12.09.2017, 15:23 Uhr

Kopfing: Riesenwirbel um Schulausspeisungskosten für Asylwerberkinder

Dieses Schreiben wird aktuell in sozialen Medien heiß diskutiert. (Foto: Screenshot Facebook)

Aktuell geht auf Facebook eine Meldung viral, wonach Kopfinger Schüler und Kinder für die Schulausspeisung mehr als das doppelte fürs Essen bezahlen, als Kinder von Asylwerbern.

KOPFING (ebd). Laut Anmeldeformular zur Schülerausspeisung beträgt der Tagessatz pro Mahlzeit für Kopfinger Schüler und Kinder 2,90 Euro. Für Kinder von Asylwerbern werden 1,10 Euro verlangt. Das passt einigen Usern der Internet-Plattform Facebook ganz und gar nicht. Über eine Kopie des Anmeldeformulars wird derzeit heiß diskutiert.

Deshalb fragte die BezirkRundschau nach. Zuerst bei Kopfings Schuldirektorin Theresia Kainz. Doch diese verwies auf die Gemeinde, da dort dafür der Beschluss gefasst wurde.

Dazu Bürgermeister Otto Straßl: "Es hat einen entsprechenden Antrag an die Gemeinde gegeben und der zuständige Gemeindevorstand hat das genehmigt." Zum Vorwurf der Facebook-Gemeinde, ob das heimischen Familien beziehungsweise sozial schwachen Kopfinger Familien gegenüber nicht unfair sei, meinte das Gemeindeoberhaupt zur BezirksRundschau: "Wir reden da von Asylwerbern, die keine Mindestsicherung beziehen, weil das Geld an die Quartiergeber geht und deshalb monatlich lediglich 40 Euro Taschengeld bekommen. Wenn da nur ein Kind in die Ausspeisung geht, ist dieses Geld gleich weg. Deshalb auch der Beschluss. Außerdem handelt es sich dabei um lediglich drei Kinder, die das betrifft. Insgesamt wären es acht Kinder, die wir in der Gemeinde haben. Fünf davon können sich nicht einmal die 1,10 Euro leisten. Wären es 20 oder mehr, würde das eh nicht mehr gehen", sagt der Gemeindechef.

"Helfen auch einheimischen Familien"

Wie Straßl betont, würde er jederzeit auch sozial schwachen Kopfinger Familie entgegenkommen. "Wenn etwa eine schlechter gestellte oder in finanzieller Not befindliche Familie auf die Gemeinde kommen und einen Antrag stellen würde, würde auch hier der Gemeindevorstand zustimmen. Wenn es jemandem schlecht geht, würde ich da nie nein sagen. Nur ist da bisher noch nie jemand zu uns gekommen", erläutert Straßl.

Interessant ist, dass es laut Ortschef bereits im vergangenen Schuljahr die ermäßigten Ausspeisungspreise für Asylwerber-Kinder gegeben hat. Und auch da haben laut Gemeindeoberhaupt nicht mehr als drei Kinder das Angebot in Anspruch genommen.
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Robert Zinterhof aus Perg | 12.09.2017 | 16:43   Melden
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