860 Jahre Schloss Greifenburg
Wahrzeichen mit bewegter Geschichte feiert Jubiläum
- Das heiß umkämpfte Schloss Greifenburg im Jahre 1680 nach Johann Weichard von Valvasor und heute
- Foto: WikiMedia Commons/Schloss Greifenburg
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Schloss Greifenburg zählt zu den bedeutendsten historischen Bauwerken im Oberen Drautal. Im heurigen Jahr wird ein besonderes Jubiläum gefeiert: Die erste urkundliche Erwähnung der Burg als „de Grifenberc“ jährt sich zum 860. Mal.
GREIFENBURG. Bereits der berühmte Topograf und Historiker Johann Weichard Freiherr von Valvasor zeigte sich von Schloss und Markt Greifenburg beeindruckt. In seiner Beschreibung aus dem Jahr 1680 schilderte er das Schloss als „schön wohlgebaut“ und hob den freien Blick auf die Drau sowie die reizvolle Lage im breiten Tal hervor. Die Existenz der Greifenburg ist jedoch bereits für die erste Hälfte des 12. Jahrhunderts im Kärntner Landesarchiv belegt. Im Jahr 1166 führten die damaligen Burgherren erstmals den Namen ihrer Burg in einer Urkunde und bezeichneten sich als „de Grifenberc“. Damit zählt Schloss Greifenburg zu den ältesten urkundlich nachweisbaren Burgen Kärntens.
Valvasor über Schloss Greifenburg (1680)
"Das Schloß und Markt Greifenburg ligt im oberen Viertheil an dem Fluß Traa zwo Meilen unter Ober-Traburg; ist ein feiner Markt und oben an demselben ein schön wohlgebautes Schloß: vor demselben hats einen anmutigen ebenen Platzl oder Hof von unten gleich einer Pastay von Luaterstucken aufgeführt und einen annehmlichen Prospect nach dem Fluß Traa; und ob es wol zwischen dem Gebirge ligt so hat es doch einen schönen ebnes Thal oder langen Boden an dem Wasser."
Schauplatz bedeutender Geschichte
Über die Jahrhunderte war Schloss Greifenburg immer wieder Mittelpunkt politischer und militärischer Auseinandersetzungen. Besonders die Grafen von Görz kämpften über lange Zeit um die Vorherrschaft im Grenzraum zwischen Kärnten und Tirol. Eine besondere Verbindung zur Burg hatte Meinhard IV. von Görz, der in seiner Jugend hier festgehalten wurde und im November 1295 auf Schloss Greifenburg verstarb. Mit dem Übergang Kärntens an die Habsburger im Jahr 1335 wechselte auch die Herrschaft Greifenburg den Besitzer. Als Lehen gelangte das Schloss an zahlreiche bedeutende Adelsgeschlechter, darunter die Grafen von Walsee, Wolkenstein-Rodenegg, Ortenburg und Kronegg. Ab 1676 begann unter den Grafen und späteren Fürsten Orsini-Rosenberg eine fast 300 Jahre währende Phase vergleichsweise stabiler Verhältnisse.
Gerichtssitz und Dornröschenschlaf
Bis 1971 war Schloss Greifenburg Sitz der Gerichtsbarkeit, zuletzt mit dem Bezirksgericht Greifenburg. Bereits seit 1942 befindet sich das Schloss in Privatbesitz. Nach dem Zweiten Weltkrieg, während dessen alliierte Truppen im Schloss untergebracht waren, folgten zwar Renovierungsarbeiten und verschiedene Umbaupläne, viele Projekte wurden jedoch nie verwirklicht. Das historische Bauwerk verfiel dadurch über Jahrzehnte in eine Art Dornröschenschlaf.
Historisches Ambiente für Kultur und Feste
Erst in den vergangenen Jahren wurde Schloss Greifenburg behutsam restauriert und wieder mit Leben erfüllt. Heute präsentiert sich das geschichtsträchtige Bauwerk als liebevoll erhaltenes Schloss in Privatbesitz. Es steht als besondere Kulisse für Feste und Feierlichkeiten sowie für Kunst-, Kultur- und Informationsveranstaltungen zur Verfügung und verbindet damit seine jahrhundertealte Geschichte mit einer zeitgemäßen Nutzung.
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