Hochwasserschutz St. Georgener Bucht
23,5 Millionen investiert: Damm lässt Angst vor Flut schwinden

Beste Laune bei zwei Landesräten, drei Bürgermeistern und den Vertretern von Feuerwehr, Gemeinden und ausführenden Firmen: Das Großprojekt Hochwasserschutz St. Georgener Bucht wurde offiziell seiner Bestimmung übergeben.
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  • Beste Laune bei zwei Landesräten, drei Bürgermeistern und den Vertretern von Feuerwehr, Gemeinden und ausführenden Firmen: Das Großprojekt Hochwasserschutz St. Georgener Bucht wurde offiziell seiner Bestimmung übergeben.
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Drei vom Hochwasser leidgeprüfte Gemeinden atmen auf: Mit der offiziellen Übergabe und Segnung des nach dem Machlanddamm aufwändigsten Hochwasserschutzprojektes im unteren Mühlviertel rückt die Angst vor der Flut ein Stück aus dem Bewusstsein von über 11.000 Bürgern in der St. Georgener Bucht.
LUFTENBERG. ST.GEORGEN. LANGENSTEIN. Mit 1. August 2021 ist es vollbracht: Von Abwinden bis Mauthausen schützt nun ein aufwändiges, 5.3 Kilometer langes Bollwerk die Siedlungsgebiete der drei Gemeinde vor den immer öfter anbrandenden Hochwässern von Donau, Gusen und einiger kleinerer Bäche.  Eine Kombination aus Dämmen, Betonspundwänden, Hochwassertoren und mobilen Barrieren schirmt die Donau ab. Dazu kommen der Flutschutz gusenaufwärts, mehrere Pumpwerke und Speicherbecken. Sie sorgen für das Management des aus dem hügeligen Hinterland herangeführten Wassers. Werden doch gerade oft kleine Gewässer bei den zunehmenden Wetterextremen zu Sturzbächen, die im Gegensatz zur eher behäbig steigenden Donau binnen Minuten eine Spur der Verwüstung ziehen. Hätte man auf sie vergessen, dann wäre der Damm nutzlos, das Wasser würde sich auf der falschen Seite stauen. Daher gibt es auch genügend Platz, wo die Flüsse sich in unkritischen Zonen ausbreiten können, Pegelstand und Fließgeschwindigkeit so reduziert werden. 23,5 Millionen Euro wurden in der St. Georgener Bucht zwischen Abwinden und Langestein investiert. Ergänzend rund 8 Millionen Euro für die aus dem Projekt herausgelösten, schon 2016 fertiggestellten Schutz- und Renaturierungsmaßnahmen an der Gusen im St. Georgener Zentrum.

Sorge vor bayrischem Hochwasserprojekt

"Gut dass wir in einem Land leben, wo solche großen Schutzprojekte durch gemeinsames Wollen von Bund, Ländern und Gemeinden möglich sind. Und dass wir die kompetenten Einsatzkräfte haben, die das in zehntausenden Freiwilligenstunden managen" lobte Gemeindereferentin Landesrätin Birgit Gerstorfer (SPÖ) beim Festakt im Langensteiner Feuerwehrhaus. Als Alkovenerin kennt sie die Angst vor dem Wasser aus dem eigenen Heimatort. Sorgen bereitet ihr und Sicherheitslandesrat Wolfgang Klinger (FPÖ) ein umfangreiches Hochwasserschutzprojekt in Bayern, das wesentlich kleinere geplante Überschwemmungsflächen für die Donaufluten vorsieht als entsprechende Projekte in OÖ. Damit würden sich größere Wassermengen schneller flussabwärts bewegen, erneute Überflutungsgefahr trotz der Schutzdämme provozieren. "Wir werden auf allen Ebenen eindringlich mit den deutschen Kollegen reden müssen. Hochwasserschutz entlang der Donau kann nur von allen Anrainern gemeinsam koordiniert funktionieren", so Klinger. Auch er hob das dichte Netz der Feuerwehren als unverzichtbare Knotenpunkte im Zivilschutz hervor und erteilte vielerorts angestrebten Zusammenlegungen einzelner Wehren eine klare Absage. 

Feuerwehren Rückgrat beim Flutmanagement

Sichtlich stolz präsentierte Langensteins Bürgermeister und Hochwasserschutz-Verbandsobmann Christian Aufreiter gemeinsam mit den Kameraden der Langensteiner Feuerwehr die neuerrichtete Lagerhalle. Sie fungiert als Koordinationszentrum, Lager und Wartungseinrichtung für die mobilen Schutzelemente der St. Georgener Bucht. "Der umfassende planerische Input und das praktische Know-How unserer Feuerwehren sind Basis einer effizienten Auf- und Abbaulogistik. Das funktioniert wirklich exzellent! Hervorzuheben ist auch die extrem professionelle Zusammenarbeit mit allen beteiligten Firmen, die stets bei Problemen gute, rasche Lösungen in Planung und Ausführung gefunden haben. Obwohl ich nicht unfroh bin, dass ich die seit 2015 jeden Dienstagnachmittag stattfindenden Baubesprechungen nicht mehr im Terminkalender habe", strahlt Aufreiter.

Segen für Damm und Helfer

Segen von "ganz oben" erbat namens der Pfarre schließlich Johanna Kremplbauer in Vertretung von Pfarrer Franz Wöckinger mit sehr treffenden Worten: "Das Wort Gottseidank bekommt bei Hochwasser einen vielfache Bedeutung. Bitten und danken wir Gott für die neuen Schutzbauten, aber vor allem für die Menschen, die uns mit ihrem Einsatz vor Schaden bewahren. Und für alle, die auf diesen Schutz vertrauen müssen. Auch darauf, dass Klimaschutz nach der Wahl nicht wieder vergessen wird!"

Ausführliche Online-Projektdokumentation 

Eine umfangreiche Zusammenstellung mit allen Projektdaten und vielen Fotos hat die Abteilung Wasserwirtschaft beim Land OÖ vorgenommen. Sie kann online abgerufen werden:
Hochwasserschutz St. Georgener Bucht


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