Intensive Gespräche, offene Fragen: Abschluss des Bischofsbesuchs in Schärding

Bischof Manfred Scheuer im Gespräch mit einer Besucherin des Abschlussgottesdienstes in Schärding.
8Bilder
  • Bischof Manfred Scheuer im Gespräch mit einer Besucherin des Abschlussgottesdienstes in Schärding.
  • Foto: Elisabeth Danielauer
  • hochgeladen von Kathrin Schwendinger

BEZIRK SCHÄRDING. Sechs Tage lang waren Bischof Manfred Scheuer, Generalvikar Severin Lederhilger und Bischofsvikar Willi Vieböck in den Pfarren des Dekanates Schärding, sowie bei den verschiedenen kirchlichen Gruppen und Einrichtungen unterwegs um zu erfahren, wie es den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern geht und wo „der Schuh drückt“. Die „drei Weisen aus dem Osten“, wie Dekanatsassistent Martin Brait die Visitatoren der Diözese Linz bei seiner Dankansprache bezeichnete, standen den Gläubigen im Dekanat Schärding Rede und Antwort.

"Es war eine wertvolle Zeit der Begegnungen, der intensiven Gespräche und des Austausches", beschreibt Brait. Trotzdem seien einige Fragen offen geblieben: Wie und wieviel Verantwortung Laien in Zukunft übernehmen sollen und dürfen sowie die Frage nach der „Frau in der Kirche“.

Das Dekanat Schärding war das erste, in dem die Visitation in dieser neuen Form stattgefunden hat. „Wir haben das ein Stück weit als Vertrauensbeweis gesehen“, so Martin Brait. „Es war schön, dass wir mit dem Bischof und seinen Stellvertretern auf Augenhöhe reden konnten.“ Als „fröhlichste und ungezwungenste Begegnung“ bleibt ihm das Treffen mit den Asylwerbern im Flüchtlingsheim Münzkirchen in Erinnerung.

Bischof Manfred Scheuer hob in seiner Predigt den Wert der Gastfreundschaft hervor und unterstrich, dass die Vorstellung von Gott, der uns ständig „beäugt“ und kontrolliert, nicht stimme. Vielmehr habe Jesus von Gott als einem Freund des Lebens gesprochen, der uns zum Fest einlade. Scheuer bedankte sich für das Engagement: „Danke, dass ihr eine einladende Kirche seid. Viele im Dekanat Schärding bringen ihre Talente, Charismen und Fähigkeiten ein. Wir wollen mit einem Fest der Freude und der Dankbarkeit das Leben feiern.“ Auch wenn manche das Gefühl hätten, dass Manches „zerbrösle“, solle man nicht bei dem ansetzen was fehlt, sondern bei dem was gelingt, so Scheuer. Die Umgestaltung und Veränderung des kirchlichen Lebens vollziehe sich in verschiedenen Formen, die Scheuer aber nicht näher definierte.

Dechant Eduard Bachleitner überreichte den Gästen Spezialitäten aus dem Innviertel mit dem Hinweis: „…damit ihr in Linz etwas zu essen habt.“ Musikalisch umrahmt wurde der Abschlussgottesdienst vom Kinderchor Schardenberg.

Gute Gespräche und selbstgebrautes Bier in Otterbach

Während seines Besuchs machte der Bischof auch Halt in der Landwirtschaftlichen Fachschule Otterbach. Auf dem Programm stand eine Begegnung von Bischof Scheuer und Bischofsvikar Vieböck mit der bäuerlichen Bevölkerung. Am Podium nahmen neben den beiden Gästen der Obmann der Bezirksbauernkammer, Peter Gumpinger, und Bezirksbäuerin Gabi Bäck sowie Diakon Wolfgang Zopf Platz.

Bischof Scheuer kennt die Landwirtschaft von seiner eigenen Kindheit her, stammt er doch von einem Nebenerwerbsbauern ab. In seinem Statement überblickte der Bischof die ganze Bandbreite des bäuerlichen Lebens heute. In der Landwirtschaft sieht er eine „Geschichte des Wandels“. Die Technik habe viele belastende Arbeiten erübrigt, doch auch neue Belastungen mit sich gebracht. Auch Werte haben sich gewandelt, von der Wertschätzung des Brotes in früherer Zeit zum leichtfertigen Wegwerfen von Lebensmitteln heute. Zudem hätten sich die Aufgaben der Landwirtschaft gewandelt. Dabei seien die Pflege der Landschaft und Nachhaltigkeit wichtige Faktoren: „Ohne bäuerliche Betriebe gäbe es keine Kulturlandschaft und keinen Fremdenverkehr.“

Er benannte auch Probleme wie Konflikte zwischen Jung und Alt, die Schwierigkeit, Hofübernehmer oder für Jungbauern eine Frau zu finden.

Der Bischof erinnerte daran, dass die Kirche in Oberösterreich immer „eine Bauernkirche“ war und in den Städten weniger Rückhalt hatte. In seinem Dank hob er die große Bedeutung der Bäuerlichen Bevölkerung für die Kultur, aber auch für die Kirche hervor.

Mit besonderen Gaumenfreuden aus der eigenen Produktion in der Landwirtschaftsschule klang der Abend aus: mit selbstgebrautem Bier und Weißwürsten aus dem Projekt „Fairwursten“, bei dem nur fair gehandelte Produkte aus dem Weltladen Schärding verwendet wurden. Die jungen Bauern übernehmen eben Verantwortung.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen