Hochwasserschutz
Maßnahmen im Bezirk Reutte bewähren sich

WLV-Leiter Christian Ihrenberger und sein Team sind für das Außerfern zuständig. In Sachen Wildbachverbauung ist die Region besonders herausfordernd.
  • WLV-Leiter Christian Ihrenberger und sein Team sind für das Außerfern zuständig. In Sachen Wildbachverbauung ist die Region besonders herausfordernd.
  • Foto: Reichel
  • hochgeladen von Günther Reichel

Die Verbauungen an den heimischen Wildbächen haben sich beim jüngsten Hochwasserereignis bewährt. Hinschauen, und wo es notwendig ist "nachjustieren", ist aber wichtig, sagt der Leiter der Wildbach- und Lawinenverbauung im Außerfern, DI Christian Ihrenberger.

AUSSERFERN. Früh aufstehen musste Gebietsbauleiter Christian Ihrenberger, als vor wenige Tagen ein riesiges Unwettertief über Teile Europas zog und dessen Auswirkungen auch im Außerfern spürbar waren.

Den ganzen Tag unterwegs

Bereits gegen 6 Uhr machte er sich vergangenen Sonntag auf den Weg, um einen Blick auf Murenabgänge zu werfen und vor allem um die bestehenden Verbauungen zu begutachten. Sein erstes Einsatzgebiet an diesem Tag war der Murenabgang im Lermooser Ortsteil Obergarten, der zur  vorübergehende Sperre der B179 führte.

Siedlungsgebiete nicht betroffen

Im Laufe des Tages "spulte" Ihrenberger dann viele Kilometer im Bezirk ab. Am Ende das Tages konnte er einigermaßen aufatmen: Der Bezirk Reutte war glücklicherweise nicht allzustark betroffen, und wenn, dann Straßen und Wege. Die Siedlungsgebiete im Nahbereich der Wildbäche blieben schadlos. Und die positive Nachricht: "Die Verbauungen hätten sicher noch einiges an Wasser aufnehmen können." Das klingt beruhigend.

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Konzepte funktionieren

Die erarbeiteten und umgesetzten Konzepte funktionieren, stellt der Fachmann fest. "Wir sind auf einem guten Weg. Auch wenn es am Sonntag weiter geregnet hätte, wäre Platz in den Gerinnen gewesen."
Sorglos "zurücklehnen" können sich die Experten der Wildbachverbauung aber zu keinem Zeitpunkt. Die Verbauung von Wildbächen ist ein dynamischer Prozess. Deshalb ist es wichtig, nach Unwettern, bzw. Hochwasserereignissen, die Verbauungen zu begutachten, mögliche Problemstellen zu erkennen und - wo notwendig - nachzujustieren.


Hauptproblem Starkregen und Hagel


Dabei ist Dauerregen gar nicht so sehr das Problem, viel gefährlicher ist kurzfristiger Starkregen: "Da weiß man im ersten Moment nicht, wer betroffen ist. Man kann daher auch keine Hilfskräfte mit Baggern frühzeitig an gefährdete Stellen bringen", erläutert Ihrenberger. Bei Dauerregen kann man  vorbeugende Maßnahmen leichter setzen. 
Noch schlimmer als Starkregen sei Hagel. "Die genauen Gründe kennt man nicht. Wir wissen aber, dass bei Hagel viel mehr Energie im Spiel ist: Beim Auftreffen der Hagelkörner am Boden gibt es einen Verdichtungseffekt, wodurch weniger Wasser in den Boden einsickert."

Großinvestitionen bringen Sicherheit

In den vergangenen Jahren wurden die heimischen Wildbäche fortlaufend verbaut und das Hochwasserrisko damit deutlich verringert. Bund, Land und Gemeinden mussten hohe Millionenbeträge dafür investieren. Ein Ende der Maßnahmen ist nicht in Sicht und ein Ende wird es wohl auch nie wirklich geben.

Bilder machen betroffen

Die Berichte aus Deutschland und anderen vom Hochwasser stark betroffenen Regionen bestätigen Ihrenberger in der geleisteten Arbeit: "Als Fachmann schaut man sich die Bilder, die gezeigt wurden, natürlich mit besonderem Interesse an und macht sich Gedanken, wie wäre es bei uns, wenn wir solche Niederschlagsmengen hätten?", erklärt der Leiter der WLV. Die fachliche Aufarbeitung sei daher für alle, die im Bereich der Gewässerverbauung zu tun haben, von hohem Interesse. Vieles, was beim jüngsten Unwetterereignis passiert ist, sei derzeit unbegreiflich. Ihrenberger:  "So etwas macht  betroffen."

Weitere Informationen aus dem Bezirk Reutte finden Sie unter
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