20.10.2016, 11:05 Uhr

Die Aufkocher in aller Munde

"Der Nachwuchs muss weggehen, um heimkommen zu können", sagen die Aufkocher-Wirte.

RADENTHEIN (pgfr). Dass die Spargelwirte nicht nur Spargel in ihrem Varianten-Reichtum am Speiseplan hatten, sondern für die gesamte köstliche, regionale Küche stehen, wusste man. Die Wirte-Kooperation „Kärntner Spargelwirte“ hat nach 30 Jahren erfolgreichem Bestehen trotzdem eine Veränderung erfahren. „Sich nicht nur reduziert auf ein Produkt zu präsentieren, war eine der Motivationen.“

Zum Kochen bringen

Mit der jungen Wirte-Generation finden Erneuerungen statt, die zum Anlass genommen wurden, auch den Namen zu ändern. „Die Aufkocher“, wie sich die Spargelwirte und ihr Nachwuchs nun nennen, stellen weiterhin die regionale Küche in den Vordergrund. Die Aufkocher verstehen sich selbst als Veredler heimischer Produkte. „In ihren Kochtöpfen findet der Gast der Jahreszeit entsprechend das wieder, was er bei der Anfahrt links und rechts auf den Feldern gesehen hat“, so der neue alte Obmann Emanuel Stadler vom Metzgerwirt in Radenthein.

Keine kulinarische Grenze

Ehrlichkeit und Produktwahrheit sind lebbare Eigenschaften der Aufkocher. Um diesen Anforderungen entsprechen zu können, ist auch ein besonderes Nahe- und Vertrauensverhältnis zwischen Wirt und Produzent unabdingbar. Die Aufkocher betreiben daher einen konsequenten Ausbau der Partnerpflege zu ihren Produzenten, den Bauern, Weinbauern, Gärtnern, Schnapsbrennern und allen anderen. Sie sind auch konsequente Verfechter des Alpe-Adria-Gedankens.


Verbundenheit tut gut

"Wir tun uns gegenseitig gut, bewahren die Gruppen-Dynamik, lassen aber Durchlässigkeit zu", sagt Obmann Stadler. Ein monatlicher Jour fixe, sowie regelmäßig besuchte Seminare und Kurse gehören zum selbstverfassten Credo der Wirte. Die jährlich durchgeführten Studienreisen im Inland wie im Ausland geben den Wirten bei aller regionalen Verbundenheit den weltweiten Blick. Die Besonderheiten der besuchten Regionen Elsaß, Veneto, Berlin, Barcelona und Südtirol, und die Jubiläumsreise nach San Francisco-Napa Valley wirken nach.

Spiegelbild des Ortes

"Jedes Wirtshaus ist sein eigenes Biotop, wo der eine den anderen ergänzt", so Stadler. "Der Wirt ist ganz nahe am Menschen, seiner Erwartungshaltung müssen wir gerecht werden", weiß Stadler und bezeichnet die Redefreiheit und die Biertisch-Mentalität als nichts Schlechtes. Die immer seltener werdende durchgehend warme Küche fordert den Wirt und macht ihm dieses Service durch die ständig mehr werdenden Auflagen nicht leicht.

Des Rund’n Reind’l

Die alte Tradition beleben "die Aufkocher" und stellen ihren Gästen auf deren Wunsch das rote Reindl auf den Tisch. In einer Runde aus dem Reindl essen, worin alles zubereitet wird, was schmeckt und möglich ist, kennen unsere Vorfahren und haben es meist in sehr positiver Erinnerung.
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