Heiderichstraße
Wohnsiedlung nimmt Artenschutz selbst in die Hand

- Die Biologin Gabriele Hubich hat ein Konzept ausgearbeitet, wie man die Artenvielfalt in ihrer Siedlung verbessern könnte.
- Foto: Ipirotis/MeinBezirk
- hochgeladen von Lukas Ipirotis
Weil eine Förderung von der Stadt ausblieb, hat sich die Biologin Gabriele Hubich zusammen mit ihrer Wohnsiedlung ein Konzept überlegt. Aus den eigenen Mitteln setzt man sich jetzt für Artenschutz und Vielfalt ein.
WIEN/OTTAKRING/HERNALS. Wer sich die Heiderichstraße hinauf bemüht, dem wird schon bald klar sein, dass sich der Weg gelohnt hat. Denn die gleichnamige Wohnhausanlage, bei der sich Hernals und Ottakring treffen, liegt am Rande des Wienerwaldes.
Doch dass in der privaten Wohnsiedlung so viel Grün vorhanden ist, liegt nicht nur an der unmittelbaren Nähe zum Naherholungsgebiet. "Während andere von Biodiversität reden, setzen wir sie in Eigeninitiative um", weiß Gabriele Hubich, eine der Bewohnerinnen der Siedlung. Denn zusammen entwickelten die Anrainerinnen und Anrainer ein Konzept, um mehr Artenschutz und grüne Vielfalt in ihr Grätzl zu bringen.
Absage von Magistrat
Die Ideen waren jedoch sehr kostspielig. Doch weil sich auch die Stadt Wien durch das EU-Renaturierungsabkommen dazu verpflichtet, für Artenschutz zu sorgen, zeigte man sich optimistisch. Daher reichte man das Konzept bei der Förderstelle der Stadt Wien unter „Kleinvorhaben für Klima und Umwelt“ ein.

- Das Bienenhotel gespendet. Die Bewässerungsrohre wurden aus den eigenen Mitteln finanziert.
- Foto: Ipirotis/MeinBezirk
- hochgeladen von Lukas Ipirotis
Als der Antrag abgelehnt wurde, war die Ernüchterung hingegen groß. In einem Schreiben erklärte die MA 22 – Umweltschutz, dass eine finanzielle Unterstützung aus budgetären Gründen nicht möglich sei. Doch weil Hubich und die anderen Bewohnerinnen und Bewohner dennoch etwas für die Natur machen wollten, finanzierten sie ihr Vorhaben kurzerhand selbst.
Zahlreiche Projekte schon umgesetzt
Zuerst wurde ein Wildbienenhotel aufgestellt, das vom Naturschutzbund Steiermark gespendet wurde. Im arten- und blüharmen Rasen wurden auch Blumeninseln errichtet. Besonders stolz ist man auch auf einen abgestorbenen Baum, der als wichtiges Totholz erhalten bleiben konnte. Dieser Baum könne jetzt als Heimat von Käferarten herhalten. Zusätzlich dient der Baum als natürliches Rankgerüst für die neu gepflanzte Kletterrose und Clematis, deren Blüten Nektar für Insekten spenden. Doch das Projekt ist noch lange nicht beendet, erklärt Hubich.
Denn die Wohngemeinde hat noch viele Ideen. "Wir brauchen auch für die Wildtiere, die in der Nacht kommen, und auch für die Vögel und die Insekten ein bisschen mehr Wasserstellen im Sommer", erklärt die Biologin. Doch alleine können sie all ihre Vorstellungen nicht stemmen. So gäbe es Projekte, die nur dann umsetzbar wären, wenn die Stadt fördert. Und das würde sich selbst so nahe am Waldgebiet noch lohnen, weiß Hubich. Immerhin sei Artenvielfalt schon alleine deswegen wichtig, weil dadurch auch die Lebensqualität der Menschen gesteigert werde.
Das könnte dich auch interessieren:
Link einfügen
Video einbetten
Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.
Karte einbetten
Social-Media Link einfügen
Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.
Code einbetten
Beitrag oder Bildergalerie einbetten
Foto des Tages einbetten
Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten
Du möchtest selbst beitragen?
Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.