23.05.2017, 13:25 Uhr

Redegewandte St. Marienkirchnerin: Weil sie weiß, wie tödlich Alkohol am Steuer ist

Christina Endmayer aus St. Marienkirchen siegte beim Landesbewerb der Landjugend im Reden. Jetzt darf sie im Juli ihren Bundestitel verteidigen.

Christina Endmayer holt zum zweiten Mal den Landessieg im Reden und verteidigt nun ihren Bundestitel.

ST. MARIENKIRCHEN (ska). "Steht bitte alle auf", sagt Christina Endmayer ins Publikum. "Und jetzt setzen sich alle hin, die noch nie alkoholisiert oder auch nur mit Restalkohol ein Fahrzeug in Betrieb genommen haben." Maximal drei Personen folgen der Aufforderung. Alle anderen stehen.

"Alkohol am Steuer" ist ein Thema, das Christina Endmayer persönlich betrifft. Eine Freundin ist vor vier Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Der Lenker war alkoholisert. Deshalb spricht sie darüber. Und vermutlich auch deshalb war die Jury von ihrer Rede begeistert. Die 19-jährige St. Marienkirchnerin holte sich zum zweiten Mal den Landessieg im Bewerb "Vorbereitete Rede" der Landjugend und darf im Juli ihren Bundestitel im Bezirk Gmunden verteidigen.

Den Poetry Slam von Julia Engelmann lernte Christina auswendig

Alles begann mit dem berühmten Poetry Slam von Julia Engelmann, der 2014 allein auf YouTube zehn Millionen mal angesehen wurde. Engelmann slammte zum Lied "One Day/Reckoning Song" und rief zu einem bewussten Nutzen der Zeit auf. Christina Endmayer lernte diesen fünfminütigen Poetry Slam vollständig auswendig – und begeisterte damit ihre Klasse in der HBLA Elmberg. Heute ist die St. Marienkirchnerin, die stellvertretende Leiterin der Landjugend vor Ort ist und Hebamme werden möchte, zweifache Landessiegerin und amtierende Bundesmeisterin. Des Sieg im Vorjahr holte sie sich mit einer Rede über "Gewalt in der Erziehung".


"Alkohol am Steuer kommt noch viel zu oft vor – auch bei uns in der Landjugend

"Warum mir das Reden liegt, weiß ich eigentlich gar nicht", überlegt die 19-Jährige. "Wir haben zwar einen Bürgermeister in der Familie, aber der ist zugeheiratet", sagt sie mit einem Schmunzeln. Eines weiß sie aber sicher: "Mit lustigen Themen würde ich mich schwer tun. Ernstes oder Trauriges liegt mir mehr. Das kann ich besser rüber bringen." Der Tod ihrer Freundin war für die 19-Jährige ein Schock. Mit ihrer Rede möchte sie das Geschehene aber nicht wieder aufwühlen, sondern aufzeigen, was passieren kann. "Alkoholisiert zu fahren, kommt bei uns Jugendlichen immer noch viel zu oft vor – auch bei uns in der Landjugend", sagt Endmayer. Deshalb war es ihr besonders wichtig, dass auch ihre Landjugendkollegen die Rede hören. Ein Jury-Mitglied hat Christina schließlich gefragt, ob sie sich nach ihrer Frage selbst hinsetzen dürfte. "Ja", sagt die 19-Jährige mit Überzeugung.

Der Bundesbewerb, bei dem nicht nur Christina Endmayer, sondern weitere Landjugendliche aus St. Marienkirchen in verschiedenen Kategorien antreten (siehe hier), findet von 13. bis 16. Juli in Altmünster statt.
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