Paukenschlag – zwei weitere Märkte für Barockstadt

Direkt neben dem Hofermarkt sollen die beiden Rewe-Märkte errichtet werden. Die Anrainer sind nicht begeistert, denn sie befürchten eine massive Verschlechterung der Hochwassersituation.
9Bilder
  • Direkt neben dem Hofermarkt sollen die beiden Rewe-Märkte errichtet werden. Die Anrainer sind nicht begeistert, denn sie befürchten eine massive Verschlechterung der Hochwassersituation.
  • hochgeladen von David Ebner

SCHÄRDING (ebd). Deshalb beabsichtigt die Stadtgemeinde eine entsprechende Änderung des Flächenwidmungsplans. In Summe sollen an dem auslaufenden Grundstück vom bereits errichteten Hofermarkt bis zur Böschung Fernstraße (Unterführung Fernstraße) rund 4.817 Quadratmeter umgewidmet werden. Die erforderlichen Erschließungen für Kanalisation, Wasserversorgung und Straße sind laut der Stadtgemeinde bereits gegeben. Demnach wollen Billa und Bipa dort Geschäftsräume eröffnen. Vorgesehen wäre eine maximale Verkaufsfläche von 1.500 Quadratmetern – davon 1.000 Quadratmeter für Lebensmittel. "Seitens der Stadtgemeinde wurde ein Beschluss zur Einleitung des Flächenwidmungsplanänderungsverfahrens gefasst, wobei für das Behördenverfahren noch eine Frist bis 24. Oktober läuft, in welcher die Fachstellen des Landes ihre Stellungnahmen abgeben können", sagt Amtsleiterin Rosemarie Kaufmann zur BezirksRundschau. Gleichzeitig läuft laut Amtsleiterin ein Anrainerverfahren, welches ebenfalls am 24. Oktober endet.

Anrainer not amused

Und genau die sind alles andere als erfreut über die erneute Verbauung. Denn bereits die Umwidmung des Areals für die Errichtung des Hofermarktes sorgte damals für große Aufregung. Grund: Das Grundstück befindet sich in der sogenannten "roten Hochwasserzone" und war 2002 und 2013 zum Teil massiv überschwemmt.
Die Anrainer befürchten durch die Verbauung eine weitere Verschlechterung der Situation. "Als Nachbar sehe ich eine dramatische Verschlechterung der Hochwassersituation", so Hannes Dürr zur BezirksRundschau. "Das Wasser kann dadurch noch weniger versickern, sodass wir Nachbarn mit einem schnelleren Anstieg des Hochwassers rechnen müssen. Damit würde die letzte Versickerungsfläche zur Pram umgewidmet. Wahrscheinlich wieder ohne Rücksicht auf die Nachbarn."

Ball liegt bei Experten

Darauf angesprochen, meinte Kaufmann: "Dazu kann mitgeteilt werden, dass von den Fachstellen und deren Experten des Landes Oberösterreich noch dementsprechende Beurteilungen notwendig sind, welche nicht im Wirkungsbereich der Stadtgemeinde Schärding liegen."

Zur Sache

Eine„Rote Hochwasser-Zone“ hindert nicht eine Bebauung, sondern zieht umfangreichere Auflagen für den Bauwerber im Bauverfahren nach sich. Da sich diese Fläche nicht im 30-jährlichen, aber im 100-jährlichen Hochwasserabflussbereich befindet, ist keine wasserrechtliche Bewilligungspflicht gegeben.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen