Jubiläum am Zeller See
Grand Hotel schreibt seit 130 Jahren Geschichte
- Jahr ca. 1903
- Foto: Archiv Grand Hotel, Zell am See
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Mit einem Jubiläumsfest feierte das Grand Hotel Zell am See sein 130-jähriges Bestehen. Das traditionsreiche Haus auf der Halbinsel im Zeller See blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück, die von glanzvollen Zeiten, Krisen, Bränden, Hochwassern und mehreren Eigentümerwechseln geprägt war.
ZELL AM SEE. Anlässlich des 130. Jubiläums lud Gastgeber Dr. Wilfried Holleis zu einem abwechslungsreichen Festtag rund um das Grand Hotel. Neben einer Ausstellung mit historischen Bildern und Postkarten aus 130 Jahren Hotel- und Regionalgeschichte standen ein Frühschoppen, ein Kinderprogramm, eine Bierverkostung sowie musikalische Darbietungen auf dem Programm.
Am Abend folgte ein Gala-Dinner mit Livemusik direkt am See. Den Abschluss bildete um 22 Uhr eine besondere Lichtinszenierung der Hotelfassade. Als Ehrengast wurde Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek geladen.
- Das Grandhotel ca. 1950
- Foto: Archiv Grand Hotel, Zell am See
- hochgeladen von Magdalena Pfeffer
„Das Grand Hotel Zell am See hat seit seiner Gründung im Jahr 1896 alle erdenklichen Höhen und Tiefen erlebt: Blütezeiten und Weltkriege, Brände und Überschwemmungen, Renovierungen und Eigentümerwechsel. Heute steht das Grand Hotel dank des behutsamen Ausbaus und der Investitionen, die wir im Laufe der Jahre getätigt haben, wirtschaftlich gut da – die alte, aber gute österreichische Kultur ist weltweit immer noch sehr gefragt!“,
Wilfried Holleis, Hotelier
Neues Buch zur Hotelgeschichte
Im Rahmen der Feierlichkeiten wurde auch das neue Buch des Kunsthistorikers Bernhard Barta vorgestellt. In seinem Werk „Zell am See und sein Grand Hotel“ zeichnet der Autor anhand von Zeitzeugenberichten und historischen Quellen die Entwicklung des Hauses sowie des Tourismus in der Region nach.
Das Buch nimmt die Leserinnen und Leser mit auf einen anekdotenreichen Streifzug durch zwei Jahrhunderte Salzburger Geschichte. So geht der Autor unter anderem der Frage nach, weshalb Kaiser Franz Joseph vom Zeller „Pferdewagerl“ begeistert war, warum Kronprinz Rudolf heimlich eine Villa errichten ließ und wie Fürst Liechtenstein zu einem wichtigen Förderer des gesamten Pinzgaus wurde.
- Jahr ca. 1950
- Foto: L. Haidinger
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Vom „Hotel am See“ zum Grandhotel
Die Wurzeln des heutigen Grand Hotels reichen bis ins Jahr 1878 zurück, als die Familie Flögl auf der heutigen Halbinsel das „Hotel am See“ eröffnete. Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten übernahmen Carl und Therese Böhm das Haus und bauten es 1896 zu einem prächtigen Gründerzeitgebäude aus. Gleichzeitig erhielt es den Namen „Grandhotel am See“. Das Startkapital dafür hatte sich Carl Böhm als Kellner und Cafetier in Stuttgart erarbeitet.
Bereits wenige Jahre später zählte das Hotel zu den führenden Tourismusbetrieben der Region und zählte 25.000 Übernachtungen im Sommer. Elektrisches Licht und moderner Komfort machten das Haus zu einer renommierten Adresse für Sommergäste.
- Das Grand Hotel im Jahr 2026
- Foto: Markus Haslinger
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Kriege, Brände und Wiederaufbau
Nach einer Zwangspause während des Ersten Weltkriegs wurde das Grand Hotel an Karl Pischkittl verkauft. Es kam zu einem kurzen Aufschwung in den 30er Jahren, welcher jedoch vom Zweiten Weltkrieg gestoppt wurde. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Grand Hotel als Unterkunft der US-BEsatzungsmacht genutzt. Zwei große Brände beschädigten das Gebäude schwer. Der Tiroler Skilehrer Karl Gramshammer kaufte das Hotel schließlich für einen symbolischen Schilling und ließ es im Stil der 1950er-Jahre neu gestalten.
Auch ein Hochwasser im Jahr 1965 hinterließ erhebliche Schäden. In den 1980er-Jahren wurde das Gebäude durch eine schwedische Timesharing-Firma abgetragen und als Suitenhotel in Anlehnung an die ursprüngliche Gründerzeitarchitektur neu errichtet.
- Dr. Wilfried Holleis im Pinzga Bräu
- Foto: Faistauer
- hochgeladen von Magdalena Pfeffer
Blütezeit unter der Familie Holleis
Nachdem die Inhaber-Firma 1995 das Ausgleichsverfahren eröffnet hatte, erwarb schließlich die Familie Holleis das Grand Hotel sowie das benachbarte Clima Hotel und vereinte die beiden Gebäude zum heutigen Grand Hotel Zell am See. Unter der Führung der Familie Holleis erlebte das Grand Hotel eine nachhaltige Modernisierung und einen neuen Aufschwung. Zu den Meilensteinen zählen der von Friedensreich Hundertwasser gestaltete Österreichbrunnen im Hotelgarten, die Errichtung eines modernen Wellnessbereichs mit Seeblick sowie die Erweiterung des Hotels durch den Erwerb des benachbarten Casinos im Jahr 2015. Seit 2020 ergänzt zudem die Hausbrauerei „Pinzga Bräu am See“ das Angebot.
Trotz aller Herausforderungen blickt Wilfried Holleis optimistisch in die Zukunft:
„Wir haben den herrlichen Zeller See, wir haben sauberes Trinkwasser, auch im Sommer kühle Nächte und eine intakte Natur. Wir haben die Berge, wo selbst Hitzetage jenseits der 30 Grad gut auszuhalten sind. Das sind ideale Bedingungen für ein gutes Leben und einen erholsamen Urlaub – damals wie heute. Der Blick in die wechselvolle Geschichte des Grand Hotels zeigt jedenfalls: Es geht immer weiter.“
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