07.11.2017, 12:00 Uhr

"Gelegentlich zwei Stunden abhängen ist superwichtig"

Ein abwechslungsreiches Leben und Pausen können Belastungsdepressionen vorbeugen (Symbolfoto). (Foto: Pixabay)
SALZBURG. Brutale Einschnitte in das Leben der Betroffenen, kombiniert mit wirtschaftlichen Verlusten durch Krankenstandstage: Sobald die Diagnose "Burnout" fällt, geht oft nichts mehr. Dabei gibt es ein konkretes Krankheitsbild, das sich "Burnout" nennt, gar nicht. "Im Wörterbuch der psychischen Erkrankungen ist von einer Belastungsdepression die Rede", erklärt Alexandra Knopp, Geschäftsführerin der Wendepunkt Gesundheit GmbH.

Lange Regenerationszeiten

Wie viele es hier tatsächlich erwischt, sei "unglaublich schwierig herauszufinden". Wer akut davon betroffen ist, fällt meist ein halbes Jahr und länger aus. Doch auch vorher wird häufig der so genannte "Präsentismus" schlagend: Hier sind Mitarbeiter oft nur noch körperlich anwesend, die Arbeit stapelt sich, es geht kaum noch etwas weiter. "Zur Prävention braucht es ein abwechslungsreiches Leben. Arbeit ist nichts Giftiges und auch mal zwei Stunden abzuhängen ist superwichtig", sagt Knopp. Sie selbst bezeichnet es als "krank, dass wir überhaupt jemanden brauchen, der uns dort wieder hinbringt".

Muskel-Skelett-System trauriger Spitzenreiter

In Deutschland hat die Statista als häufigste Ursache einer Burnout-Krankschreibung die "Depressive Episode" (21,7 Prozent), gefolgt von Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen (15,2 Prozent) angeführt. Genereller Spitzenreiter für Krankenstandstage war im Jahr 2016 mit 22,2 Prozent das Muskel-Skelett-System, gefolgt von psychischen Erkrankungen mit 17,1 Prozent und dem Atmungssystem mit 14,7 Prozent. Um zu zeigen, dass Prävention keinesfalls ein Anzeichen von Schwäche ist, arbeitet Wendepunkt Gesundheit bevorzugt mit Führungskräften zusammen, denn "wenn der Chef etwas in diese Richtung unternimmt, dann darf ich das als Mitarbeiter auch", erzählt Knopp.


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