Zum Üben wenig Zeit: Einsatz während Übung im Brandcontainer

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ROHRBACH-BERG, OEPPING (anh). Im Ernstfall – bei Bränden, Verkehrsunfällen oder Rettungsaktionen – bleibt keine Zeit zum Nachdenken. Feuerwehrmitglieder müssen daher die Abläufe bei solchen gefährlichen Ereignissen so gut es geht verinnerlicht haben. Regelmäßige Übungen sind daher unabdinglich. Eine besondere Übungstätte, um Brandvorgänge noch besser verstehen zu können und im Ernstfall die richtigen Schlüsse zu ziehen, haben sich die Rohrbacher Florianis diesen Sommer geschaffen. Die Rede ist von ihrer neuen Brandcontaineranlage in Hehenberg. Der aus drei Seecontainern bestehende Komplex löst den alten 20-Fuß-Container bei der Kläranlage ab und wurde in Eigenregie mit Unterstützung der Gemeinde sowie des Bauhofes errichtet. "Hier können Schulungen abgehalten und Einsätze trainiert werden – eine wahre Bereicherung für uns", erklärt Kommandant Martin Wakolbinger.

Von der Übung zum Einsatz

Mit einer Einsatzübung, unter der Leitung von Gruppenkommandant Patrick Ganser, sollte die Anlage eingeweiht werden. Dafür wurde ein Wohnhausbrand mit zwei vermissten Personen simuliert. Die Kameraden rückten mit zwei Kommandofahrzeugen und einem Tanklöschfahrzeug aus und wurden von einem aufgeregten Nachbarskind empfangen. Zudem waren Schreie aus der Containeranlage zu hören, die mittels eines Funklautsprechers eingespielt wurden. Sofort wurde die Wasserversorgung hergestellt, es wurden Atemschutztrupps gebildet, Notarzt und Polizei alarmiert und mit dem Innenangriff begonnen. Auch der Umgang mit den Medien wurde trainiert und so musste Einsatzleiter Martin Wakolbinger auch eine Redakteurin der BezirksRundschau vor Ort in Zaum halten. Die bald gefundene, erste vermisste Person wurde ins Freie gebracht und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes betreut. Dann begab sich der Atemschutztrupp auf die Suche nach der weiteren Person.
Dass Florianis aber auch während Übungsszenarien immer auf der Hut sein müssen, weil Ernstfälle nun mal nicht vorhersehbar sind, erfuhren die Kameraden an diesem Tag am eigenen Leib. Mitten unter der Einsatzübung – um 19.31 Uhr – wurden sie nämlich zu einem tatsächlichen Einsatz, einem Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person, im Bereich der Grillkreuzung in Oepping alarmiert. Zwei Pkws waren zusammengestoßen. Mit den drei zur Übung angerückten Fahrzeugen machten sie sich gleich auf den Weg zum Unfallort, wo sie bereits von der Feuerwehr Oepping empfangen wurden. Schon bei der Anfahrt konnte Entwarnung gegeben werden. Der Einsatz des hydraulischen Rettungsgerätes der Feuerwehr Rohrbach war nicht mehr erforderlich, genauso wenig wie weitere Einsatzkräfte. (Hier gehts zum Unfallbericht: http://www.meinbezirk.at/rohrbach/lokales/zwei-pkws-stiessen-an-der-grillkreuzung-zusammen-d1835586.html). Laut Kommandant Martin Wakolbinger kommt es etwa alle zwei Jahre vor, dass Übungen wegen tatsächlichen Einsätzen unterbrochen werden müssen.

Realistisches Szenario

In diesem Fall konnten die Florianis aber erfreulicherweise nach wenigen Minuten zum Brandcontainer zurückkehren, um dort die Nachbesprechung abzuhalten. Bei der Übung hatte die Anfahrtszeit etwa vier Minuten betragen und 17 Minuten waren bis zur Personenrettung verstrichen. Die Einsatzleitung hatte bis auf eine Verbesserungsmöglichkeit in puncto Abluftöffnung nichts zu beanstanden. "Da wir die Räumlichkeiten vorher noch nicht gekannt hatten, war der Einsatz umso realistischer und wir mussten uns zu Beginn erst einmal orientieren", war Kommandant-Stellvertreter Markus Hurnaus begeistert von der Übung. Weiteren Trainings, Schulungen und Vorbereitungen im Brandcontainer steht also nichts mehr im Wege.

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