Politikwissenschaftler Peter Filzmaier im Interview
"Die SV Ried ist mein Aufstiegsfavorit, aber..."

Peter Filzmaier
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Das komplette Interview finden Sie auf "Helden des Laufsports".

Peter Filzmaier ist in Österreich jedem bekannt, der sich im Fernsehen gerne Politikanalysen ansieht. Filzmaier ist Politikwissenschaftler und in Zeiten der Ibiza-Affäre und deren Folgen fast täglich im TV zu sehen. Der 52-Jährige war früher ein super schneller Läufer. Im Interview sprechen wir mit dem Wiener über sein erstes Buch „Atemlos“, aber auch darüber, wie ihm der österreichische Ex-Vizekanzler Reinhold Mitterlehner einen Barcelonatrip versaute.

Sie lieben Sport, Ihre Lieblingssportart ist Laufen. Wie hat sich diese Liebe entwickelt?
Das Interesse war immer schon da, aber zum engagierten Volksläufer wurde ich erst durch einen Schiunfall als junger Mann. Da wäre es rechts auf die Piste zurückgegangen und links fünf Meter tief in einen Abgrund. Ich habe mich kopfüber für links entschieden. Eine Fehlentscheidung, die zu schweren Verletzungen beider Ellbogen geführt hat, weil ich instinktiv die Arme über den Kopf gab. Dinge wie Tennis kann ich seitdem nicht mehr machen – also habe ich eine Sportart gesucht, bei der ich nicht beeinträchtigt war. Das war Laufen.

Ihre Halbmarathonbestzeit liegt bei 01:12 Stunden. Waren die 21,1 Kilometer Ihre Lieblingsdistanz?
Hm, das ist eine gute Frage, die ich nicht klar beantworten kann. Denn im Grunde war meine Bestzeit im Halbmarathon nur eine Art Nebenprodukt des Marathontrainings. Meine Versuche eines schnellen Marathons sind kläglich gescheitert. Sicher auch am eigenen Unvermögen, aber einmal an der mörderischen Hitze in Wien und zweimal banal an beruflichen Terminproblemen. Und während man es ja beim Marathon nicht so einfach ein paar Wochen später anderswo wieder probieren kann, ging sich stattdessen ein Halbmarathonstart aus - hier war die Zeit dann ganz in Ordnung.

Stimmt es, dass Sie heute nicht mehr laufen?
Ja. Ich hatte 2018 eine sehr schwere Krankheit. Konkret: Endokarditis. Jetzt bitte nicht googeln, es ist echt nicht schön. Alles wieder gut, doch meine Laufsportzeit ist vorbei. Aber dafür schreibe ich ja nun über Sport und darf vielleicht sogar bald Sportereignisse kommentieren.

Man kennt Sie in Österreich als Politikwissenschaftler. Aber jetzt haben Sie mit „Atemlos“ ein Sportbuch auf dem Markt gebracht, das war für viele dann doch eine Überraschung. Warum ein Sportbuch?
Weil es mir riesigen Spaß gemacht hat, das Buch zu schreiben! Ich hatte mehrere Anfragen von Verlagen für Politikbücher, doch da fehlte mir der zündende Funke. Es wäre für mich alles furchtbar routiniert und erwartbar gewesen: Vom Inhalt bis hin zu den Fragen und Antworten bei der Buchpräsentation. „Atemlos“ war hingegen für mich ein großes Abenteuer voller Emotionen. Deshalb war es das Buch, das ich unbedingt schreiben wollte. Als meine sehr persönlichen Sportgeschichten, wie ich sie erlebt habe. Sei es als Fan mit leuchtenden Augen vor Ort oder mit Familie und Freunden heftig mitfiebernd vor dem Fernsehgerät.

Ihr Traumjob ist eigentlich Fernsehmoderator, richtig? Welches sportliche Großereignis würden Sie gerne moderieren?

Mein Bubentraum war ganz konkret Sportreporter und nicht etwa bloß irgendeine Fernsehsendung moderieren. Aber vermutlich kann ich besser parallel zu einem professionellen Reporter oder nachher meinen Senf dazugeben. Also sollte ich eher kommentieren und analysieren statt nur live zu berichten. Da wären für mich natürlich Marathons sowie Olympische Spiele und ein bisschen Fußball besonders spannend.

Sie sind Fan des FC Barcelona. Waren Sie schon einmal im „Camp Nou“?
Leider nur einmal vor Jahrzehnten. Zuletzt wollte ich im Jahr 2017 unbedingt hin. Alles war fix organisiert, Flüge und Hotel längst gebucht. Dann ist genau in dieser Woche der damalige Vizekanzler Reinhold Mitterlehner zurückgetreten und es kam zu Neuwahlen, also musste ich alle Reisepläne verfallen lassen …

Bleiben wir beim Fußball, allerdings nicht auf Barcelona-Niveau. Wer ist für Sie der Aufstiegsfavorit in der zweithöchsten österreichischen Spielklasse? Die SV Ried oder Austria Klagenfurt?

Oje, ist das eine Fangfrage, damit ich nun entweder in Oberösterreich oder in Kärnten möglichst viel Ärger bekomme? Na gut: Gefühlsmäßig die Rieder. Aber im Prinzip ist mein Tipp für die Klagenfurter eine gute Nachricht: Denn nicht nur, dass meine Erfolgsquote beim Tippen allgemein eher schlecht ist – gerade vermeintlich todsichere Favoritentipps von mir führen meistens zu einem Favoritensterben.

Wenn Sie nicht gerade die Aussagen von Sebastian Kurz und co. analysieren, oder sich Sport im Fernsehen anschauen, was machen Sie dann?

Auf jeden Fall möglichst alles lesen, was ich in die Finger kriege. Von Zeitungen über Fachzeitschriften bis zu jede Menge Bücher. Wobei ich als Wissenschaftler die Unsitte habe, manches sozusagen nur „querzulesen“. Dafür gibt es auch viele Romane, die ich immer wieder lese.

Letzte Frage: Sind Sie schon einmal auf Ibiza laufen gewesen?
(lacht) Nein, aber im Lauf der Jahre tausende Kilometer auf Mallorca.

Peter Filzmaier
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