Bewegendes Leben eines Zöglings aus dem Erziehungsheim

Hermine Reisinger las am Bahnhof Schwaz aus ihrer bewegenden Autobiografie vor zahlreichem Publikum. Fotos: Schwaiger
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Wo: Bahnhof und Stadtplatz, Bahnhofstraße17, 6130 Schwaz auf Karte anzeigen

"Tote Kinderseele - Mein Weg zurück ins Leben" nennt Hermine Reisinger ihre Autobiografie mit den traumatischen Erlebnissen, die sie in Erziehungsheimen erfahren hat - darunter auch in Schwaz-St. Martin. Das Buch wurde am Bahnhof Schwaz am 31. Jänner um 19.30 Uhr präsentiert. Das mit großem Interesse lauschende Publikum zeigte sich bewegt und bestürzt.

Hermine Reisinger erzählt in ihrer Biographie schonungslos und offen von einer Kindheit voller Gewalt und Misshandlungen, vom Leben bei Pflegeeltern und Erziehungsheimen - darunter auch St. Martin in Schwaz - von Prostitution, Alkohol- und Drogensucht und von ihrem Weg aus der Leidensspirale.

Hermine Reisinger erblickte 1951 als sechstes Kind einer ledigen Mutter in Linz das Licht der Welt. Sie kam mit 32 Tagen ins Waisenhaus, mit sieben Monaten zu Pflegeeltern, wo sie jeder Form von körperlicher und seelischer Gewalt und schwerem sexuellen Missbrauch ausgesetzt war.

Schwer traumatisiert lebte sie vom 14. bis 19. Lebensjahr in Erziehungsheimen. Es folgten Prostitution, Alkohol- und Drogensucht. Mit 42 Jahren fand sie aus eigener Kraft den Weg aus dem Elend, machte eine Entziehungskur und schloss eine Ausbildung ab.

Am 31. Jänner 2012 präsentierte Hermine Reisinger ihr beeindruckendes Buch im Rahmen einer Lesung und Diskussion im Veranstaltungsraum des Bahnhof Schwaz. Der Historiker Univ. Prof. Horst Schreiber, der im Vorjahr die umfassende Studie "Im Namen der Ordnung" über die Schicksale von Zöglingen in Tiroler Erziehungsheimen vorlegte und ebenfalls auf Einladung von "schranken-los" und "Selbstbestimmt Leben" in Schwaz präsentiert hatte, stand nach der Lesung gemeinsam mit Autorin Hermine Reisinger den interessierten Zuhören Rede und Antwort. Gerhard Walter von "Selbstbestimmt Leben" sprach einführende Worte.

Hermine Reisinger bringt ihre Erfahrungen so auf den Punkt: "Die Wahrheit ist oft schwer zu ertragen, aber sie ist nie so zerstörerisch wie eine Lüge!"

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