Cannabis auf dem Vormarsch
„Jetzt rufen wieder immer mehr Eltern bei mir an“
- Peter Zauner will Angehörigen unter die Arme greifen.
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Im Pongau nimmt der Cannabiskonsum unter Jugendlichen wieder deutlich zu. Teils beginnen bereits 13-Jährige zu kiffen. Das spürt besonders Peter Zauner, Gründer der Selbsthilfeinitiative „Unser gemeinsamer Weg“. Immer mehr verzweifelte Eltern suchen bei ihm Rat, während er vor fehlender Regulierung, neuen Designerdrogen und einer wachsenden Verharmlosung warnt.
PONGAU. Peter Zauner spürt Entwicklungen oft früher als andere und derzeit schlagen bei ihm wieder alle Alarmglocken. „Besonders jetzt melden sich wieder viele besorgte Eltern bei mir, die herausgefunden haben, dass ihre Kinder Cannabis konsumieren“, berichtet er im Gespräch mit MeinBezirk. Manche der Jugendlichen seien erst 13 Jahre alt. Für Zauner, der seit Jahren Angehörige von drogenabhängigen Jugendlichen unterstützt, ist klar: Das Kiffen ist in der Region wieder stark im Kommen.
Ein Schicksal, das alles veränderte
Zauner weiß, wovon er spricht. Sein Sohn verlor den Kampf gegen die Sucht. Ein Verlust, der ihn zu einem Versprechen am Sterbebett führte: Er setzt sich dafür ein, Jugendliche vor Drogen zu schützen und Angehörigen eine Stimme zu geben. 2021 startete er das Projekt „Unser gemeinsamer Weg“, ein Jahr später gründete er die erste österreichweite Selbsthilfegruppe für Angehörige von drogenabhängigen Jugendlichen.
„Sucht sollte kein Tabuthema sein. Es ist auch für Angehörige so wichtig, dass sie nicht schweigen, sondern sich austauschen und Hilfe erfahren können“, betont Zauner.
- Bestimmte Hanf-Produkte gibt es jetzt auch in Trafiken.
- Foto: MeinBezirk
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Hanfprodukte in Trafiken
Seit Juli sind in Österreich Hanfprodukte mit „nicht berauschenden“ Blüten in Trafiken erhältlich. Für Zauner ist das ein großer Rückschritt. Er versucht seitdem verstärkt, „das Cannabis über die Hintertür in Trafiken zu bekämpfen“. Er beobachtet: „Derzeit kommt das Kiffen sehr häufig vor. Die Jugendlichen werden immer jünger, die mit dem Kiffen anfangen. Das mit der Legalisierung in den Trafiken habe ich von Anfang an kritisiert.“
Laut Zauner erhoffe sich die Regierung hohe Steuereinnahmen, während Warnungen von Fachleuten ignoriert würden. Deutschland, das kürzlich Cannabis weitgehend legalisiert hat, sei für ihn ein Negativbeispiel. Neben Cannabis breitet sich im Pongau auch eine neue Einstiegs-Designerdroge aus: 4CMC. Für Zauner ein weiteres Alarmzeichen in einem System, das seiner Meinung nach kaum Schutz bietet. Ein gravierender Kritikpunkt: In Österreich gibt es keinen Jugendschutzbeauftragten für den Bereich Drogen. Gleichzeitig könne Cannabis heute „ganz einfach über das Internet bestellt werden“, was für Jugendliche ein Leichtes sei.
Wachsende Präventionsarbeit
Um möglichst früh aufzuklären, ist Zauner mittlerweile vermehrt in Schulen unterwegs, unter anderem in der HAK St. Johann. Dort spricht er offen über die Gefahren von Cannabis- und Suchtmittelkonsum und über die wichtige Rolle der Angehörigen. Ein weiterer Termin findet am 27. November um 19 Uhr in der Gemeinde St. Martin am Tennegebirge statt.
„Das Wichtigste ist, dass man das nicht alleine mit sich ausmacht, sondern auch mit anderen Familienmitgliedern redet. Es ist der größte Fehler, wenn man es nur verschweigt.“ Und sein Appell: Wenn Eltern auch nur den Verdacht haben, dass ihre Kinder kiffen, sollen sie sich sofort melden. „Ihr könnt mich unter +43 660 53311 jederzeit anrufen. Alles anonym.“ Denn er ist überzeugt: „Wenn schon die Politik nichts dagegen macht und nur zuschaut, helfen und schützen wir unsere Kinder.“
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