19.11.2016, 19:43 Uhr

Advent - Zeit der Ruhe und Familie

Viele Menschen suchen bewusst die Stille und die besondere Stimmung der vorweihnachtlichen Gottesdienste. (Foto: Helmut Peham)
Der Advent regt viele Menschen zum Nachdenken an. Eine Zeit der Ruhe und Besinnlichkeit kehrt ein.

ANTIESENHOFEN. Stefan Mitterhauser, Pfarrer von Antiesenhofen, spricht über Religion, den Advent und seine Eindrücke zum heiligen Fest.

Woher stammt der Begriff "Advent" und aus welchem Grund wir er bei uns gefeiert?
Stefan Mitterhauser: Das Wort Advent heißt Ankunft. In vorchristlicher Zeit war damit die Ankunft des Herrschers gemeint. Das Christentum verwendete dieses Wort für die Ankunft Jesu Christi, des wahren Herrschers dieser Welt. Advent ist also eine Zeit der Vorbereitung auf Weihnachten.

Welche Bedeutung haben die vier Adventsonntage?
Waren es anfangs sechs Wochen, so hatte man sich schließlich in der römischen Kirche auf vier Adventsonntage geeinigt. Vier ist eine kosmische Zahl und bedeutet die vier Himmelsrichtungen. Christus ist das Licht für die ganze Welt und schließlich des ganzen Kosmos. Die vier Kerzen, welche nach und nach entzündet werden, sollen uns hinweisen, dass wir Christen auf Christus, das Licht dieser Welt zugehen.

Hat der Advent, mit all seinen Bräuchen, in den vergangenen Jahren eigentlich einen starken Wandel durchlaufen?
Verschiedene Bräuche haben sich im Advent entwickelt, wie etwa die Barbarazweige. Diese werden am 4. Dezember geschnitten und in der Wohnung aufgestellt. Mit ein wenig Glück, erblühen diese am Weihnachtstag. Licht war vor der „elektrischen“ Zeit kostspielig, aber die Vertreibung der Dunkelheit im Dezember hat immer eine positive Wirkung auf unser Gemüt. Daneben gibt das Martinsfest, insbesondere für Kinder, einen weiteren Hinweis auf das Licht - in Form einer Laterne.

Der Advent spielt ja viele Farben. Haben diese aber auch eine besondere Bedeutung?
Die Farben sollen Charakter und Stimmung kirchlicher Riten ausdrücken und unterstreichen. Die liturgischen Farben des Advent sind Violett. Diese Farbe ist ein Sinnbild für den Übergang und die Verwandlung. Der dritte Adventsonntag - dem Sonntag Gaudete, was soviel bedeutet wie "Freude" - hat die Farbe Rosa. Ebenso die liturgischen Gewänder.

Warum denken Sie, daß die Kinder viel mehr schon eher an den Weihnachtsmann als an das Christkind glauben?
Der Weihnachtsmann ist eine Erfindung der Werbung. Er macht, dem schon fast armseligen Christkind in der Krippe, mächtig Konkurrenz. Da wird sich wohl jeder Einzelne zum Kern von Weihnachten einmal Gedanken machen müssen und wird erkennen, warum wir dieses Fest überhaupt feiern.

Wie verbringen Sie eigentlich das Weihnachtsfest? Bleibt Ihnen, neben Ihrer Arbeit in der Kirche, auch noch genügend Zeit für Privates?
Was mich als Pfarrer angeht, so feiere ich gerne mit den Gläubigen in der Kirche die Weihnachts-Gottesdienste. Mehr Freizeit gibt es dann nach der Sternsingeraktion. Allein die Lesungen im Advent und an den Feiertagen, sind für mich die wichtigste Einstimmung auf Weihnachten. Sie beinhalten die Sehnsucht der Menschheit nach Erlösung, die wir uns nicht selber schenken können, sondern die wir von Gott erwarten. Die Weihnachtsfeiertage verbringe ich zuerst in der klösterlichen Gemeinschaft und etwas später bei meinen Verwandten. Das schönste Weihnachtslied für mich ist “Stille Nacht, Heilige Nacht“.


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