07.09.2014, 16:30 Uhr

Aus zwei mach eins: Aigen-Schlägl

Die Gemeindegrenzen zwischen Aigen und Schlägl sind gefallen. Aus zwei Gemeinden wird eine: Aigen-Schlägl.

Bevölkerung stimmte eindeutig für eine gemeinsame Zukunft als eine Gemeinde.

AIGEN-SCHLÄGL (wies). 84,22 Prozent der Schlägler und 90,88 Prozent der Aigner stimmten für eine Zusammenlegung der beiden Gemeinden. "Das zeigt uns, dass die Zusammenlegung der beiden Gemeinden längst überfällig war", sagt Schlägls Bürgermeisterin Elisabeth Höfler. "Wir gehen gemeinsam in eine gute Zukunft." In ihrer Gemeinde Schlägl lag die Wahlbeteiligung bei 77,08 Prozent. 694 SchläglerInnen (84,22 Prozent) stimmten für die Fusion, 128 (15,53 Prozent) dagegen. Zwei ungültige Stimmen wurden abgegeben. In Aigen kamen 68,69 Prozent der Wahlberechtigten zur Abstimmung. 90,88 Prozent (997 Wahlberechtigte) stimmten für eine Zusammenlegung, 8,66 Prozent (95 Wahlberechtigte) dagegen.
"Aigen-Schägl, das Tor zum Böhmerwald, hat sich heute aufgetan und ist größer geworden", sagt Aigens Bürgermeister Herbert Kern. Er bezeichnete das Ergebnis als großartig und als Auftrag, gemeinsam einen Nutzen für die Bürger daraus zu machen. "Die Bürger haben großen Mut bewiesen. Man kann keine Reformen verlangen und selbst keinen Beitrag dazu leisten."

Rückendeckung für PolitikerIn
"Die Bevölkerung gibt uns mit dieser Abstimmung jene Rückendeckung, die wir uns erhofft haben", bringt es Höfler auf den Punkt.
Die externe Begleiterin des Prozesses, Gerlinde Stöbich, sieht das Beispiel Aigen-Schlägls als zukunftsweisend für andere Gemeinden in Oberösterreich. "Jetzt können Synergien zielgerichtet eingesetzt werden. Als gemeinsame Gemeinde kann man der Abwanderung entgegenwirken, die Daseinsvorsorge erhalten, das Bürgerservice verstärken und Tourismusmarketing betreiben. Mit der Fusion können etwa 100.000 Euro eingespart werden, die in der Zukunft der Bevölkerung zugute kommen werden. "Geld, das in die zukünftige Entwicklung fließt", betont Stöbich.
Beispielsweise durch ein besseres Bürgerservice, auch durch den Ausbau der Internetangebote, die Verbesserung der Beleuchtung, Verbesserungen des Winterdienstes und weiteren Aktionen.

Wie geht es weiter?
Nach dem positiven Ausgang der Volksbefragung müssen sich die beiden Gemeinden laut Wahlrecht bis spätestens 31. Mai 2015 auflösen. Ab diesem Zeitpunkt übernimmt bis zur Gemeinderats- und Landtagswahl im September 2015 ein vom Land OÖ beauftragter Kommissär die Leitung der gemeinsamen Gemeinde. Dieser wird ab diesem Zeitpunkt von den Gemeindevorständen der beiden Gemeinden als Beirat unterstützt. Vor Auflösung beider Gemeinderäte sind jedenfalls geplante Bauprojekte inklusive Finanzierung zu beschließen, um einen Stillstand in der Weiterentwicklung der gemeinsamen Gemeinde in dieser Zeit zu vermeiden.

Aigen-Schlägl neu:
Aigen-Schlägl neu:
Die Gemeinde hat zukünftig etwa 3500 Einwohner und ist die zweitgrößte (nach St. Martin, 3645 Einwohner).
Mit 46 Quadratkilometern Fläche ist sie auch die zweitgrößte des Bezirks (nach Ulrichsberg, 56,9 km²). Die Gemeinde ist in puncto Finanzkraft die drittstärkste im Bezirk.
Es wird einen Gemeinderat mit 25 Mitgliedern geben. Die Zusammensetzung erfolgt mit Reißverschlusssystem (ausgeglichene Besetzung mit Vertretern beider Gemeinden).
Den Bürgermeister stellt die Gemeinde Schlägl. Elisabeth Höfler wird sich daher bei den Gemeinderats- und Landtagswahlen im Herbst 2015 als VP-Kandidatin aufstellen lassen.


Stimmen aus Aigen:
Altbürgermeister Johann Peter: "Ich habe so eine Freude mit diesem Ergebnis. Wir zwei Herren (Schlägls Alt-Bürgermeister Josef Moser, Anm.) haben das nicht zusammengebracht. Zur Hochzeit gehört halt doch eine Frau."

Maximilan Jauker, Vizebürgermeister Schlägl: Es ist ein richtiger Schritt für die Enwicklung Aigen-Schlägls als familienfreundliche Gemeinde, die Wirtschaft und auch und den Tourismus. Das hat auch die Bevölkerung erkannt. Ich freue mich unvorstellbar über dieses Ergebnis.

Paul Hauer, Vizebürgermeister Aigen: Ich war positiv, dass die Abstimmung in unserem Sinne ausgehen wird, aber mit diesem Ergebnis habe ich nicht gerechnet. Es war eine gute Entscheidung, die für die nächsten Generationen richtungsweisend sind.
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