Emotionale Momente
Skilegenden teilten in Werfenweng ihre Erinnerungen und Erfolgsrezepte

Die symbolische Holzkette erzählt eine Geschichte von Zusammenhalt, Erinnerung und Tradition und verbindet die Herzen von damals mit denen von heute. | Foto: Christian Amtmann
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  • Die symbolische Holzkette erzählt eine Geschichte von Zusammenhalt, Erinnerung und Tradition und verbindet die Herzen von damals mit denen von heute.
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WERFENWENG. Unter dem Motto „Schilegenden im Gespräch“ wurde Werfenweng kürzlich zum Treffpunkt österreichischer Sportgeschichte. Mit Edith Zimmermann, Heidi Zimmermann, Traudl Reinstadler, Christl Staffner, Brigitte Seiwald und Christina Ditfurth waren jene Frauen zu Gast, die den alpinen Schisport über viele Jahre hinweg geprägt und hautnah miterlebt haben. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, den spannenden Erzählungen der ehemaligen Spitzensportlerinnen zu lauschen und einen faszinierenden Einblick in die Geschichte des Skirennsports zu erhalten.

Unvergessliche Momente

In einer lockeren und zugleich sehr persönlichen Gesprächsrunde blickten die Schilegenden auf ihre beeindruckenden Karrieren zurück und ließen das Publikum an ihren Erfahrungen teilhaben. Dabei standen nicht nur sportliche Erfolge im Mittelpunkt, sondern vor allem die Geschichten, die sich hinter Medaillen, Pokalen und großen Erfolgen verbergen. Die ehemaligen Rennläuferinnen berichteten von ihren ersten Schritten auf Skiern, von intensiven Trainingseinheiten und von den Herausforderungen, die der Spitzensport damals mit sich brachte. Besonders eindrucksvoll waren die Schilderungen aus einer Zeit, in der der alpine Skisport noch weit weniger professionalisiert war als heute. Moderne Trainingszentren, umfangreiche Betreuerteams oder hochentwickelte Materialtechnik standen damals nicht in jenem Ausmaß zur Verfügung, wie es heute selbstverständlich ist.

Leidenschaft statt Preisgeld

Ein Thema, bei dem sich alle Gesprächsteilnehmerinnen einig waren, war die grundlegend andere Situation im Rennsport ihrer Zeit. Preisgelder, wie sie heute im internationalen Skisport üblich sind, gab es damals nicht. Die Athletinnen erhielten ihre Ausrüstung kostenlos, zudem wurden Reisen und Wettkampfteilnahmen finanziert. Persönliche finanzielle Gewinne konnten jedoch kaum erzielt werden. Gerade deshalb wurde deutlich, wie groß die Leidenschaft für den Sport damals war. Alle Schilegenden betonten, dass sie ihre Rennen nicht wegen finanzieller Anreize bestritten hätten, sondern aus purer Freude am Skifahren und aus Begeisterung für den Wettkampf. Diese Leidenschaft sei ihrer Meinung nach auch ein wesentlicher Faktor für ihre Erfolge gewesen. Als wertvollen Rat für die nächste Generation von Rennläufern gaben die ehemaligen Athletinnen daher mit auf den Weg, die Freude und Begeisterung für den Sport niemals aus den Augen zu verlieren. Ehrgeiz und Leistungswille seien wichtig, doch die Liebe zum Skisport bilde die Grundlage für nachhaltigen Erfolg.

Edith Zimmermann und Olympia

Besonders emotional wurde es, als Edith Zimmermann auf die Höhepunkte ihrer Karriere zurückblickte. Auf die Frage nach ihrem schönsten Moment musste sie nicht lange überlegen.

"Für mich war die Siegerehrung bei den Olympischen Winterspielen 1964 in Innsbruck der bedeutendste Augenblick in meiner gesamten Laufbahn. Noch heute erinnere ich mich an die besondere Atmosphäre, die Begeisterung der Zuschauer und die überwältigenden Gefühle während der Medaillenzeremonie. Dieser Moment war für mich zutiefst emotional gewesen und habe einen bleibenden Platz in meinem Herzen"
Edith Zimmermann die Olympia Zweite von Innsbruck. | Foto: Christian Amtmann
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,so Zimmermann. Die Besucherinnen und Besucher lauschten aufmerksam an diesen historischen Augenblick des österreichischen Skisports.

Aus Tenneck stammende Christina Ditfurth

Auch Christina Ditfurth gewährte den Gästen sehr persönliche Einblicke. Die ehemalige Skirennläuferin wuchs in Tenneck auf und lebt heute in Australien. Obwohl sie mittlerweile auf der anderen Seite der Welt zuhause ist, verbindet sie nach wie vor eine starke Verbundenheit mit ihrer Heimat.

"Wenn ich ein oder zweimal im Jahr nach Österreich zurückkehre, freue ich mich jedes Mal aufs Neue über die Schönheit unserer Heimatregion. Es sei für mich immer wieder etwas Besonderes, die vertrauten Berge, die Landschaft und die Menschen wiederzusehen"
Tenneck war die Heimat von Christina Ditfurth. Dort verbrachte sie ihre Kindheit. | Foto: Christian Amtmann
  • Tenneck war die Heimat von Christina Ditfurth. Dort verbrachte sie ihre Kindheit.
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betont Ditfurth.

Erfolg aus erster Hand

Die ehemaligen Spitzensportlerinnen vermittelten dem Publikum eindrucksvoll, welche Eigenschaften notwendig sind, um an die Weltspitze zu gelangen. Disziplin, Ehrgeiz, Durchhaltevermögen und Teamgeist seien unverzichtbare Begleiter auf dem Weg zum Erfolg gewesen. Dabei erinnerten sie sich an intensive Trainingslager, beschwerliche Reisen und oftmals schwierige Rennbedingungen. Gleichzeitig wurde aber auch deutlich, wie stark der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaften war. Viele Freundschaften, die während ihrer aktiven Karriere entstanden, bestehen bis heute und verbinden die ehemaligen Athletinnen noch immer.

Humorvolle Anekdoten

Neben den sportlichen Erinnerungen sorgten zahlreiche persönliche Geschichten und humorvolle Erlebnisse für eine heitere Stimmung im Saal. Die Besucherinnen und Besucher erfuhren Wissenswertes über den Alltag im Rennzirkus, über Begegnungen mit bekannten Sportgrößen und über außergewöhnliche Erlebnisse abseits der Rennpisten.

Ein eingeschworenes Skiteam mit starkem Zusammenhalt. | Foto: Christian Amtmann
  • Ein eingeschworenes Skiteam mit starkem Zusammenhalt.
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Immer wieder wurde herzlich gelacht, wenn die Schilegenden von kuriosen Situationen aus ihrer aktiven Zeit erzählten. Diese authentischen Erinnerungen machten den Abend besonders lebendig und sorgten für eine angenehme und familiäre Atmosphäre.

Wertvolle Botschaften

Im Laufe des Abends wurde deutlich, dass sportliche Erfolge zwar einen bedeutenden Teil ihres Lebens darstellen, Werte wie Kameradschaft, Fairness, Bescheidenheit und gegenseitiger Respekt jedoch weit darüber hinausreichen. Die ehemaligen Sportlerinnen ermutigten junge Menschen, ihre Ziele mit Leidenschaft, Ausdauer und Freude zu verfolgen. 

Erinnerungsstück

Zum Abschluss der Veranstaltung wurde ein ganz besonderes Zeichen der Erinnerung gesetzt. Für das Landesskimuseum Werfenweng wurde von Sepp Habersatter eine kunstvoll aus Holz gefertigte Kette präsentiert. Jede der anwesenden Schilegenden unterschrieb dieses einzigartige Erinnerungsstück mit ihrer persönlichen Signatur. Damit entstand ein wertvolles Andenken, das künftig im Museum an diesen besonderen Abend erinnern wird und gleichzeitig die Leistungen jener Frauen würdigt, die den österreichischen Skisport über Jahrzehnte hinweg geprägt haben.

Die Freude am weißen Sport

Begeisterung für den Schisport lebt weiter Nach dem offiziellen Teil nutzten zahlreiche Gäste die Gelegenheit für persönliche Gespräche, Erinnerungsfotos und Autogramme. Dabei wurde deutlich, welchen hohen Stellenwert die Leistungen dieser Athletinnen bis heute besitzen. Mit langanhaltendem Applaus bedankte sich das Publikum bei Edith Zimmermann, Heidi Zimmermann, Traudl Reinstadler, Christl Staffner, Brigitte Seiwald und Christina Ditfurth für einen abwechslungsreichen, emotionalen und inspirierenden Abend.

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