Starkes Einsatzjahr 2016 für Gmundner Bergrettung

Abseilübung am „Mieswegpfeiler“, der sich direkt aus dem Traunsee erhebt. Kaum eine Ortsstelle in Österreich hat ein „schöneres“ Übungsgelände als die Gmundner Bergrettung. Ein erfrischendes Bad im See ist nach einer Übung die Krönung.
  • Abseilübung am „Mieswegpfeiler“, der sich direkt aus dem Traunsee erhebt. Kaum eine Ortsstelle in Österreich hat ein „schöneres“ Übungsgelände als die Gmundner Bergrettung. Ein erfrischendes Bad im See ist nach einer Übung die Krönung.
  • Foto: Wolfgang Ebner
  • hochgeladen von Kerstin Müller

GMUNDEN. Binnen weniger Wochen haben die Gmundner Bergretter gleich vier Bergtote vom Traunstein bergen müssen. Dazu ist noch ein Todesopfer am Gmundnerberg im Gemeindegebiet von Altmünster gekommen. Begonnen hat die fast unheimliche Serie im Vorjahr Ende Mai mit der Bergung eines Welsers, der von der Gmundnerhütte senkrecht über den Fahnenkogel auf den darunter führenden Hernlersteig gestürzt ist. Sechs Wochen später: Vom Mairalm-Weg muss ein seit Tagen vermisster Eferdinger Traunsteinkenner tot vom Berg getragen werden und am nächsten Tag ist am Hernlersteig ein toter Traunkirchner aus einer Steilrinne zu holen.
Am letzten Augusttag wird bei schlechtestem Wetter am Traunstein nach einem abgängigen Innviertler gesucht, der am nächsten Tag tot vom Ostgrat geborgen werden muss. Dazwischen ist noch die Suche am Gmundnerberg nach einem abgängigen Bergmarathonteilnehmer gelegen, der tags darauf tot im Wald unweit des Altmünsterer Ortsrandes aufgefunden wird. Jeder einzelne dieser Einsätze ist ein Schicksal für sich, berichtet Ortsstellenleiter Bernhard Ebner bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung vor fast vollzählig versammelter Mannschaft im Seegasthof Hois`n.

708 Einsatzstunden bewältigt

Neben diesen Einsätzen werden die Gmundner Bergretter noch zu 25 weiteren Ausrückungen auf den Traunstein, in das Grünberggebiet und in das Lainau- und Karbachtal gerufen, die von Hilfeleistungen für verunfallte Forstarbeiter bis hin zu kollabierten Wanderern und Bergsteiger reichen. Die Vielzahl an Einsätzen und Ausrückungen schlägt sich auch in Zahlen nieder: So sind 708 Einsatzstunden zu bewältigen gewesen, die von 267 Mann erbracht worden sind. Das ergibt, so Ortsstellenleiter Bernhard Ebner, im Durschnitt neun Mann pro Anlassfall. Diese Zahl zeigt, dass es in der heutigen wirtschaftlichen Situation gar nicht mehr so einfach ist, dass Männer der Bergrettung von ihrem Arbeitgeber für die Ausrückungen „abgestellt“ werden.

Dank den befreundeten Organisationen

Bei fast allen Einsätzen sind Beamte der Alpinpolizei zu Erhebungszwecken mit dabei und ihnen galt der Dank des Ortsstellenleiters für deren Unterstützung und Kameradschaft. Insbesondere auch den Hubschrauberbesatzungen der Polizei, des Bundesheeres und des ÖAMTC, welche die Arbeit der Bergrettung in vielen Fällen erleichtern, so Ortsstellenleiter Ebner.
Um für den Fall der Fälle gerüstet zu sein, ist ein ständiges Üben Grundvoraussetzung für die jederzeitige Einsatzbereitschaft, sagte Einsatzleiter Wolfgang Socher, der seiner 40-köpfigen Mannschaft großes Lob für die aufgewendete Zeit bei Einsätzen und den wöchentlichen Übungen zollte. Die gestellten Herausforderungen an einen Bergretter sind von Fall zu Fall verschieden und verlangen von jedem Einzelnen ein perfektes Beherrschen der alpinen Rettungstechnik, so Socher. Freude herrscht bei ihm darüber, dass sich wieder vier junge und ambitionierte Burschen gefunden haben, die sich in den kommenden zwei Jahren zum Bergretter ausbilden lassen werden.
Das Ausbildungsprogramm abgeschlossen haben in den vergangenen zwei Jahren Markus Nußbaumer und Josef Höllwerth, die vom Ortsstellenleiter den Ausweis und das Dienstabzeichen überreicht bekommen haben und in den Stand der Einsatzmannschaft übernommen worden sind.

Solide Finanzlage

Dem Kassenbericht von Werner Huber war zu entnehmen, dass die Finanzlage der Ortsstelle Gmunden als solide bezeichnet werden kann. Nicht zuletzt deshalb, weil aufgewendete Einsatzstunden von der BRD Landesleitung der Ortsstelle finanziell refundiert werden und die Beschaffung von Rettungsgeräten und Ausrüstung ebenfalls als Kostenersatz von der Landesleitung zur Verfügung gestellt wird. Ein Dank der Bergrettung gilt an dieser Stelle aber den zahlreichen Spendern und Gönnern, der heimischen Wirtschaft sowie der Stadtgemeinde Gmunden, welche die Gmundner Ortsstelle jährlich finanziell unterstützen. Eine wichtige Einnahmequelle ist für die Bergretter auch der jährliche Ball, der heuer wieder vor „ausverkauftem“ Haus im Seegasthof Hois`n über die Bühne gegangen ist.

Anbau an Einsatzzentrale

Mit besonderer Freude ist der Baubeginn für die neue Einsatzzentrale in der Traunsteinstraße aufgenommen worden. Durch die finanzielle Beteiligung der Stadtgemeinde Gmunden und des Landes Oberösterreich ist es möglich geworden, dass an das bestehende Gemeindehaus ein Anbau erfolgen kann, der direkt am Fuße des Traunsteins künftig die Basis für die Bergretter sein wird.

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