02.10.2014, 09:42 Uhr

Alle Jahre wieder: der Equal Pay Day

Barbara Huber, SPÖ-Bezirksfrauenvorsitzende, setzt sich für die Gleichstellung von Frauen ein. (Foto: SPÖ)

Im Bezirk Ried fällt der Equal Pay Day, der Tag der Einkommensgleiche, auf den 2. Oktober.

BEZIRK. "Von gleichem Lohn für gleichwertige Arbeit sind wir noch immer meilenweit entfernt", erklärt SPÖ-Bezirksfrauenvorsitzende Barbara Huber. Im Bezirk Ried beträgt der Einkommensnachteil von weiblichen Beschäftigten gegenüber ihren männlichen Kollegen 24,8 Prozent. De facto arbeiten Frauen ab dem 2. Oktober bis zum Jahresende unentgeltlich. Denn mit 2. Oktober haben die Männer im Bezirk bereits so viel verdient, wir ihre weiblichen Kolleginnen erst am Jahresende. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Einkommensschere im Bezirk zwar um 1,39 Prozent ("umgerechnet" fünf Tage) verkleinert, benachteiligt sind Frauen aber nach wie vor. Eine Tatsache, die vor allem im Alter zum Problem werden kann. "Schlussendlich wirken sich die geschlechtsspezifischen Unterschiede massiv bei der Pensionshöhe aus. Bekommt ein Mann durchschnittlich 1845 Euro Pension, muss eine Frau mit 945 Euro durchschnittlich auskommen – alleinstehende Frauen werden damit an den Rand der Armut gedrängt. Was die Einkommensnachteile noch mit sich ziehen: Frauen sind im Vergleich zu Männern mehrfach armutsgefährdet", weiß Huber.

"Ronja verdient mehr"
Mit einer interaktiven Homepage macht das Jahoda-Bauer-Institut darauf aufmerksam, dass viele Frauen im 21. Jahrhundert noch immer nicht die gleichen Chancen und Möglichkeiten wie Männer haben. So veranschaulicht der Lebenslauf einer fiktiven Figur namens Ronja, wo es genau hakt: von unzureichenden Kinderbetreuungsplätzen für Unter-Dreijährige, über die bereits vorhandenen Gehaltsunterschiede beim Berufseinstieg bis hin zur Tatsache, dass noch immer Welten zwischen Männern und Frauen liegen, wenn es um die Pensionshöhe geht. Mehr Infos dazu gibt es auf www.ronja-verdient-mehr.at

Mindestlohn und Einkommenstransparenz
Arbeit von der jede Frau leben kann, bedingt unter anderem einen Mindestlohn von 1500 Euro – eine zentrale Forderung der SPÖ-Frauen Oberösterreich. Fehlende Kinderbetreuungsplätze drängen viele Frauen ungewollt in Teilzeitarbeit und prekäre Beschäftigungsverhältnisse – die SPÖ-Frauen verlangen einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz. Einkommenstransparenz auch für Betriebe mit unter 150 Mitarbeitern verhindert ungerechte Lohnunterschiede. Mehr Väter in Karenz erleichtert die Berufsunterbrechung. "Es geht um Gerechtigkeit und Rechtsansprüche für Frauen", so Huber.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.