03.03.2017, 09:58 Uhr

Grünes Licht für neue Mühlkreisbahn

Der geplante Diesebetrieb erlaubt die Einbindung der Mühlkreisbahn bis Aigen-Schlägl auch in Zukunft.

Landtag segnete gestern einstimmig Grundsatzbeschluss zur Attraktivierung der Mühlkreisbahn ab.

BEZIK. Die lange Diskussion über die Zukunft der Mühlkreisbahn fand mit dem einstimmigen Beschluss im gestrigen Landtag ein Ende. "Mit diesem wichtigen öffentlichen Verkehrsprojekt haben wir die großartige Möglichkeit, eine zukunftsfähige Anbindung für die Pendler aus dem Mühlviertel zu schaffen und damit auch die Pendlerrouten zu entlasten", unterstreicht Landesrat für Infrastruktur Günther Steinkellner.

Lange Diskussion

Bereits in den 1990er Jahren wurden verschiedene Varianten mit einer Durchbindung zum Linzer Hauptbahnhof diskutiert. So wurde neben der Variante der City-S-Bahn auch ein straßenbahnähnliches Stadt-Regio-Tram-Konzept diskutiert. Aus allen vorliegenden Systemvarianten erarbeitete das renommierte schweizer Unternehmen Metron in einer abschließenden Studie ein System, dass auch auf aktuell geltende Normen und Gesetze abgestimmt ist.

Die Kernpunkte des Studienergebnisses umfassen
·Die Beibehaltung der Normalspur: Mit dem Bestand der Normalspur können Kapazitäts- und Komfortvorteile sichergestellt werden. Darüber hinaus entfallen teure Umbauarbeiten und eine Nutzung der Gesamtstrecke bis Aigen-Schlägl ist möglich.

Umsteigeknoten verbessern

· Die Optimierung des Umsteigeknotens zur Straßenbahn: Der Umsteigeknoten am Mühlkreisbahnhof zur Straßenbahn soll qualitativ verbessert und so für die Fahrgäste attraktiver werden.

Zweite Straßenbahnachse

· Die Nutzung der neuen Donaubrücke und der zweiten Straßenbahnachse: Ein Teilstück der Route führt über die neue Donaubrücke und die zweite Straßenbahnachse durch Linz. Um die Fahrzeuge mit unterschiedlichen Spurweiten über die Straßenbahnachse führen zu können, wird neben den Straßenbahngleisen eine dritte Schiene verlegt. "Da mit der zweiten Linzer Schienenachse wichtige Standorte mit zahlreichen Arbeitsplätzen angefahren werden, können Umlagerungseffekte erzielt werden. Hierdurch wird die Landstraße zukünftig entlastet", betont Steinkellner.

Ins S-Bahn-System

· Einbindung in das S-Bahn-System als Linie S6: Die Mühlkreisbahn soll zukünftig als Linie 6 in das S-Bahn-System integriert werden. Die Fahrgäste können dann direkt am Bahnsteig 1 des Linzer Hauptbahnhofs aus- und einsteigen. "Durch die Einbindung in das S-Bahn-System wird der Inselbetrieb der Mühlkreisbahn aufgehoben", führt Steinkellner an. "Darüber hinaus ergeben sich Vorteile für die Pendlerinnen und Pendler aus den charakteristischen, engen Taktverbindungen des S-Bahn-Systems", sagt Landesrat Günther Steinkellner weiter.

Zwei-System-Fahrzeuge

· Moderne Zwei-System-Fahrzeuge: Um den aktuellen gesetzlichen Bestimmungen und Sicherheitsanforderungen nachzukommen, bedarf es der Anschaffung moderner Zwei-System-Fahrzeuge. Diese erfüllen sowohl die vorgeschriebenen Normen für Züge, als auch jene für Straßenbahnen. Darüber hinaus ist der Betrieb innerorts elektrisch und außerhalb mit Dieselantrieb möglich. Der Dieselbetrieb erlaubt weiters eine Einbindung der gesamten Strecke bis Aigen-Schlägl. Die grobgeschätzten jährlichen Betriebskosten bis Aigen-Schlägl werden mit rund 11,5 Millionen Euro geschätzt.

Bund soll mitzahlen

Der weitere Fahrplan der Mühlkreisbahn beinhaltet arbeitsintensive Schritte. So wird eine Finanzierungsunterstützung von Seiten des Bundes angestrebt, die zu verhandeln ist. Bereits jetzt sind Arbeitsgruppen von Stadt und Land installiert, welche die weitere Koordinierung des Projekts begleiten. "Eine modernisierte, komfortable und schnelle Mühlkreisbahn mit geeigneter An- und Durchbindung stellt eine zukunftsfähige Lösung für die zahlreichen Pendler aus dem Mühlviertel dar. Ich freue mich, dass durch den breiten Schulterschluss eine wichtige Weichenstellung erfolgt ist und hoffe auch weiterhin auf große Unterstützung", sagt Landesrat Steinkellner. Eines steht aber fest: Die Bahn bis 2025 fertigzustellen, sei bei der Größe des Projekts eine ambitionierte Zielvorgabe.
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