Künstlern brechen die Adventmärkte weg

Für ihre Kunstwerke aus Altglas und (Raku-)Keramik finden Elisabeth Haaser und Josef Mink heuer nur schwer Abnehmer.
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  • Für ihre Kunstwerke aus Altglas und (Raku-)Keramik finden Elisabeth Haaser und Josef Mink heuer nur schwer Abnehmer.
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Entfallene Märkte stellen Kunsthandwerker vor große Probleme: Ihnen fehlt die wichtigste Verkaufsmöglichkeit.

SALZBURG (aho). Der neuerliche Lockdown bringt Kunsthandwerker wie viele andere Berufstätige an ihre Grenzen: Nachdem schon im ganzen Jahr Ausstellungen oder Vernissagen abgesagt werden mussten oder nur mit Verlust stattfinden konnten, schmerzen jetzt die ausfallenden Adventmärkte besonders.

Flair und Geschäft fehlen

"Schon vor dem Lockdown haben die Auflagen für Adventmärkte viele Veranstalter und Teilnehmer abgeschreckt. Jetzt fallen die Märkte ganz weg", bedauern Elisabeth Haaser und Josef Mink, die ihre Kunst als Hobby in der Pension betreiben. Seit knapp 20 Jahren war die Bischofshofenerin beim Adventmarkt im Kongresshaus St. Johann jährlich vertreten. Während ihr einerseits die familiäre Gemeinschaft und Gemütlichkeit am Markt fehlt, ist es andererseits für die Künstler noch schwieriger geworden, ihre Kunstwerke an den Mann zu bringen. Gerade den Hauptberuflichen stehe das Wasser bis zum Hals:

"Viele leben davon, können heuer keine Ausstellungen oder Vernissagen machen, und wenn dann nur mit Verlust. Das ist für viele unmöglich", weiß Haaser. 

Sepp Mink fertigt Kunstwerke aus Altglas an. Dahinter steckt viel Arbeit und vor allem Erfahrung.
  • Sepp Mink fertigt Kunstwerke aus Altglas an. Dahinter steckt viel Arbeit und vor allem Erfahrung.
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Aufwändige Anfertigungen

Sie selbst hat die Kunst früher zum Teil als Gewerbe betrieben, zumeist war es für sie aber nur ein Hobby. In ihrem Atelier fertigen die beiden Künstler nicht nur Weihnachtsartikel an, sondern betreiben ihr Handwerk ganzjährig und zeitlos. Sepp Mink ist auf Kunstwerke aus Altglas und Malereien spezialisiert, während Elisabeth Haaser ihre Berufung in der Raku-Keramik, einer jahrhundertealten japanischen Brenntechnik, gefunden hat. Für alle ihre Anfertigungen braucht es nicht nur viel Zeit und Material, sondern vor allem besonders viel Erfahrung im Handwerk. "Am Anfang haben wir beide ein halbes Jahr lang nur Lehrgeld bezahlt", lacht Haaser, als sie sich an ihre künstlerischen Anfänge erinnert. Schließlich fertigen die beiden keine Serienprodukte an, jedes Stück ist ein echtes Unikat.

Raku-Keramik ist eine Jahrhunderte alte Japanische Brenntechnik, die Elisabeth Haaser aus Bischofshofen beherrscht.
  • Raku-Keramik ist eine Jahrhunderte alte Japanische Brenntechnik, die Elisabeth Haaser aus Bischofshofen beherrscht.
  • Foto: Haaser
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Heuer ohne "Laufkundschaft"

Die Bischofshofenerin und ihr oberösterreichischer Lebensgefährte haben zwar eine Website und richten derzeit auch einen Online-Shop ein, die Menschen zu erreichen fällt aber dennoch schwer, weil die "Laufkundschaft" heuer fehlt.

"Es gibt kein Schmökern und kein Durchschauen an Ständen, vor allem fehlt jetzt aber allen Künstlern die Erreichbarkeit."

Bei ihrem persönlichen Lieblingsadventmarkt im Kongresshaus kennt Haaser viele Individualisten, die heuer alle vor demselben Problem stehen. "Keiner weiß, was er tun soll. Gerade im ersten Lockdown im Frühjahr haben viele die Zeit intensiv genützt, um ihrem künstlerischen Schaffen nachzugehen", so Haaser. Sie bedauert, dass all das heuer keine Abnehmer finden könnte: "Diejenigen, die ganzjährig und hauptberuflich künstlerisch tätig und auf Märkten unterwegs sind, trifft es heuer besonders hart, weil die wichtigste Verkaufsmöglichkeit für ihre Arbeiten wegfällt."
Was Haaser und Mink an den heimischen Adventmärkten lieben? "Die Märkte leben von den Persönlichkeiten und den sozialen Kontakten, nicht von der beinharten Geschäftswelt."

"Keiner weiß, was er tun soll. Gerade im ersten Lockdown im Frühjahr haben viele die Zeit intensiv genützt, um ihrem künstlerischen Schaffen nachzugehen", wissen Sepp Mink und Elisabeth Haaser.
  • "Keiner weiß, was er tun soll. Gerade im ersten Lockdown im Frühjahr haben viele die Zeit intensiv genützt, um ihrem künstlerischen Schaffen nachzugehen", wissen Sepp Mink und Elisabeth Haaser.
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