Arbeitsmarkt im Pongau
Gesundheitswesen ist Jobmotor der Region

Während das Gesundheitswesen weiter wächst, steigt die Arbeitslosigkeit in mehreren Branchen deutlich an. | Foto: smarterpix
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Der Pongauer Arbeitsmarkt im Herbst 2025 zeigt weiterhin ein gemischtes Bild: Während das Gesundheitswesen weiter wächst, steigt die Arbeitslosigkeit in mehreren Branchen deutlich an. Besonders ältere Arbeitnehmer, Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen und Frauen sind stärker betroffen.

PONGAU. Der Pongauer Arbeitsmarkt zeigt sich im Frühherbst 2025 mit Licht und Schatten: Während das Gesundheitswesen weiter wächst, steigt die Arbeitslosigkeit in mehreren Branchen spürbar an. Ende September lag die Arbeitslosenquote im Pongau bei 3,9 Prozent – um 0,3 Prozentpunkte höher als im Vergleichsmonat des Vorjahres.

Gleichzeitig bleibt die Zahl der unselbstständig Beschäftigten mit 38.032 Personen stabil (+0,4 Prozent). Besonders das Gesundheitswesen trägt zu diesem leichten Plus bei: Mit einem Wachstum von 11,9 Prozent auf knapp 3.000 Beschäftigte ist es der stärkste Beschäftigungssektor im Bezirk.

Weniger erfreulich ist laut AMS die Entwicklung in der Herstellung von Waren (-1,8 Prozent), in der Beherbergung und Gastronomie (-0,8 Prozent) sowie im Handel (-0,6 Prozent). Diese Branchen verzeichnen bereits seit Monaten Rückgänge – und spüren die wirtschaftliche Abschwächung besonders deutlich.

Steigende Arbeitslosigkeit bei hoher Dynamik

Die Bewegung am Arbeitsmarkt bleibt groß: Im September meldeten sich 820 Personen neu arbeitslos – ein Plus von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig fanden 332 Menschen eine neue Beschäftigung, das sind 3,8 Prozent weniger als im September 2024.

Insgesamt waren 1.552 Personen beim AMS Bischofshofen als arbeitslos vorgemerkt – 109 mehr als im Vorjahr, was einem Anstieg von 7,6 Prozent entspricht. Besonders betroffen sind Frauen, deren Arbeitslosigkeit um 11,3 Prozent auf 837 Personen zunahm. Bei den Männern lag der Anstieg bei 3,5 Prozent auf 715.

Ein deutlicher Zuwachs zeigt sich in der Altersgruppe 50 plus – hier stieg die Zahl der Arbeitslosen um 12,1 Prozent auf 482 Personen. Auch Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen (+13,2 % auf 394) und Langzeitarbeitslose (+38,5 % auf knapp 200) sind zunehmend betroffen.

Auch Akademiker vermehrt ohne Job

Erstmals fällt auch ein Anstieg bei arbeitslosen Akademikerinnen und Akademikern auf: Ihre Zahl erhöhte sich im Jahresvergleich um 38,5 Prozent auf 90 Personen.
„Auch wenn dieser Anstieg hoch erscheint, so macht der Anteil der Akademiker dennoch nur 5,8 Prozent der insgesamt vorgemerkten arbeitslosen Personen aus“, relativiert Thomas Burgstaller vom AMS Bischofshofen.

Branchen im Wandel

Mit dem Auslaufen der Sommersaison verzeichnet vor allem die Beherbergung und Gastronomie die meisten Arbeitslosen – 492 Personen, ein Plus von 4,5 Prozent. Am stärksten betroffen ist die Herstellung von Waren, wo die Arbeitslosigkeit um 35,6 Prozent auf 137 Personen anstieg. Auch das Verkehrs- und Lagerwesen, das eng mit dem Tourismus verbunden ist, weist mit 42,7 Prozent Zuwachs auf 117 Personen deutliche Anstiege auf.

Stabil zeigen sich hingegen die Arbeitskräfteüberlassung (-4,3 %) und der Bausektor, der bereits seit Monaten leicht rückläufig ist (-8,8 %).

Weniger offene Stellen und Lehrstellen

Der Pongauer Stellenmarkt kühlt sich weiter ab: Ende September waren 970 offene Stellen beim AMS gemeldet – 14,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Besonders im Handel (-27,3 % auf 136) und in der Beherbergung und Gastronomie (-12,9 % auf 242) gingen die Zahlen zurück. Die Arbeitskräfteüberlassung blieb hingegen stabil.

Auch der Lehrstellenmarkt zeigt rückläufige Tendenzen: 29 Lehrstellensuchende (-12,1 %) stehen 223 offenen Lehrstellen (-13,2 %) gegenüber.

Herbst im Zeichen der Berufsorientierung

Um dem Fachkräftemangel und der steigenden Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken, setzt das AMS Bischofshofen auf Berufsorientierung und Ausbildung. Im BerufsInfoZentrum (BIZ) werden Jugendliche und Erwachsene umfassend beraten – von der Lehrstellensuche bis zur Weiterbildung.

Im Herbst stehen mehrere regionale Veranstaltungen auf dem Programm, bei denen das BIZ als Partner der Wirtschaftskammer Pongau, der Schulen und Bildungseinrichtungen vertreten ist. Dazu zählen etwa die „i-star“-Ausbildungsmesse für technische Berufe am 21. Oktober sowie die „Ein Gastein – Lehrlingsmesse“. Ergänzt wird das Angebot durch Workshops für Schülerinnen und Schüler der 7. und 8. Schulstufen in den Pongauer Schulen.

„Die Beratung und Information über Berufs- und Bildungsmöglichkeiten sowie eine umfangreiche Berufsorientierung sind entscheidend, um junge Menschen auf die Anforderungen der Arbeitswelt vorzubereiten und die richtungsweisende Berufswahl zu unterstützen“, betont Arbeitsmarktexperte Thomas Burgstaller.

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