Stadtblatt in Action
VIDEO – Reiten: "Fühlen wie ein König"
- Die Silla, mein Schulpferd an diesem Tag, machte es mir bei meinen allerersten Reitminuten, ziemlich einfach.
- Foto: BB
- hochgeladen von Daniel Schrofner
Für unsere Sportreportage "Stadtblatt in Action" war ich (Redakteur Daniel Schrofner) im Reitzentrum Doktorbauer und machte meine allerersten Erfahrungen mit dem Reitsport. Bis vor dieser Stunde bin ich noch nie auf einem Pferd gesessen und hatte auch immer großen Respekt vor diesen wunderschönen Tieren. Nicht nur drehte ich ein paar kleine Runden beim Longieren auf meinem Trainingspferd Silla, ich bekam auch einen kleinen Einblick, was die Pflege der Tiere anbelangt.
SALZBURG. Mit dem Besuch im Reitzentrum Doktorbauer im Süden Salzburgs nahe der Hellbrunner Allee habe ich völliges Neuland betreten. Vor dieser Stunde hatte ich überhaupt keine Erfahrungen mit Pferde und vor allem dem Reitsport. Wobei in meiner ersten Reiteinheit war ich vom Reitsport meilenweit entfernt. Es ging vor allem darum, dass ich mich mit den Pferden vertraut mache und wie es ist auf einem Pferd für längere Zeit zu sitzen und sich auch oben zu halten – auch wenn es mal etwas schneller läuft, was in meinem Fall ein paar Sekunden war. Die haben aber völlig gereicht für das erste Mal.
Los ging es im Stall
Bevor es aber mit dem Reiten los ging, hieß es meinem Trainingspferd Silla einen Besuch in ihrem Stall abzustatten, den sie sich mit drei anderen Pferden teilt. "Die Silla ist ein sehr ruhiges Pferd und geeignet für alles – sie springt, geht Dressur und man kann auch mit ihr ins Gelände gehen. Für die erste Reitstunde ist sie das perfekte Schulpferd", erklärte Michaela Pendl, die meine Reitlehrerin war und bereits seit über 20 Jahren mit Pferden zu tun hat.
"Ich war früher ein sehr heftiges Kind und durch das Reiten bin ich viel ausgeglichener geworden. Bei Pferden kommt man mit Aggressionen nicht sehr weit."
Meine erste Aufgabe bei Silla – die ein "Kind der Liebe aus dem Burgenland ist. Sie ist also passiert", so Matthias Schmidhuber, Besitzer des Reitzentrums Doktorbauer – war ihren linken hinteren Huf zu reinigen, nachdem mir Michaela bei den anderen Hufen gezeigt hatte, auf was es dabei ankommt. Nach diesen ersten Annäherungen und dem Anlegen des Zaumzeugs durfte ich Silla nach draußen zum Außenreitplatz führen, auf dem wir dann unsere Runden drehen werden.
Das erste Mal auf einem Pferd sitzen
Ich muss ganz ehrlich gestehen, vor der Reitstunde hatte ich sehr großen Respekt vor Pferden. Ich habe immer einen gewissen Abstand zu ihnen gehalten. Doch nach einigen Minuten in der Nähe von Silla habe ich Vertrauen zu ihr aufgebaut und ließ mich einfach auf dieses kleine Abenteuer ein.
Auf dem Außenplatz stand dann das Longieren an.
"Dabei kontrolliert der Reitlehrer vom Boden aus das Pferd, während der Anfänger die Bewegungsabläufe kennenlernt"
, erklärt Michaela. Nach dem ich das Aufsitzen im zweiten Versuch geschafft habe und eine halbwegs angenehme Position auf Silla einnahm, teilte mir Michaela mit, was beim Reiten wichtig ist. Vor allem sollte ich immer schauen, dass mein Rücken gerade ist und ich mich etwas nach hinten lehne – was ich zwischendurch immer wieder vergaß, da ich natürlich nicht hinten runter fallen wollte. Dann war es wichtig, mit dem Vorderfuß in den Steigbügel zu sein und nicht, wie ich, meist mit dem halben Schuh drinnen zu stecken.
Silla und ich – ein Team
Schön langsam ging es dann mit den ersten Schritten los. Und ich muss sagen, ich habe es mir viel schlimmer vorgestellt. Es lief wirklich sehr gut, ich hielt mich zwar etwas fester am Sattel fest und ignorierte oftmals die richtige Körperhaltung –
"Du kannst dich ruhig wie ein König fühlen"
, hatte mir Michaela geraten –, doch selbst die kleinen Übungen wie das Kreisen der Arme oder Augen schließen, hauten hin. "Beim Longen soll der Anfänger viel Sicherheit und Vertrauen aufbauen, er soll die Bewegungen des Pferdes erfühlen. Nach 20-25 Longen sollte er ausbalanciert auf dem Pferd sitzen können, um dann weiter zum Trapp und Galopp zu kommen", weiß Schmidhuber, der staatlich geprüfter Reitlehrer ist, worauf es ankommt. Wichtig ist zu erfahren, wie bewegt sich das Pferd, wie muss ich mich ausbalancieren und wie ist überhaupt das Gefühl auf einem Pferd zu sitzen.
Stressig wurde es dann kurzzeitig, als Silla zweimal in den Minitrab wechselten. Dabei war es noch wichtiger, den Rücken gerade zu halten, damit man nicht zu sehr auf und ab hüpft. Habe ich dann in dem Moment wieder vergessen und hüpfte schön auf und ab. Und mein Schoßbereich war auch nicht gerade ein Fan von diesen paar Sekunden. Das anschließende Absteigen habe ich dann mit einigen Schwierigkeiten halbwegs hinbekommen. Das geht besser – weiß auch Silla und jeder der Augenzeuge von diesem Moment war.
Reitzentrum Doktorbauer
Seit 1970 ist das Reitzentrum Doktorbauer ein Reitbetrieb, "davor war es ein landwirtschaftlicher Betrieb. Der Name Doktorbauer kommt daher, dass vier Generationen vor mir, mein Ururgroßvater, den Hof von einem Mediziner abgekauft hatte. Damals haben alle gesagt, dass war der Bauernhof, wo der Doktor war, darum ist der Name Doktorbauer entstanden", erklärte Schmidhuber die Namensnennung des Hofes. Derzeit befinden sich etwa 30 Pferde im Reitzentrum. Vom Anfänger- bis zum Turnierreiter ist jeder willkommen.
Bisherigen Sportreportagen:
Kickboxen beim PSV Salzburg
Eiskunstlauf bei der Eisunion Salzburg
American Football bei den Salzburg Bulls
Salsa im Salsa Studio Salzburg
Quidditch bei den Fortress Falcons
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