13.10.2016, 15:50 Uhr

Was wir von Indigenen Völkern lernen

Carla de Jesus DIAS, Biologin und Anthropologin für das Brasilienweit tätige Institut für Umwelt und Soziales und Maximiliano Correa Menezes, Koordinator des Dachverbands der Indigenen Organisation des brasilianischen Amazonasgebietes. (Foto: Gemeinde St. Johann)

Vertreter aus dem brasilianischen Amazonasgebiet besuchen Klimabündnis-Gemeinden im Pongau.

"Mit eurer finanziellen Unterstützung konnte eine Regenwaldfläche, die eineinhalb Mal so groß ist wie Österreich, geschützt werden", bedankt sich Maximiliano Correa Menezes vom Volk der Tukano aus dem brasilianischen Amazonasgebiet bei Schülern des Gymnasiums St. Johann. Dabei spricht der Koordinator des Dachverbands der Indigenen Organisation des brasilianischen Amazonasgebietes (COIAB) von allen Klimabündnis-Gemeinden.

Lokal für global

Wie auch Bischofshofen und Werfenweng unterstützt die Bezirkshauptstadt das europaweite Konzept seit 18 Jahren. Mit finanzieller Unterstützung zum Erhalt des Regenwaldes und Maßnahmen zum lokalen Klimaschutz wollen diese Gemeinden den Klimawandel global stoppen. "Das ist nötig, weil der Amazonas für das Klima auf der ganzen Welt wichtig ist," weiß Johann Kandler, von Klimabündnis Österreich.

Flug, Fleisch und fahren

Wie jeder einzelne einen Beitrag zum globalen Klimaschutz beitragen kann, weiß der Fachmann auch: "Vermeiden Sie es zu fliegen, schließen Sie sich zu Fahrgemeinschaften zusammen und essen Sie weniger Fleisch." Denn unser hohe Fleischkonsum und die Verwendung von Biotreibstoff sind unsere größten Klimasünden. "Biobauern und Bauern aus der Region sind davon natürlich ausgenommen. Aber für Sojaplantagen für die Fütterung bei großen Fleischproduzenten werden hektarweise Regenwald abgeholzt", so Kandler.

Von Indigenen Völkern lernen

Maximiliano Correa Menezes und Carla Dias, Biologin und Anthropologin für das Institut für Umwelt und Soziales (ISA) sind im Pongau unterwegs, und überzeugt: "Die Indigenen Völker können euch lernen, wie ihr mit wenigen wichtigen Ressourcen richtig haushaltet – sie zwar nutzt, aber sie auch erhält", so Carla Dias. "Denn mit der Erfahrung, dem Wissen und der Technik gelingt es den Völkern ihre Biodiversität zu erhöhen, während die intensive Landwirtschaft und die Monokulturen hier zum Artensterben geführt haben."

Kleine Erfolge, aber Erfolge

Die beiden Brasilianer wissen, dass Organisation wie die Klimabündnis-Gemeinde, Fair Trade oder sich vegetarisch zu ernähren zwar Tropfen auf den sprichwörtlichen heißen Stein sind, aber für viele einzelne Betriebe, Familien und Gemeinschaften sehr wichtig sind und deren Lebensqualität bereits verbessert haben.
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