Radweg-Variante über Liesersteig ein "No Go"

Es ist fix: Der Radweg wird durch die Lieserschlucht entlang der Bundesstraße führen
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  • hochgeladen von Verena Niedermüller

SPITTAL, SEEBODEN (ven). Nachdem die neue Radweg-Variante durch die Lieserschlucht fixiert und der Baubeginn des Millionen-Projektes mit Herbst 2018 anvisiert wurde, kamen prompt Kritik und Vorschläge über andere Varianten - zum Beispiel auf der anderen Schluchtseite entlang eines Forstweges oder des bestehenden Liesersteiges.

Steigungen einzuhalten

Stadtrat Franz Eder spricht sich für - seiner Meinung nach - günstigere Varianten über einen Forstweg aus. Die WOCHE sprach mit Volker Bidmon, Abteilungsleiter Straßen und Brücken der Landesregierung. "Fachlich unterliegen Rad- und Gehwege Richtlinien, die einzuhalten sind. Hier geht es vor allem auch um Steigungen bzw. maximale Gefälle. Immerhin müssen Radwege auch von Kindern und nicht so geübten Radfahrern gefahrlos verwendet werden können", erläutert Bidmon.

Varianten ungeeignet

Es habe im Zusammenhang mit der Geologie von Forstwegvarianten, die man auch eventuell als Radweg verwenden könnte, mehrere Begehungen und Besprechungen mit Fachleuten gegeben. "Zwei Forstwegvarianten wurden auf ihre Radwegtauglichkeit geprüft", so Bidmon.
Bei einer hätte man von Spittal kommend in Serpentinen den gesamten Höhenrücken überwinden müssen, was laut Bidmon für Radfahrer sicherheitstechnisch unverantwortlich wäre. "Bei der zweiten Variante - der 'Liesersteigvariante' - gibt es geologisch ein absolutes 'No Go'."

Radweg entlang der Straße

Mit der getroffenen Entscheidung, entlang der Bundesstraße den Radweg zu errichten, werde gewährleistet, dass in jeder Beziehung eine machbare Variante umgesetzt wird. "Am Millstätter See-Radweg fahren im Sommer bis zu 800 Radfahrer täglich! Diese in ein geologisch sensibles Gebiet mit unannehmbaren Steigungen zu leiten, wäre sehr fahrlässig", ist Bidmon überzeugt.
Im Zusammenhang mit der zunehmenden Ökologisierung sei davon auszugehen dass sich zukünftig mehr Verkehrsteilnehmer denn je für das Rad entscheiden werden, auch dafür sei die getroffene Entscheidung eine für die Zukunft.

Positiv einbringen

Wenig verwundert zeigt sich Landesrat und Straßenbaureferent Gerhard Köfer über die aktuellen Querschüsse gegen das mit den Gemeinden Spittal und Seeboden abgestimmte Projekt Lieserschlucht-Radweg: „Anstatt für künstliche Aufregung zu sorgen, wären die Kritisanten gut beraten, sich positiv in die Ausgestaltung des Projektes einzubringen. Ich lade sie gerne ein, in den Gremien mitzuarbeiten.“

Alle zugestimmt

Köfer erinnere auch daran, dass die Basis des Projektes mit den Gemeinden Spittal und Seeboden abgesprochen und mit dem Umweltreferenten Rolf Holub genauestens abgestimmt wurde. Es wurde sogar ein gemeinsamer, akkordierter Regierungssitzungsakt eingebracht, dem schließlich die Regierungsmitglieder aller Parteien zustimmten. Zudem betont Köfer, dass erst nach den vorliegenden Grundsatzbeschlüssen der Gemeinden mit den Detailplanungen und Behördenverfahren (Wasser, Naturschutz, Straßenrecht) begonnen werden kann. „Im Rahmen dieser Diskussionen kann sich jeder fachlich und emotional einbringen. Aber schon zu Beginn wieder alles zu kritisieren ist der falsche Zugang für die erfolgreiche Umsetzung eines so wichtigen Projekts“, so Köfer.

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Volker Bidmon (2. v. li.) beim Radweggipfel

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