten Auto- und Motorradfahrer mit Nebel rechnen und entsprechend vorsichtig fahren. Bei Nebel gilt: Geschwindigkeit reduzieren und der Sichtweite anpassen sowie Schlussleuchten und Nebelscheinwerfer einschalten. Weitere Tipps: Rechts fahren und auf keinen Fall überholen. Besondere Vorsicht beim Links-Abbiegen und im Baustellenbereich. Außerdem rät der ÖAMTC-Regionalleiter: „Man sollte gerade vorm Herbst kontrollieren, ob die gesamte Licht-Anlage des Autos bzw. des Motorrades einwandfrei funktioniert. „Sehen und gesehen werden“ ist ein wesentlicher Sicherheitsfaktor.“

Aquaplaning:
Bei starken Regenfällen kann es zu Aquaplaning kommen. Das heißt, das Auto ist manövrierunfähig, weil weder Antriebs- noch Brems- oder Lenkkräfte auf die Fahrbahn übertragen werden können. Bei diesen Verhältnissen sollte man prinzipiell die Geschwindigkeit verringern, vorausschauend fahren und abrupte Brems- oder Lenkmanöver vermeiden. Motorradfahrer sollten bei Regen und Sturm generell Ausfahrten vermeiden. „Man sollte außerdem einen Blick auf die Reifen werfen und die Profiltiefe sowie den Reifendruck kontrollieren. Denn bei zu wenig Druck und geringer Profiltiefe ist die Gefahr von Aquaplaning besonders groß“, so Rudolf Leeb.

Tiefstehende Sonne / Blendung:
„Wer bei Tempo 100 nur eine Sekunde lang geblendet wird, ist für 30 Meter im Blindflug unterwegs“, warnt der ÖAMTC-Regionalleiter. Ganz wichtig bei tiefstehender Sonne sind neben der polarisierenden Sonnenbrille eine saubere Scheibe, um Spiegelungen und Reflexionen zu vermeiden, sowie die Sonnenblende. Die Scheiben sollten – innen und außen – regelmäßig gereinigt werden.

Wildwechsel: Mit den kürzer werdenden Tagen steigt die Gefahr von Wildunfällen. „Wer vorbereitet und aufmerksam fährt, ist schon sicherer unterwegs. Das gilt besonders während der Dämmerung im Bereich von Wildwechsel-Warntafeln – hier sollte man sogar bremsbereit fahren“, erklärt Rudolf Leeb. Bei einer möglichen Kollision sollten riskante Ausweichmanöver vermieden werden, um sich selbst und andere nicht in Lebensgefahr zu bringen.
Besondere Vorsicht ist auch geboten, weil falsches Verhalten rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann. Wer für kleine und leichte Tiere plötzlich und für den Nachfolgeverkehr überraschend bremst, riskiert bei einem Auffahrunfall unter Umständen ein Mitverschulden. Bei größeren und schwereren Tieren wie Wildschweinen, Rehen oder Hirschen besteht dieses Risiko nicht, da die Gefahr der Verletzung des Lenkers die Notbremsung rechtfertigt. Allerdings gilt es vor allem im Falle einer Warnung vor Wildwechsel, die Geschwindigkeit entsprechend anzupassen. Besonderen Schutz bietet der Club Inhabern eines ÖAMTC-Schutzbriefes im Falle eines Wildunfalles: Wird das Fahrzeug innerhalb des Gültigkeitsgebietes des Schutzbriefes beschädigt, vergütet der Club 80 Prozent der Reparaturkosten bzw. des Selbstbehaltes bis zu 600 Euro.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.