Saalfelden Leogang
Jazzfestival Saalfelden komplettiert Programm für 2026
- Daniela Neumayer (Produktionsleiterin), Mario Steidl (Künstlerischer Leiter) und Marco Pointner (Veranstalter)
- Foto: © jazzsaalfelden.com
- hochgeladen von Magdalena Pfeffer
Das Jazzfestival Saalfelden Leogang hat sein Programm für die 46. Ausgabe von 20. bis 23. August 2026 mit zahlreichen Sonderprojekten, Klangräumen und neuen Spielorten komplettiert und setzt damit erneut auf ein erweitertes Verständnis von Jazz jenseits klassischer Konzertformate.
SAALFELDEN. Das Jazzfestival in Saalfelden Leogang hat sein Programm für die 46. Ausgabe von 20. bis 23. August 2026 komplettiert und setzt dabei erneut auf ein erweitertes Verständnis von Jazz als offener, performativer Kunstform im öffentlichen Raum. Mit zwei großen Sonderprojekten, vielfältigen Spielorten und interdisziplinären Formaten rückt das Festival jene Ansätze in den Mittelpunkt, die musikalische Begegnung neu denken und aktiv erlebbar machen.
Mit „WAS___“ präsentieren MMM (Maja Osojnik, Mathia*s Lenz und Matija Schellander) in der Kunsthalle Saalfelden den Auftakt einer langfristig angelegten Raum- und Klangreise. Ausgangspunkt ist eine 66 Meter lange grafische Partitur, die sich als offenes und ständig veränderndes System versteht. Drucktechniken, Tonbänder, Lautsprecher und performative Eingriffe verbinden sich zu einer Versuchsanordnung zwischen Installation, Konzert und akustischer Spurensicherung. Gemeinsam mit der Schlagwerkerin Špela Mastnak entsteht eine fragile Klangwelt, in die das Publikum aktiv eingebunden ist.
„The Big Shake“: Shake Stew kehrt zurück
Einen weiteren Höhepunkt bildet das Jubiläumsprojekt von Shake Stew. Zehn Jahre nach dem Eröffnungskonzert 2016 kehrt die Formation von Lukas Kranzelbinder mit einem eigens für Saalfelden entwickelten Großprojekt zurück. Unter dem Titel „The Big Shake – A Saalfelden Homecoming“ vereinen sich die Bürgermusik Saalfelden und die Eisenbahner Stadtkapelle zu einer rund 70-köpfigen musikalischen Parade, die am Samstag ab 14 Uhr vom Rathausplatz durch die Stadt bis zum Congress und weiter in den Park zieht. Dort folgt ein großes Finale mit den beiden Blasmusikkapellen und anschließend Shake Stew auf der Parkbühne.
Starke Präsenz von Pianistinnen
Ein besonderer Schwerpunkt liegt 2026 auf herausragenden Pianistinnen. Mit Marta Sanchez, Marina Džukljev, Tamara Stefanovich und Eve Risser sind mehrere international profilierte Musikerinnen vertreten, die mit sehr unterschiedlichen künstlerischen Zugängen das Spektrum von Komposition über Improvisation bis hin zu experimenteller Klangforschung erweitern.
Hauptbühne zwischen Komposition und Improvisation
Auch das Hauptbühnenprogramm setzt auf markante Handschriften und musikalische Offenheit. Yvonne Moriel präsentiert mit „Strange Motion“ einen eigens für das Festival komponierten Beitrag, der zwischen Jazz, Kammermusik und experimentellen Klangformen angesiedelt ist. Ergänzt wird das Programm unter anderem durch das Henriette Eilertsen Trio, das Marta Sanchez Quintet sowie das Duo Andreas Schaerer und Daniel Garcia.
Der Samstag bringt kontrastreiche Ensembles von Tamara Stefanovichs Projekt „SDLW“ über das Sheen Trio bis hin zu Dag Magnus Narvesens Oktett „DAMANA“. Weitere Höhepunkte bilden das transatlantische Zusammentreffen von Darius Jones und Otomo Yoshihide sowie das Chicago Underground Duo.
Am Sonntag eröffnen Marina Džukljev mit dem Trio „Industriesalon“ das Programm, gefolgt von Jacob Garchiks „Ye Olde 2“ und dem Duo „Thousand Leaves“. Den Abschluss bildet das Comeback von Chris Speeds Quartett „YEAH NO“.
Neue Spielorte und Nachtprogramme
Erstmals finden im Museum Schloss Ritzen zwei Solokonzerte statt, darunter Projekte von Zbigniew und Delphine Joussein. In der Otto-Gruberhalle erweitert ein Late-Night-Programm das Festival bis in die frühen Morgenstunden und bietet ein breites Spektrum von Clubkultur über Improvisation bis zu elektronischer Musik. Die beliebten „We Hike Jazz“-Wanderungen verbinden erneut Natur und Musik und sind bereits ausgebucht. Ergänzt wird das Programm durch Almkonzerte, City Tracks sowie die Kurzkonzertreihe Short Cuts, die unterschiedliche musikalische Formate im gesamten Stadtgebiet zusammenführt.
Mit diesem vielfältigen Programm bleibt das Jazzfestival Saalfelden Leogang auch 2026 seiner Linie treu, Jazz als soziale, räumliche und künstlerische Praxis zu verstehen, die weit über die klassische Bühne hinausreicht.
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