Außergewöhnlicher Fim in "Millino"
Drogenproblematik in "Beautiful Boy" gezeigt

Sabine Gussnig, Michael Dünhofen und Caroline Gigler
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MILLSTATT. Das Programmkino "Millino" von Marielies Auersperg versteht es immer wieder, cineastische Kleinode abseits gängiger Hollywood-Streifen zu zeigen. So auch jetzt mit "Beautiful Boy" - der Verfilmung der Autobiographie von David und Nic Sheff. Die Produktion von Brad Pitt zeigt die bewegende Geschichte einer Familie, die gegen die Drogenabhängigkei des ältesten Sohnes Nic ankämpft. Zwischen Hoffnung und Ohnmacht schwankend entschließt sich der Vater, ein Journalist, seinen kranken Sohn mit allen Mitteln zu unterstützen, die Abhängigkeit zu überwinden. Erfolgreich.
 

Experten äußerten sich

Im Anschluss an den zweistündigen US-Film von 2018 beleuchteten unter den vorwiegend jugendlichen 36 Zuschauern heimische Experten die Problematik. Während der Krumpendorfer Christian Salmhofer vom Klimabündnis Österreich, Regionalstelle Kärnten, in seiner Begrüßung Marielies Auersperg seine weitere Unterstützung versicherte, erklärte Michael Dünhofen von der Spittaler Drogenberatung "Roots", der Film unter der Regie von Felix van Groeningen entspreche der Wirklichkeit, verdeutliche vor allem, dass es sich bei der Drogensucht - unabhängig von der sozialen Schichtung - um eine Krankheit handele.

"Roots" berät

Zur WOCHE ergänzte der Suchtberater, "Roots" betreue seit knapp zehn Jahren jährlich knapp 150 Klienten. Etwa ein Drittel suche freiwillig die Drogenberatung auf, zwei Drittel habe der Gesetzgeber geschickt. Es ist aber auch festzustellen, das vermehrt Angehörige und Freunde den Weg in die Beratungsstelle finden. Denn ein wesentlicher Faktor für die Gesundung der Klienten ist ein stabiles Umfeld. Gleichwohl müsse betont werden, dass ein Großteil der Konsumenten nicht so schwer erkrankt sei wie im Film gezeigt. Auch wenn hierzulande die Therapieangebote besser als in den Vereinigten Staaten seien, könnten sie durchaus noch intensiviert werden. "Roots"-Beratungen in der Bahnhofstraße 6 sind montags von 16 bis 18 Uhr, Dienstag und Freitag von 9 bis 11 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung unter 04762/35 519 oder 0664/8327 453.

Selbsthilfegruppe aktiv

Caroline Gigler von der Selbsthilfegruppe für Menschen mit Suchtproblemen des Blauen Kreuzes sprach vom "großen Unbehagen" der Angehörigen von Suchtkranken, dass sie so wenig helfen könnten. Deshalb sei es wichtig, Beziehungen aufzubauen, sich mit Betroffenen auszutauschen. Die Selbsthilfegruppe biete jeden Mittwoch von 18.30 bis 20.30 Uhr Treffen von Betroffenen im evangelischen Gemeindezentrum, 10. Oktober-Straße 8, jeden 2. und 4. Mittwoch im Monat Treffen von Angehörigen von 16.30 bis 18.30 Uhr im Tabearaum neben der evangelischen Kirche an - vertraulich und anonym. Kontakt: 0680 33 17 224. Sabine Gussnig von der Bezirkshauptmannschaft ergänzte, ihre Behörde habe es sich zur Aufgabe gemacht, bereits im Vorfeld Betroffene von den Suchtgefahren - auch von Spiel- und Konsumsucht - fern zu halten, sie "fürs Leben fit zu machen".

"Beautiful Boy" wird am Freitag, 31. Mai, um 19.30 Uhr noch einmal im "Millino" gezeigt - dann im Original mit Untertiteln.

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