Lange kein Problem
Anrainer in Simmeringer Gasse plötzlich wegen Falschparken abgestraft
- In der kleinen Reischekgasse in Simmering wurden in kurzer Zeit viele Anrainerinnen und Anrainer wegen Falschparken abgestraft.
- Foto: z.V.g.
- hochgeladen von Luca Arztmann
Quasi über Nacht scheint sich die Parkordnung in der Simmeringer Reischekgasse geändert zu haben. Dort, wo seit Jahrzehnten am Seitenrand geparkt wurde, hagelte es Strafen. Wie sich zeigt, was das Parken in der Gasse nie erlaubt, bisher hatte nur offenbar niemand kontrolliert.
WIEN/SIMMERING. 30 Jahre lang hat Irene Gaul ohne Probleme in der Reischekgasse am Straßenrand geparkt, erzählt sie MeinBezirk verärgert. Über Nacht wurden kürzlich alle parkenden Autos abgestraft, für Gaul eine "Frechheit". Erst Anfang des Jahres wurde die Strafe für Falschparken auf 50 Euro erhöht. Von einer Änderung der Parkordnung hatte in der Nachbarschaft niemand gehört, was war also passiert?
Auf Anfrage bei der zuständigen MA 46 – Verkehrsorganisation heißt es, dass sich die Parkordnung in der Gasse bis dato nicht geändert hätte. Im Grunde ist das Parken vor Ort aber grundsätzlich verboten, da es sich um eine "Fahrbahn mit Gegenverkehr" handelt. In der Reischekgasse müssen also immer zwei Fahrstreifen für den fließenden Verkehr freibleiben.
Besserung in Sicht
Das Parken in der Gasse war also nie wirklich erlaubt, nur scheint bisher kein Kontrolleur in die Gasse am Stadtrand gekommen zu sein. Die zuständige MA 67 – Parkraumüberwachung betont aber, es hätte keine "Intensivierung" von Kontrollen vor Ort gegeben. Grundsätzlich kontrolliert die MA 67 das gesamte Stadtgebiet – "auch auf Grundlage von Beschwerden, Aufforderungen und dergleichen", erklärt ein Sprecher.
- Eigentlich reihten sich die Autos in der Gasse dicht an dicht. (Archiv)
- Foto: z.V.g.
- hochgeladen von Luca Arztmann
Jetzt müssen die Anrainerinnen und Anrainern also ausweichen, aber Besserung ist in Sicht. Die Bezirksvertretung hatte von den Kontrollen der MA 67 neuerdings gehört und ein "Ersuchen" bei der MA 46 eingebracht, um die Parksituation vor Ort zu regeln, wie der Vorsitzende der Verkehrskommission Werner Thalmayr (SPÖ) erklärt.
"Legalisierung" des Parkens
So soll überprüft werden, inwiefern eine "Legalisierung des Parkens" in der Siedlungsstraße möglich ist. Ende des Monats bzw. Anfang September soll laut Thalmayr dazu vor Ort eine Verhandlung stattfinden. Von der MA 46 kann man aufgrund des derzeitigen "Verfahrensstand" keine genaueren Auskünfte geben.
Die angesprochene "Legalisierung" ist auf die Vereinheitlichung des Parkpickerls im Jahr 2022 zurückzuführen. Seither werden diese Verfahren in ganz Wien durchgeführt. Das einheitliche System hat zum Ziel, "ein klares, faires Parkraummanagement" in allen Bezirken umzusetzen. Zudem konnte damit der Anteil der Fahrzeuge mit Nicht-Wiener-Kennzeichen auf Stellplätzen um 89 Prozent gesenkt werden.
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