Momente einfangen und weiterdenken: Annika Höller veröffentlicht zweites Buch
Ein Leben ohne Schreiben könnte sich die 29-jährige Autorin nicht vorstellen. Im Juli hat sie ihr zweites Buch veröffentlicht.- Foto: Foto: Diseinerei
- hochgeladen von Annika Höller
In ihrem zweiten Buch lässt die Rohrbach-Berger Autorin den Leser noch tiefer in ihre Seelenwelt blicken.
ROHRBACH-BERG (hed). Zwei Jahre nach dem Erscheinen ihres Gedichtbandes „Wortgef(l)echte“ hat Annika Höller ihr zweites Buch „Momentaufnahmen“ veröffentlicht. In Kurzgeschichten und Gedichten behandelt sie die Themen Liebe, Glück und Nähe, aber auch Angst, Zweifel und Reue. Tatsächlich Erlebtes vermischt sich in ihren Texten mit Erfundenem. Die BezirksRundschau befragte sie.
Nach Gedichten überraschen Sie nun mit Kurzgeschichten. Eine Trendwende?
Lyrik war mein erster Zugang zum Schreiben, Gedichte waren eben mein Ausgangspunkt und sind nach wie vor mein Anker. Versuche in Richtung Prosa hat es aber daneben immer mal gegeben. Nach dem ersten Buch hab ich vermehrt Gefallen an dieser Form gefunden, weil sie – frei von Rhythmik und Versstrukturen – mehr künstlerischen Spielraum zulässt. Man kann Dinge freier ausdrücken. Daher denke ich auch, dass mein zweites Buch noch ehrlicher und berührender ist.
Nicht nur von glücklichen Momenten schreiben Sie in ihren „Momentaufnahmen“, sondern auch von den dunklen Seiten des Lebens?
Ich betrachte das Leben als Ganzes. Es besteht nicht nur aus positiven Elementen, sondern auch aus dunklen. Beides hat seine Berechtigung. Wir sollten nicht nur die glücklichen Momente schätzen, sondern auch die schwierigen, die uns weiterbringen und verändern. Kontraste charakterisieren daher auch mein Schreiben.
Ist Traurigkeit dabei ein zentrales Thema?
Ich persönlich suche bewusst auch das Alleinsein. Besonders in der Natur halte ich mich gerne alleine auf. Ich lasse Traurigkeit also zu, melancholische Elemente spielen daher in meinem Leben und in meinen Büchern eine tragende Rolle.
Was bedeutet Schreiben für Sie generell?
Ich plane mein Schreiben nicht, sondern ich schreibe eben über das, was mich bewegt. Dabei verarbeite ich oft Erlebtes oder spinne Gedanken und Träume weiter. Auch Literatur inspiriert mich. Schreiben befreit mich irgendwie. Ein Leben ohne Schreiben kann ich mir nicht vorstellen.
Sie sind auch Redakteurin bei der BezirksRundschau. Beeinflusst das Ihren Stil?
Journalistisches und literarisches Schreiben sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. Mein Schreibpensum generell hat sich dadurch aber natürlich vervielfacht, man ist ständig in Übung und findet heraus, was einem stilistisch liegt. Ich liebe zum Beispiel Metaphern.
Gibt es Pläne für die Zukunft?
Ja, ich schreibe an einem dritten – wieder ganz anderen – Buch. Ich brauche immer ein Projekt.
Zur Sache
• "Wortgef(l)echte" (Easy-Media, 15,50 Euro) und "Momentaufnahmen" (Innsalz, 17,50 Euro) gibt es bei der Autorin, bei den Verlagen und über Plattformen wie amazon und thalia.
• Höller ist mit ihren Büchern auch am Bergerkirtag am 10. September vertreten.
• Am Mittwoch, 18. Oktober, 19 Uhr, liest sie zusammen mit Autorin Ida Leibetseder ("Lotosblüten") im Frauennetzwerk Rohrbach (Stadtplatz 16/2).
• Mehr auf ihrer Facebook-Seite: Annika Höller.
Aktuelle Nachrichten aus Rohrbach auf
Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.