Nicht das Erklären zählt, sondern das selbst Erfahren

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BAD ISCHL. „Den Geist gegenseitiger Verständigung unter den Völkern zu wecken und zu erhalten“ – dieser Gedanke steht ganz am Beginn der Charta von Lions International – einer Vereinigung, die weltweit rund 1,4 Millionen Menschen in 46.000 Clubs in 206 Ländern verbindet. Und ebenso verstehen sich auch die rund 8.400 österreichischen Lions: sich karitativ dort zu engagieren, wo rasche, unbürokratische Hilfe nötig ist, lokal wie überregional, und ebenso aber auf vielfältigste Weise zur Verständigung und zur Toleranz zwischen Völkern und Kulturen beizutragen.

In diesem Sinne werden jedes Jahr weltweit zahlreiche Jugendcamps organisiert, über Einladung des Lions Clubs Bad Ischl konnte Tikvah Schmalnauer, eine Maturantin aus Bad Goisern, drei Wochen in Norwegen verbringen. Ehe sich 16 Jugendliche aus neun Nationen im Camp in Hardangervidda, der größten Hochebene Europas einfanden, verbrachte die junge Österreicherin eine Woche bei einer Gastfamilie, gemeinsam mit einer Italienerin.

Meinte Tikvah beim Kennenlernen am Flughafen bescheiden: „Also ich komme aus einem kleinen Dörfchen in den Alpen. Wirklich klein – 8.000 Einwohner“, so merkte sie bald, dass im mittelnorwegischen Hochland mit seiner Streubesiedelung 8.000 Einwohner schon fast als Großstadt gelten.

„Ich liebe es, die Kultur und den Alltag anderer Länder zu erleben – deshalb bin ich sehr froh über die Tage in der Gastfamilie vor dem Camp. Diese Tage waren sehr wertvoll, denn die Mentalität und Persönlichkeit von Menschen kennen lernen kann man nur im alltäglichen Leben“.

Ein Roadtrip durch die wunderschöne Landschaft, das Anprobieren der einheimischen Tracht, das Verkosten diverser traditioneller Gerichte und das Erlernen unaussprechlicher Wörter waren nur einige Einblicke in die Woche mit den Gasteltern die sich ihrerseits freuten, vieles über die Heimatländer ihrer Besucherinnen zu erfahren. Unbestrittener Höhepunkt war wohl der unmittelbare Kontakt zu mehreren Delfinen bei einer Bootsfahrt durch einen Fjord – auch die Einheimischen hatten dies in den letzten 30 Jahren nie erlebt und im Artikel einer lokalen Zeitung war fast mehr über die im Nordatlantik unerwarteten Meeressäuger, als über die Lionsgäste zu lesen!

Im Camp standen neben kulturellen und historischen Aktivitäten (Besuch von Museen, Wasserkraftwerken oder Naturparks) auch Wanderungen und andere Freizeitaktivitäten wie Rafting, Fischen und Boot fahren auf dem Programm. Nach viel Natur folgte in der zweiten Campwoche, die in der Küstenmetropole Bergen verbracht wurde, Kontakt zu norwegischen Lionsclubs und viel Kultur.

Die schönste Erinnerung für Tikvah bildet wohl die Ausfahrt mit einem Fischkutter. „Groß genug, um zwanzig Leuten Platz an Deck zu bieten, klein genug, um trotzdem die mächtige Gewalt der Elemente zu fühlen – die Gischt aufschäumen zu spüren, dem Wasser zuzusehen, wie es vom Bug des Schiffes gespalten wird, den Wind durchs Gesicht streichen zu lassen, die Felsen am Ufer zu bewundern und das Auf und Ab der Wellen zu genießen“ strahlt die Salzkammergütlerin, die inzwischen in Linz studiert, heute noch.

„Was mich so sehr beeindruckt hat war das direkte Erleben vieler Dinge. Erst wenn man wirklich draußen am Meer war, versteht man, warum dieses dunkelblaue Gewässer sich in der Mentalität der Norweger festgesetzt hat. Erst wenn man selbst einen zappelnden Fisch an der Leine gehabt hat, versteht man die Wichtigkeit dieser Lebensform für den skandinavischen Menschen“.

Im Rahmen eines Clubabends vor Weihnachten berichtete Tikvah den Mitgliedern des LC Bad Ischl und dankte aufrichtig für die Chance, die ihr mit dieser Reise eröffnet worden war. Und ebenso philosophisch wie begeistert schloss sie mit den Worten: „Erst, wenn wir miteinander leben, die Gedanken und Gefühle des anderen hautnah nachvollziehen können, erst dann können wir uns gegenseitig wirklich verstehen“. Schöner kann man Völkerverständigung kaum ausdrücken!

Autor:

Thomas Kramesberger aus Oberösterreich

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