Steinerne Hochzeit in Julbach
So haben Hermine und Ernst Reifenauer 67,5 Jahre Ehe gemeistert
- Ernst und Hermine Reifenauer sind seit fast sieben Jahrzehnten verheiratet.
- Foto: MeinBezirk Rohrbach/Schütz
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Vor fast sieben Jahrzehnten gaben sie sich das Ja-Wort: Hermine und Ernst Reifenauer sind seit 67,5 Jahren verheiratet und feierten im Frühjahr die Steinerne Hochzeit. In dieser langen Zeit haben die Julbacher einiges erlebt und überstanden, Problemen getrotzt und viele schöne Erinnerungen gesammelt.
JULBACH. "Am 15. Juni 1957 haben wir uns kennengelernt. Sechs Wochen später, am 27. Juli, das war an meinem Geburtstag, folgte schon die Verlobung", erzählt Hermine Reifenauer über die Anfänge mit ihrem Ernst. Die heute 88-Jährige stammt ursprünglich aus dem Bezirk Bruck an der Leitha in Niederösterreich. Dort absolvierte ihr künftiger Mann den Wehrdienst. "Eines Abends bin ich mit einer Freundin und ihren Brüdern zu einem Tanzabend gegangen, wo auch vier Burschen in einer Bundesheeruniform waren. Ernst und ich haben immer wieder zueinander geschaut, bis er mich zum Tanzen geholt hat. Dann bin ich nicht mehr von ihm weggekommen", berichtet Hermine lächelnd. Die Gruppe Jugendlicher wechselte das Lokal und im Anschluss begleitete Ernst seine neue Bekanntschaft nach Hause. "Von da an haben wir uns regelmäßig gesehen."
- Hermine und Ernst Reifenauer sind 67,5 Jahre verheiratet
- Foto: Josef Schopper
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Zurück zu den Wurzeln
Schnell waren die beiden verlobt. Die Hochzeit folgte etwa eineinhalb Jahre später. Einen Antrag auf den Knien gab es nicht. "Damals wäre das Knien aber noch leichter gegangen", erzählt der heute 90-Jährige lachend. Zwei Jahre haben die beiden in Hainburg an der Donau gewohnt und gearbeitet. Dann folgte der Umzug in die Heimat von Ernst: Julbach. "Das war am Pfingstsamstag", erinnern sich die Reifenauers noch genau. "Der Weg war sehr beschwerlich, schließlich gab es keine gescheiten Straßen."
Die Julbacher schenkten ihren drei Töchtern Monika, Christl und Susi das Leben. Dazu kamen im Laufe der Jahre acht Enkel und 13 Urenkel. "Das Mama- und Papa-Werden zählt auf jeden Fall zu den schönsten Ereignissen in unserem Leben." Urlaube, unter anderem auf Teneriffa, Österreich, Ungarn oder Italien, behalten die beiden ebenfalls in guter Erinnerung.
Fast sieben Jahrzehnte inklusive Höhen & Tiefen
67,5 Jahre sind vergangen, seitdem sich die Reifenauers das Ja-Wort gegeben haben. So feierten sie im Frühjahr ein besonderes Jubiläum: die Steinerne Hochzeit, zu der auch Landeshauptmann Thomas Stelzer gratulierte. Doch wie schafft man es, das Leben fast sieben Jahrzehnte mit dem gleichen Ehepartner zu teilen? "Wir haben natürlich auch gestritten und es gab immer wieder mal Ungereimtheiten, wie in jeder Beziehung und in jeder Ehe. Wichtig ist es jedoch, Kompromisse zu finden und nicht immer den eigenen Willen durchsetzen zu wollen. Man muss Lösungen finden und miteinander arbeiten, nicht gegeneinander", erklärt Hermine. Ernst nickt bestätigend und ergänzt: "Jeder muss mal zurückstecken, sonst funktioniert es nicht."
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Das Paar betont auch, nicht nachtragend zu sein und nicht gleich aufzugeben, wenn es nicht so funktioniert, wie man es vielleicht gerne hätte. "Jeder hat Fehler. Man muss lernen, damit umzugehen. Denn deinen Partner kannst du ohnehin nicht ändern", sagt die 88-Jährige. Von großer Bedeutung sei es auch, mit dem zufrieden zu sein, was man hat. "Wer immer mehr und mehr oder etwas Besseres will, wird nie glücklich werden", betont Ernst.
Jeden Tag in der Werkstatt
Neben seiner Hermine bereitet ihm mit 90 Jahren auch immer noch das Drechseln und Schnitzen große Freude, wie unschwer zu erkennen ist: Das ganze Haus ist mit selbstgemachten Holzstücken dekoriert, darunter die eine oder andere Madonna, Figuren oder Blumen. Es gibt keinen Tag, an dem Ernst nicht in der Werkstatt ist und an seinem nächsten Stück arbeitet. "Das ist einfach sein Hobby, das ihm sehr viel Spaß macht und ihn gleichzeitig fit hält. Und ich freue mich auch sehr, wenn er ein Stück speziell für mich anfertigt. Das Besondere an Holzblumen ist, dass diese nicht verwelken. So kann ich sie auch in den nächsten Jahren noch betrachten und mich über sie erfreuen."
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