Auf ein Wort – Pflege(-qualität) in Österreich

Eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema ist gefordert.
  • Eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema ist gefordert.
  • hochgeladen von Georg Amschl

Im Bereich der Pflege und Betreuung in Österreich arbeiten Tausende von hoch motivierten, gut ausgebildeten und vor allem sehr engagierten Pflegefachkräfte. Wem hilft eine vollkommen undifferenzierte und unreflektierte Meinungsmache mit Schlagzeilen über „eklatante Missstände in heimischen Senioren- und Pflegeheimen“ oder der Forderung nach „Kontrollen in Pflege- und Altenheimen verschärfen, Bewohner/-innen ein menschenwürdiges Leben ermöglichen“?

Mit der Betreuungs- und Pflegenotwendigkeit von – nicht nur – alten Menschen, politisches Kleingeld zu wechseln und Wahlkampf zu betreiben ist schlicht und einfach nicht ethisch verantwortlich und geht am eigentlichen Thema vollkommen vorbei. Gestern war es die Kritik an der 24-Stunden-Betreuung, heute wird eine gesamte Berufsgruppe extrem engagierter Fachkräfte pauschal disqualifiziert und einer der in Zukunft wichtigsten Dienstleistungsbereiche unserer Gesellschaft versucht zu demontieren.

Differenzierte Auseinandersetzung gefordert

Gerade in diesem hochsensiblen, zutiefst menschlichen Bereich braucht es eine sehr differenzierte Auseinandersetzung mit Herausforderungen und Missständen, die es zweifelsohne gibt. Dies bedingt eine ethisch verantwortungsvolle Auseinandersetzung mit Problembereichen und eine gegenseitig wertschätzende Kommunikation und objektive Berichterstattung. Nur ein sachlicher Diskurs, der auf billige Showeffekte verzichtet, kann die wichtigen Spannungsbereiche auflösen und zu einer weiteren Qualitätsverbesserung unseres Systems führen.

Dabei sollten wir bitte auch berücksichtigen, dass wir in Österreich bereits derzeit absolut privilegiert sind hinsichtlich unseres Sozialsystems – und das nicht nur in der Altenbetreuung und –pflege. Jedoch bedarf es in einem verhältnismäßig kleinen Land wie Österreich 9 verschiedener Pflegegesetze? Warum gelingt es nicht, sich auf bundesweit einheitliche Mindestpersonalstandards zu einigen? Das Gesundheits- und Krankenpflegegesetz als Bundesgesetz normiert bundesweit einheitliche Pflegestandards und -verantwortlichkeiten. Die Mittelbereitstellung – in Form von Tagsätzen für die Pflegeeinrichtungen – ist Kompetenz der Länder. Und hier gibt es bundesweit eklatante Unterschiede von bis zu 100% zwischen den einzelnen Ländern – es versteht sich von selbst, dass natürlich gleiche Leistungsanforderungen in Form bundeseinheitlich definierter Pflegestufen verglichen werden.

Bei diesen Voraussetzungen und Vorgaben der Politik, (private) Betreiber zu maßregeln und vorzuwerfen, Betreuungs- und Pflegequalität zugunsten einer Gewinnmaximierung zu opfern ist schlicht und einfach nicht sachgerecht.

Pflege und Betreuung kostet Geld

Wie alle personenbezogenen und personalintensiven Dienstleistungen ist Pflege und Betreuung teuer. Im Falle hoher Pflegebedürftigkeit sogar so teuer, dass es sich die meisten Menschen in unserem Land mit eigenen finanziellen Mitteln nicht leisten können. Dafür gibt es ein hervorragendes System der sozialen Absicherung. Natürlich ist auch dieses System nicht gratis. Unsere Gesellschaft muss sich im Klaren darüber werden, was uns in Zukunft diese soziale Sicherheit wert ist und wert sein darf. Nicht alle Aufgaben – vor allem wenn Sie teuer sind – können und dürfen dem Sozialstaat überlassen werden. Wenn wir ein qualitätsvolles System – was wir zweifelsohne in Österreich haben – auch weiterhin aufrechterhalten und weiter ausbauen wollen, dann ist auch Eigeninitiative in Form von Eigenvorsorge gefragt.

Es kann nicht sein, dass hohe Einkommen für einen möglichst komfortablen Lifestyle individualisiert werden, um dann im Alter entstehende Belastungen zu sozialisieren. Um in Zukunft vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung unsere guten Systeme aufrecht erhalten zu können, bedarf es rechtzeitiger und umfassender Eigenvorsorge und –initiative. Es braucht gesellschaftliches Engagement. Es braucht eine klare Prioritätensetzung. Nur dann können auch in Zukunft die finanziell weniger privilegierten Mitglieder unserer Gesellschaft von den sozialen Leistungen profitieren. Nur dann wird es möglich sein, die notwendigen Investitionen in die Aus- und Fortbildung von Pflegepersonal sowie die ausreichende Bereitstellung personeller Ressourcen zu tätigen.

Der Ruf nach mehr Personal ist untrennbar verbunden mit der Bereitstellung zusätzlicher finanzieller Mittel; sei es aus privater Quelle – sprich durch Eigenleistungen der Betroffenen – oder öffentlichen Mitteln. So wie uns unser Lebensstandard – ausgedrückt durch Wohnen, Reisen, Freizeitaktivitäten – etwas wert ist, muss uns auch unsere soziale Absicherung etwas wert sein. Das muss sich im Bundeshaushalt ebenso wie in den Landeshaushalten, den Haushalten der Kommunen und auch den privaten Haushalten wiederspiegeln.

Senioren Residenzen als Vorreiter in Sachen Qualität

Bezüglich strenger Kostendisziplin und effizienter Arbeitsabläufe ebenso wie fortschrittlichen Qualitätssicherungsprozessen nehmen gerade die privaten Betreiber vielfach eine Vorreiterrolle ein. Die Senioren Residenzen gem. Betriebs GmbH ist als erste Gesellschaft im Seniorenbereich bereits im Jahr 2003 in allen ihren Residenzen qualitätszertifiziert nach der internationalen ISO-Norm 9001:2000 gewesen. In Folge sind es unsere Einrichtungen gewesen, die Vorreiter beim Nationalen Qualitätszertifikat sowohl in der Ausbildung der Auditoren als auch in der Betriebsführung gewesen sind.

Wir unterwerfen uns seit mehreren Jahren freiwillig einem extern mit hochkarätigen Expert/-innen besetzten, unabhängigen Ethikbeirat und arbeiten kontinuierlich an der Weiterentwicklung unserer Unternehmens- und Betreuungsphilosophie.

Nicht Gewinnmaximierung, sondern bestmögliche Leistung

Als privatwirtschaftliches, gemeinnütziges Unternehmen sind wir nicht der Gewinnmaximierung verpflichtet sondern der bestmöglichen Leistungserbringung gegenüber unseren Bewohnern und Kunden. Unsere Leistungsbereitschaft und –fähigkeit unter Beweis zu stellen, fordert der Markt jeden Tag neu von uns.

Kontrollen in Alten- und Pflegeheimen, Überwachung von Mindeststandards, schonungslose Aufdeckung und Behebung von Fehlern und Missständen – eindeutig ja! Aber bitte mit Augenmaß, der erforderlichen professionellen Differenzierung und gegenseitigen Wertschätzung.

Bei allem was wir tun sollten wir beachten, dass unsere Leistung vor allem von Menschen und für Menschen erbracht wird.

Dipl.Ök. Michael Wolfrum
Geschäftsführer Senioren Residenzen gem. Betriebs GmbH

Wo: Residenz Mirabell, Faberstraße 15, 5020 Salzburg auf Karte anzeigen

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Autor:

Georg Amschl aus Salzburg-Stadt

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