11.04.2017, 18:30 Uhr

Fischaufzuchtanlage am Wolfgangsee soll Fischbestand retten

Die Fischaufzuchthütte von Nik Höpplinger ist derzeit im Bau. Das Gesamtprojekt soll rund 600.000 Euro kosten.

ST. WOLFGANG. Schon seit Jahren gibt es den Plan, am Wolfgangsee eine Fischaufzuchtanlage zu bauen. Genauer gesagt in der Strobler Bucht beim Bürglsteinrundwegs (wir haben berichtet).

"Wir betrachten es als unzumutbaren Eingriff in die Landschaft und das Ortsbild, wenn dieses Objekt errichtet wird", hatte Strobls Bürgermeister Josef Weikinger im Jahr 2012 verlautbart. Dem aufmerksamen Beobachter dürfte aber nicht entgangen sein, dass das geplante Objekt nun doch umgesetzt wird. Ja sogar schon im Bau ist. "St. Wolfgang stand dem ganzen Projekt schon immer sehr positiv gegenüber", so Bürgermeister Franz Eisl. Es sei gut, wenn die Aufzucht Vorort passiere.

Aufzucht soll 500.000 Fische pro Saison bringen

Dies ist auch der Grund, warum Wolfgangsee-Fischer Nikolaus Höplinger dieses Projekt nun umsetzt. "Bei Zukäufen von Fremdfischbeständen kann es zu unvorteilhaften Gen-Vermischungen mit den im Wolfgangsee angesiedelten Fischen kommen", begründet er die geplante Fischaufzucht. Ohne diese Maßnahme würden die Fische kontinuierlich weniger werden und bald in einen kritischen Bereich kommen. Zudem seien heimische Fische nicht vom Hechtbandwurm betroffen, was eine Ausbreitung verhindere. Dies bestätigt auch ein Schreiben des Landesfischereiverbandes Salzburg: "Darum stehen wir dem Höplinger'schen Vorhaben positiv gegenüber", schreibt Peter Eichriedler in seiner Stellungnahme.
Geplant ist, jährlich bis zu einer halben Million Fische zu züchten und als etwa acht Zentimeter große Setzlinge in den See zu platzieren.

Weniger Panorama und Badespaß

Kritikpunkt der Strobler ist und war das Landschaftsbild: "Wir glauben nach wie vor, dass der schöne Panorama-Weg des Bürglsteins unter dem Bau leidet", so Weikinger. Man könne sich aber ohnehin nicht helfen, weil es sich um St. Wolfganger Grund handle. "Der Fischaufzucht stehen wir generell positiv gegenüber, nur der Standort passt unserer Meinung nach nicht."
Auch das eingeschränkte Badevergnügen wurde von Einheimischen bekrittelt. "Grundsätzlich gilt beim Bürglsteinrundweg ein Badeverbot", erklärt Höpplinger, "an das sich aber niemand hält." Dieser umstand sei bislang immer geduldet worden und daran solle sich auch künftig nichts ändern. "Die Fischbruthütte ist 30 Meter lang. Bis zum Holzsteg des Bürglsteins ist also noch genügend Platz", so der Fischer. Die Projektkosten würden sich auf rund 600.000 Euro belaufen.
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