Die Litzlhofalm in Rauris (1.727 m)
- hochgeladen von Klaus Moser
Claudia Dietrich: „Kinder können ihr Talent zum Melken an unserer Holzkuh testen. Wir Sennerinnen erklären den Gästen auch gerne, wie der Almkäse gemacht wird.“
Vom Gruberalm-Tauernhaus ausgehend, schlängelt sich an einem Bach entlang der gemütliche Weg zur Litzlhofalm. Entlang dieses Pfades bietet sich dem Wanderer eine einzigartige Naturkulisse. Oben angekommen, mustern neugierige Milchkühe jeden einzelnen Besucher. Zwei fleißige Sennerinnen, ein Bächlein, das ein hölzernes Wasserrad antreibt, und ein alter Hund, der die traumhafte Ruhe zu genießen scheint, komplettieren das idyllische Bild.
DAS LEBEN DER SENNERINNEN
Die Besitzer der 130 Jahre alten Almhütte, Anton und Marianne Pichler, bewirtschaften den eigenen Bauernhof und beschäftigen daher auf ihrer Alm ein Team junger Sennerinnen.
Claudia Dietrich etwa hat ihr Studium in Veterinärmedizin absolviert und sich danach zu einem Sommer auf der Alm entschlossen. „Nach der Uni habe ich mir diesen Wunsch erfüllt“, strahlt die hübsche Sennerin. Claudia und ihre Kollegin Verena kümmern sich gemeinsam um die Tiere auf der Alm. Zehn Kühe liefern die Milch, die täglich zu circa 20 Kilogramm Käse verarbeitet wird.
Das Almleben ist anstrengend: Käsen, Kühe versorgen, Stall machen und Gäste betreuen – der Arbeitstag dauert an die 14 Stunden. Die Begeisterung, mit der Claudia von ihrer Arbeit erzählt, ist dennoch ansteckend. „Jeden Tag wird Käse, Butter und Buttermilch gemacht. Die anderen Produkte werden am Hof hergestellt und wöchentlich mit dem Seilzug, der zur Glocknerstraße führt, geliefert.“
Das Angebot der ausschließlich selbst gemachten Bioprodukte reicht von Apfelsaft, Most, Speck und Würstel bis hin zum Bauernbrot. Der schmackhafte Almkäse wird auch zum Mitnehmen verkauft. Da kann es schon vorkommen, dass sich ein Wanderer mit deutlich mehr Gewicht am Rücken auf den Heimweg macht.
WILDNIS
„Es gibt Urlauber aus der Stadt, die ganz erstaunt gefragt haben, ob unsere Tiere wirklich hier in der Wildnis leben“, schmunzelt Claudia. Und wenn man sich die Litzlhofalm und das idyllische Seidlwinkltal anschaut, kann man diese Frage auch irgendwie nachvollziehen. So viel Ruhe, Erholung und Natur pur als dauerhaftes Umfeld – das ist fast zu schön, um wahr zu sein.
Erreichbar ist die Alm vom Mittertörl an der Großglockner-Hochalpenstraße über das Seidlwinkltal in 1,5 Std., von Rauris-Wörth ab Parkplatz Fleckweide in 3 Std. oder von Rauris-Wörth mit dem Tälertaxi bis zum Tauernhaus in 50 Minuten.
Tel.: +43 4825/234
litzelhof@aon.at
Geöffnet von Mitte Juni bis Ende September.
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