Möllbrücke wird hochwassersicher

Der symbolische Spatenstich mit Gerald Preimel, Frank Traschitzker, Daniel Fellner, Kurt Felicetti und Gernot Kobolitschnig mit den Anrainerkindern Olivia, Franziska, Anna, Valentin und Kiyan
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  • Der symbolische Spatenstich mit Gerald Preimel, Frank Traschitzker, Daniel Fellner, Kurt Felicetti und Gernot Kobolitschnig mit den Anrainerkindern Olivia, Franziska, Anna, Valentin und Kiyan
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MÖLLBRÜCKE. Die 700 Bewohner der Mölltalgemeinde können demnächst beruhigter schlafen. Für knapp vier Millionen Euro wird der Hochwasserschutz entlang der Möll verstärkt. Im Beisein des neuen Landesrates Daniel Fellner erfolgte der symbolische Spatenstich durch Bürgermeister Gerald Preimel, seinem Reißecker Amtskollegen und Obmann des Wasserverbandes Mölltal, Projektleiter Herbert Mandler, Gernot Kosolitschnig (BWV Kärnten) sowie Strabag-Bereichsleiter Frank Traschitzker. Angehörige des örtlichen Eisschützenvereins mit Obmann Dietmar Wernig an der Spitze sorgten bei der Feier dafür, dass niemand verhungern oder -dursten musste.

Schutz für 53 Hektar

Sobald die jetzigen Hochwasserschutzmaßnahmen abgeschlossen sind, wird eine Fläche von etwa 52,5 Hektar (ha) mit 700 Menschen nachhaltig geschützt. Im Detail betrifft dies 18,5 ha Bauland, 4,8 ha Verkehrsflächen einschließich Mölltal-Bundesstraße und 29,2 ha sonstige Flächen. Geschützt werden dabei insgesamt 347 Gebäude – davon 180 Wohngebäude, 20 Gewerbebetriebe, acht öffentliche Einrichtungen und 139 Nebengebäude.

Entlang der Möll wurde von der Bundeswasserbauverwaltung in den vergangenen Jahren ein Gewässerentwicklungskonzept erstellt und die Gefahrenzonenplanung im Jahr 2011 überarbeitet.

Diese Projekte haben gezeigt, wie das Amt für Wasserbau schreibt, dass im Bereich von Möllbrücke (Gemeinde Lurnfeld) ein großer schutzwasserwirtschaftlicher Handlungsbedarf gegeben ist. Insbesondere die Neubearbeitung des Gefahrenzonenplanes hat gezeigt, dass bei extremen Hochwasserereignissen (HQ100) viele Objekte - überwiegend Wohn- und Nebengebäude sowie mehrere Gewerbebetriebe - vom Hochwasser betroffen sind. Ebenso werden bei solchen Ereignissen infrastrukturelle Einrichtungen wie zum Beispiel die Mölltal-Bundes- und mehrere Gemeindestraßen überschwemmt.

Schutzmaßnahmen überholt

Nach den Hochwasserkatastrophen in den Jahren 1965/66 wurden in diesem Bereich bereits umfangreiche Regulierungsmaßnahmen durchgeführt. Die ursprünglichen, der damaligen Planung zu Grunde gelegten Randbedingungen, entsprechen nicht mehr den aktuellen Verhältnissen (Änderung der Abflussspitzen, Änderung der potentiellen Geschiebefrachten der Seitenzubringer, Freibordbetrachtung), wodurch der vorhandene Ausbaugrad bei Weitem nicht mehr den heutigen Anforderungen genügt.

Schutzmauern kommen hinzu

Aufgrund der Abflussraumcharakteristik, der Topographie und der beengten Platzverhältnisse ist nach Darstellung der Verantwortlichenein ganzheitlicher Hochwasserschutz in Möllbrücke nur mit linearen Hochwasserschutzmaßnahmen erreichbar. Diese Maßnahmen sind in erster Linie die Erhöhung bereits bestehender Dämme und die Errichtung von Hochwasserschutzmauern. Im Bereich von Kreuzungspunkten mit Verkehrswegen kommen auch mobile Hochwasserschutzelemente zum Einsatz. Um eine Verschlechterung der bestehenden Hinterlandentwässerung zu vermeiden, wurde ein parallel zu den Schutzmaßnahmen laufendes System von Sammel- und Transportleitungen, Schieberschächten sowie Pumpschächten geplant.

Im Projektgebiet münden zwei Zubringer linksufrig in die Möll (Färberbach und Metnitzbach) ein. Um das Schutzziel zu erreichen, werden an diesen ebenfalls lineare Maßnahmen in Form von Dammerhöhungen, Mauern und eines Einbindedammes umgesetzt. Die unmittelbare Einmündung der Zubringer in die Möll wird zukünftig fischpassierbar ausgeführt.

Es ist auch von hoch positiven Auswirkungen auf die Wirtschaftskraft der Region auszugehen, da grundsätzlich die Stimmung und Investitionsbereitschaft der Unternehmer durch Schutzmaßnahmen begünstigt wird, heißt es in der Projektbeschreibung weiter. Es gibt künftig keine Nutzungseinschränkungen der Ver- und Entsorgungsinfrastruktur, wodurch die Standortsicherung der ansässigen Betriebe gewährleistet ist.

Begonnen wird linksufrig der Möll

Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt in drei Bauabschnitten bis 2020:
Erster Bauabschnitt: linksufrig der Möll bis zur Brücke über die Möll im Ortszentrum
Zweiter Bauabschnitt: linksufrig der Möll von der Brücke über die Möll bis zur Querung der ÖBB-Linie
Dritter Bauabschnitt: alle Maßnahmen rechtsufrig der Möll
Insgesamt werden nahezu vier Millionen Euro investiert. Dabei tragen das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (vormals Lebensministerium) und das Land Kärnten zirka. 83 Prozent der Kosten. Die restlichen 17 Prozent werden vom Wasserverband Mölltal (Mitglieder sind alle Gemeinden des Mölltales) aufgebracht.
Die Projektorganisation erfolgt durch das Amt der Kärntner Landesregierung, Abteilung 8 - Unterabteilung Wasserwirtschaft Spittal/Drau.

Projektleiter Herbert Mandler bat die zahlreich vertretenen Anrainer um Verständnis für die möglichen Unannehmlichkeiten während der Bauarbeiten und kündigte an: "2020 wollen wir das Band für die Schutzmaßnahme durchschneiden."

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