Fahrgäste als "Laienlieferanten"
Pilotprojekt "Öffi-Packerl" im Innviertel erfolgreich
- Eine Vorführung der "Öffi-Packerl"-Station in Ried im Innkreis.
- Foto: Stadtamt Ried
- hochgeladen von Raphael Mayr
Im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche endete die Pilotphase des oberösterreichweiten Forschungsprojekts "Öffi-Packerl". Das Fraunhofer-Institut möchte damit Fahrgäste zu "Laien-Lieferanten" machen.
RIED, SCHÄRDING. In Ried im Innkreis, Andorf und Schärding wurden drei Paketstationen installiert, die es Fahrgästen ermöglichten, Pakete während ihrer Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln mitzunehmen. Per App können die Personen eine Route auswählen und mit einem QR-Code das Paket scannen, das sie auf ihren Alltags- oder Berufsweg mitnehmen möchten. Nach der Ankunft am Zielort geben die "Laien-Lieferanten" das Packerl an einer Station ab.
In der Testphase konnten bereits mehr als 150 Transporte durchgeführt werden. Das entspricht etwa der täglichen Menge eines Paketzustellers. "Das Projekt hat bewiesen, dass der ländliche Raum großes Potenzial für innovative, nachhaltige Lösungen in der Logistik bietet. Auch abseits der Ballungsräume sind Menschen bereit, durch die Mitnahme von Paketen einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten", betont Projektkoordinator Michael Stockinger von Stockinger Consulting.
"Das System funktioniert"
Unterstützt wurde das Projekt vom Oö. Verkehrsverbund. Die regionalen Vertreter der Gemeinden zogen eine positive Bilanz: In Ried wird der Beitrag zur Nachhaltigkeit betont, in Andorf hob man den regionalen Mehrwert hervor und in Schärding sieht man durch das "Öffi-Packerl" die Möglichkeit, den Lieferverkehr zu reduzieren. Die neuartigen, solarbetriebenen Paketstationen ermöglichen eine sichere Zwischenlagerung ohne Anschluss an das Stromnetz. Benjamin Schwendinger, Projektleiter bei Fraunhofer Austria, sagt: "Wir haben gezeigt, dass das System funktioniert. Somit haben wir die Basis geschaffen, die es ermöglicht, einen umweltfreundlichen Paketransport aufzubauen und alltagstauglich zu machen. Ich hoffe, dass sich ambitionierte Player in der Region finden, die unsere Forschungsergebnisse nutzen und das System in die Praxis umsetzen werden."
Das Projekt "Öffi-Packerl" wurde von Fraunhofer Austria gemeinsam mit der TU Wien, der Österreichischen Post AG, Variocube, GRT Spedition, netwiss, Upstream, den Wiener Linien sowie der Innviertler Malerei Großbötzl umgesetzt. Zusätzlich profitierten sie von einer Förderung des Klimaschutzministeriums.
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