Krankenhaus Ried
Weihnachten auf der Intensivstation

Elisabeth Vielmetti, Koordinatorin des Intensivverbundes des Krankenhauses Ried mit Andreas Hartjes, Facharzt für Anäthesiologie und Intensivmedizin. Ein bisschen Weihnachtsdeko darf auch auf der Intensivstation nicht fehlen.
  • Elisabeth Vielmetti, Koordinatorin des Intensivverbundes des Krankenhauses Ried mit Andreas Hartjes, Facharzt für Anäthesiologie und Intensivmedizin. Ein bisschen Weihnachtsdeko darf auch auf der Intensivstation nicht fehlen.
  • Foto: Krankenhaus Barmherzige Schwestern Ried
  • hochgeladen von Kathrin Schwendinger

Auf der Intensivstation kämpfen sie ums Überleben ihrer Patienten, die Mitarbeiter des Krankenhauses der Barmherzigen Schwestern Ried. Und das täglich, auch an den Feiertagen. Denn Erkrankungen kennen kein Weihnachten. Jetzt mit Covid-19 zeigt sich das umso mehr. Kann dennoch besinnliche Stimmung auf der Intensivstation aufkommen? Und wenn ja, wie? 

RIED. Interne Weihnachtsfeiern wird es heuer keine geben, wie Elisabeth Vielmetti aus der Intensivstation mitteilt. Solche seien aufgrund der Abstandsregeln, die auch in den Pausen gelten, nicht möglich. "Die Mitarbeiter, die Dienst haben, organisieren aber selbst etwas, wie ein besonderes Essen für sich und die Kollegen", sagt sie. Weihnachtsdeko, wie etwa einen Adventkranz, gibt es auf der Intensivstation genauso wie auf den anderen Stationen des Krankenhauses. Allerdings falle diese aufgrund der Flächendesinfektion, die alle vier Stunden gemacht wird, kleiner aus, wie Vielmetti erklärt. Sie ist Koordinatorin des Intensivverbundes am KH Ried, der die anästhesiologische und kardiologische Intensiveinheit sowie die Schlaganfall-Einheit, auch "Stroke Unit" genannt, umfasst. 

30 Pflegekräfte arbeiten normalerweise in diesem Intensivverbund. "Aufgrund der Betreuung der Covid-19-Patienten sind derzeit 20 zusätzliche Pflegekräfte mit entsprechender Ausbildung vom OP und aus anderen Stationen im Einsatz", erklärt Vielmetti. Täglich sind zwölf Pflegepersonen und zwei Bereichshelfer, ein Anästhesist, ein Intensivmediziner, ein Kardiologe und ein Neurologe im Dienst. Nachts sind es acht Pflegekräfte. Bei der Diensteinteilung an den Feiertagen werde laut der Leiterin natürlich darauf geachtet, dass die Mitarbeiter auch ein Privatleben haben und mit ihren Familien feiern können. Aber: "Die Patienten müssen rund um die Uhr betreut werden. Deshalb sind die Mitarbeiter entweder Weihnachten oder Silvester im Einsatz." 

Generell ist die Arbeit im Intensivbereich, Covid-19 geschuldet, derzeit anstrengender als sonst. Vielmetti sagt: "Die Behandlung der Patienten ist sehr zeitintensiv und erfolgt nur mit Schutzkleidung." Auf der Rieder Intensivstation sind zehn Plätze für Covid-19 Patienten vorgesehen. Wieviele davon belegt sind, ändert sich täglich. "Der Arbeitsaufwand bei Intensivpatienten ist an sich schon sehr groß. Und jetzt in Corona-Zeiten hat sich das verdoppelt", sagt dazu Vielmetti auch in einem aktuellen Video, das die derzeitige Arbeitssituation am Krankenhaus Ried zeigt. Mehr dazu unten. 

Um besinnliche Stimmung trotz der angespannten Situation für alle Mitarbeiter des Krankenhauses aufkommen zu lassen, tritt die Krankenseelsorge in Aktion. Diese hat ein Video mit Texten, Musik und einem Krippenspiel mit den Kindern des Kindergarten der Barmherzigen Schwestern Ried gestaltet und stellt es im Intranet den Mitarbeitern zur Verfügung. Außerdem wird in der Krankenhauskapelle täglich um 15 Uhr ein Fenster des Adventkalenders geöffnet: "Unsere Krankenhausseelsorge gestaltet besinnliche 15 Minuten mit dem Entzünden einer Kerze, mit Musik, Texten und Stille", beschreibt Vielmetti. 

Video aus dem Rieder Krankenhaus: "Gemeinsam durch die Pandemie"

"Ich noch nie mit einer so unberechenbaren Erkrankung in 15 Jahren Intensivmedizin konfrontiert worden mit jetzt mit Covid-19. Einfach grauslich", sagt Ute Pachner, Fachärztin für Anästhesie und Intensivmedizin in einem aktuellen Video aus dem Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried. In dem drei Minuten langen Clip kommen mehrere Mitarbeiter des Krankenhauses zu Wort, die die Situation rund um Covid-19 schildern und einen Einblick in ihre Arbeit geben.

"Wir möchten als Krankenhaus auch unsere gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen", erklärt Ulrike Tschernuth, Leiterin der Kommunikation des Krankenhauses, die Intention hinter dieser Videoproduktion. "Der Plan war, einen Beitrag zur Aufklärung und zum Durchhalten der Schutzmaßnahmen zu leisten." 

Kommentar zum Thema von Kathrin Schwendinger: Unsere Helden in der stillen Nacht

Während wir uns unsere Bratwürstel schmecken lassen, können andere von so einem gemütlichen Heiligen Abend nur träumen. Wenn sie dafür überhaupt Zeit finden. Denn beim Kampf um Leben und Tod, wie auf der Intensivstation des Rieder Krankenhauses, gibt's keine Verschnaufpause. Und es sind nicht nur Pflegekräfte und Ärzte, die an den Feiertagen Dienst schieben. Rettungssanitäter stehen in den Rot-Kreuz-Ortsstellen bereit, um im Notfall loszufahren. Feuerwehreinsatzkräfte rücken an, sollte ein Fest einen "feurigen" Ausgang nehmen oder auf den Straßen ein Unfall passieren. Und das für die Allgemeinheit. Für uns. Das Weihnachtsfest eignet sich deshalb besonders gut, einmal Danke zu sagen. Danke für euren unermüdlichen Einsatz. Ihr seid unsere Helden. Nicht nur in der stillen Nacht, sondern auch in jeder anderen.

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