Ein Hörbild einer Auswanderung
Vom Innergebirg in die Neue Welt
- Cilli Weißbacher mit ihrer Enkeltochter Iris Unterhofer beim Anschauen und Erklären von alten Fotos
- Foto: Unterhofer
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Iris Unterhofer spricht im MeinBezirk-Gespräch über das Hörbild "Vier Frauen - fünf Generationen. Vom Innergebirg in die Neue Welt".
PINZGAU. Unzählige Personen emigrierten aus dem Pinzgau nach Amerika, um dort ein besseres Leben zu finden. Unter diesen Personen war auch Martin Schützinger, welcher 1902 mit seiner Frau Katharina, seinen Eltern und seinen Brüdern nach Amerika auswanderte. Mehr als 120 Jahre später wollte seine Urenkelin Iris Unterhofer mehr über diese Auswanderung wissen – daraus entstand das Hörbild "Vier Frauen - fünf Generationen. Vom Innergebirg in die Neue Welt".
"1929 wurde meine Oma, Cilli Weißbacher, geboren. Sie wusste schon immer, dass ihr Vater damals ausgewandert war und hat einige Geschichten erzählt, aber das war es eigentlich. Vor circa dreißig Jahren hat sie von einer Tante Briefe bekommen, welche seine erste Frau Katharina nach Hause geschickt hat", erzählt Iris Unterhofer. Katharina hatte die ganze Auswanderung mit Briefen dokumentiert und diese nach Hause zu ihrem Vater in Bruck geschickt. "Die Briefe sind lange Zeit bei meiner Oma zu Hause gelegen und irgendwann habe ich sie in den Computer getippt", erklärte die Taxenbacherin.
- Ein Foto, das Katharina ihren Briefen aus Pennsylvania beilegte. „Die Pinzgauer in Amerika - 27, September 1904“ steht auf dem Schild geschrieben
Bildmitte Katharina, die Briefeschreiberin, hinter ihr rechts steht ihr Ehemann Martin Schützinger, der Vater von Cilli Weißbacher - Foto: Unterhofer
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Pinzgauer unterstützten die Recherche
Vor einigen Jahren packte sie schließlich die Neugier und sie fragte sich, was damals alles passierte und ob sie in Amerika noch Verwandte hatte. Somit startete die Recherche. "Ich habe unglaublich viel herausgefunden. Vieles, mit dem ich gar nicht gerechnet hatte. Irgendwie lief alles ganz einfach ab. Ich habe viele Leute gefunden, die ich vorher gar nicht gekannt habe, die mir aber geholfen haben. Auch in der Facebook-Gruppe 'Historischer Pinzgau' habe ich viele Tipps und Ratschläge bekommen, die mir geholfen haben", erzählt sie von ihrer Informationen-Suche.
Diese führte sie auch in Archive und sogar Verwandtschaften in Amerika wurden gefunden. "Die Kontakte in Amerika zu finden, war gar nicht so einfach. Ich wusste, dass der Name sich dem Englischen anpassen musste und habe ganz viele Schreibweisen ausprobiert. Erst durch einen Tipp bin ich dann auf die richtige Schreibweise gekommen. Damit haben sich dann ganz viele Türen geöffnet", erklärt sie im MeinBezirk-Gespräch.
- Brief aus den USA aus dem Jahr 1903. Geschrieben von Katharina an ihren Vater, den Rendlbauer, in Bruck
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Vier Jahre bis zum fertigen Hörbild
"Glück ist, dass meine Oma noch so viel erzählen und auch auf mündliche Überlieferungen zurückgreifen kann. Sie weiß wirklich viel noch, was ihr erzählt wurde", so Unterhofer. Die Erzählungen ihrer Großmutter hatte sie bereits vor Jahren aufgenommen - eigentlich, damit keine Informationen verloren gehen.
"Die Regisseurin des Stücks, Elisabeth Weilenmann, kenne ich sehr gut und sie meinte irgendwann, dass ich daraus etwas machen sollte. So entstand dann dieses Hörbild", erklärt Unterhofer. Vor circa vier Jahren startete sie mit ihrer Recherche, nach gut einem Jahr ist nun auch das Hörbild fertig und kann ab 21. Juni einen Monat lang auf Ö1 gehört werden.
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