23.06.2017, 15:53 Uhr

Trinkwasser für Krisengebiete

Derzeit wird die Anlage des Roten Kreuzes in Uganda betrieben, um Flüchtlinge zu versorgen. (Foto: Österreichisches Rotes Kreuz)

Ein St. Johanner ist Mitarbeiter der Hilfseinheit für die Trinkwasseraufbereitung des Roten Kreuzes.

Das Landesrettungskommando des Roten Kreuz Salzburg verfügt über eine Hilfseinheit für die Trinkwasseraufbereitung. Kernstück dieser Einheit ist eine Trinkwasseraufbereitungsanlage mit einer maximalen Leistung von 240.000 Liter Reinwasser pro Tag.


So funktioniert's

Mit ihr können also bis zu 10.000 Liter Wasser pro Stunde gereinigt werden. Damit ist eine Versorgung von etwa 15.000 Menschen mit Reinwasser in höchster Qualität möglich. Jede Trinkwasseraufbereitungsanlage besteht aus mehreren Rohwasserbecken für das verunreinigte Wasser, einer Filtereinheit und einem Reinwasserbecken. Verschmutztes Wasser wird in die Rohwasserbecken eingefüllt und mit Chlor, Eisen-III-Chlorid (oder Aluminiumsulfat) und Aktivkohle versetzt. Auf diese Art werden Bakterien getötet, Schwebstoffe gebunden und an den Beckenboden abgesetzt.


Wasser ist Menschenrecht

Der Landesverband Salzburg zählt momentan 14 Mitarbeiter in der Sondereinheit "Trinkwasseraufbereitung", darunter zwei Frauen. Einer davon ist der St. Johanner Philipp Selle. Der 27-jährige Zugsführer war im September 2014 nach den schweren Überflutungen in Bosnien und Herzegovina (Orasje) an der kroatischen Grenze, im Einsatz. "In Bosnien habe ich z.B. Hausbrunnen auf deren Wasserqualität untersucht und Brunnendekontaminationen durchgeführt", berichtet der gebürtige St. Johanner. "Seit diesem Einsatz ist sauberes und sicheres Trinkwasser ein noch höheres Gut geworden, welches wir in unserer Region als viel zu selbstverständlich annehmen. Obwohl der Zugang zu solchem seit einigen Jahren in den Menschenrechten verankert ist, haben immer noch viel zu viele Menschen kaum oder keinen Zugang dazu. Vor allem nach Katastrophen könnte aber sauberes und sicheres Trinkwasser noch schlimmeres verhindern."

Hilfe für Uganda

Derzeit wird die Anlage des Roten Kreuzes in Uganda betrieben, um südsudanesische Flüchtlinge mit Wasser zu versorgen. Täglich werden 600.000 Liter Wasser aufbereitet. "Die Trinkwasseraufbereitung des Roten Kreuzen Salzburg sucht für einen Ausbildungslehrgang ab Herbst Mitarbeiter", erzählt Selle. Interessierte wenden sich an das Rote Kreuz Salzburg.
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