09.03.2017, 00:00 Uhr

Wo nur Regionales in den Kochtopf kommt

Gasthaus Bauer – Wirt in Steinbrunn: Josef und Daniel Bauer verarbeiten nur Fleisch aus dem Innviertel.

Bauernbundobmann Peter Gumpinger machte sich gemeinsam mit Nationalrat Manfred Hofinger auf die Suche nach Küchen im Bezirk Schärding, die auf Regionales setzen – und wurde rasch fündig.

SCHARDENBERG, ST. FLORIAN/INN (ska). Die Konsumenten möchten wissen, woher die Lebensmittel kommen – "und zwar rund 85 Prozent", zitiert der Innviertler Nationalrat Manfred Hofinger eine Studie. "Rund zwei Millionen Menschen in Österreich essen täglich außer Haus in Kantinen, Mensen, Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern oder Kasernen", berichtet er. "Meistens weiß man dort nicht, woher die Lebensmittel kommen."

1000 Kilogramm Steaks in einer Woche in Steinbrunn

Und wie sieht's dabei in der heimischen Gastronomie aus? Ein Gasthaus "mit Vorbildwirkung", wie Bauernbundobmann Peter Gumpinger sagt, ist der Wirt in Steinbrunn in Schardenberg. Wirt und Koch Josef Bauer und Sohn Daniel weisen die Herkunft ihrer verwendeten Produkte auf der Homepage und zum Teil auch auf der Tageskarte aus. "Rindfleisch und Schweinefleisch etwa kommen zu 100 Prozent von heimischen Bauern beziehungsweise von der Metzgerei Feichtinger", teilt Bauer mit. "Wir versuchen, alles zu verwerten und verzichten komplett auf Fertigprodukte – bis auf die Pommes", gibt er mit einem Augenzwinkern zu. Ein bisschen Internationalität dürfe in einer Wirtshausküche dennoch nicht fehlen, wie auch Gumpinger meint: In der Steakwoche standen in Steinbrunn unter anderem US-Beef und Salzwiesenlamm aus Irland auf der Speisekarte. "Und trotzdem griffen die Gäste großteils zum Innviertler Rind", berichtet Bauer. Interessantes Detail am Rande: In der Steakwoche in Steinbrunn wanderten rund 1.000 Kilogramm Fleisch über die Küchentheke.
Nationalrat Hofinger regt eine klare und gegebenenfalls gesetzliche Kennzeichnung der Lebensmittel an – und zwar nach Schweizer Vorbild. "Dort wird die Herkunft auf Aushangtafeln, in einem Beiblatt der Speisekarte oder im Wochen-Menüplan klar angeführt."

300 Essen in EVG-Kantine

Eine Großküche im Bezirk, die das bisher versäumt, ist die Kantine der EVGroup. Rund 300 Essen werden dort täglich zubereitet. Aber nicht nur EVG-Mitarbeiter dürfen dort essen. Jeder kann das Mittagsmenü bestellen. Gekennzeichnet ist die Herkunft der Lebensmittel zwar nicht. Küchenchef Harald Albenberger aus Taufkirchen versichert aber, dass die Produkte, die via GMS Gourmet bezogen werden, zu 100 Prozent aus Österreich kommen.
Hofinger regt eine klare und
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