01.12.2016, 14:16 Uhr

Die große Liebe zur kleinen Bahn

Peter Demschar in seinem Keller mit der (noch) Testanlage

Am 2. Dezember ist Tag der Modelleisenbahn.

SPITTAL (ven). Ein ganz besonderes Hobby ist das der Modelleisenbahn. Am 2. Dezember wird dem Tag gedacht, die WOCHE machte sich in Spittal auf die Suche nach Fans mit großer Liebe zur kleinen Miniatur-Bahn.

17 Garnituren

Fündig wurden wir als erstes im ersten Stock des Spittaler City-Centers. Dort steht seit 2003 auf 300 Quadratmetern Schaufläche eine Modelleisenbahn-Wunderwelt, die Groß und Klein fasziniert. Betrieben vom Museum für Volkskultur mit Direktor Hartmut Prasch fahren hier auf 600 Metern Schienen gleichzeitig 17 Zuggarnituren durch eine vielfältige Landschaft, in der neben Bergen, historischen Städten und Sehenswürdigkeiten aus ganz Europa begeisternde Details zu entdecken sind. "210 Lokomotiven und über 500 Waggons stehen zum Fahreinsatz bereit", so Prasch.

Nachbau der Tauernbahn

Besonderes Highlight ist der maßstabgetreue Nachbau der Tauernbahn zwischen Spittal und Mallnitz von Erich Schimek, der um eine historische Fotodokumentation aus der Zeit des Baus dieser wichtigsten Nord-Südverbindung (um 1900) ergänzt wird.
Sehenswert ist zudem die Präsentation eines eindrucksvollen Filmes, mit dem man aus der Sicht eines Zugführers die Fahrt entlang der reizvollen Strecke der Tauernbahn zwischen Mallnitz und Spittal – Millstättersee mitverfolgen kann.

Jetzt noch Testanlage

Noch in Schachteln verpackt und auf die Pension wartend gibt es eine Anlage im Keller von Wirtschaftskammer-Bezirksleiter Peter Demschar. Er hat derzeit aber eine Test-Anlage in der Größe von zwei Mal einen Meter aufgestellt und verbringt fast täglich Zeit mit den Miniatur-Loks und -Waggons. "Begonnen hat meine Leidenschaft im Alter von drei Jahren, als es eine Modelleisenbahn als Weihnachtsgeschenk von meinem Taufpaten gab. Mein Vater und mein Onkel haben die Anlage aufgebaut und damit gespielt, mein Opa hat darauf geachtet, dass kein Enkel etwas kaputt macht."

Ein "Teppichbahner"

Langsam habe er aber dazugelernt und einmal im Jahr habe man die Anlage für eine Woche aufbauen dürfen. "Damals war das noch viel Marke Eigenbau, weil es doch sehr teuer war", so Demschar. Mit circa zehn Jahren konnte er die Anlage selbstständig aufbauen. So richtig losgegangen sei es, als er im Berufsleben stand und sich etwas leisten konnte. "Ich war aber ein sogenannter Teppichbahner, die Anlage stand am Boden." Vor zwei Jahren erstand er bei Fachhändler Mario Brenter in Spittal ein Fertigmodell, die er mit seinem Sohn Paul (18) aufgebaut hat. Diese musste nun der Testanlage weichen.

Reiz im Aufbau

Demschar, der auch Hobbylokführer in den "großen" Loks ist und auch eine Leidenschaft für LKW hat, sieht den Reiz im Aufbau der Anlage. Es sei eine elektrische und geländetechnische Herausforderung. "Es ist etwas, was nie fertig wird. Ich finde es entspannend, wenn man eine Runde fährt, ohne dass der Zug entgleist", schmunzelt er, der mittlerweile bereits "digital" unterwegs ist. "Aber ich bin sicher kein Nietenzähler. Das sind diejenigen, bei denen der Maßstab ganz genau und auch der Unterboden eines Zuges ganz genau stimmen muss."
Ein Highlight für ihn war der Besuch der Nürnberger Messe mit Günther Krassnitzer (ehem. Spielbox) oder auch der Besuch der Miniatur Wunderland Ausstellung in Hamburg mit riesigen Schauanlagen.

Einziger Händler

Demschar kauft seine Modelle bei Mario Brenter in Spittal, dem mittlerweile einzigen Fachhändler in Kärnten. Er ist seit 19 Jahren mit verschiedensten Modellbau-Sätzen selbstständig. Die Mehrheit - 70 bis 80 Prozent - seiner Kunden habe das Alter 40+. "Die Hersteller versuchen nun, an den Nachwuchs ranzukommen und vielleicht auch die Enkel zu begeistern", sagt er. Die Kinder sollen weg von PC und Smartphone und zur legendären Spielzeug-Eisenbahn zurück. Es sei ein sehr kreatives Hobby und "es macht Spaß, wenn die Kinderaugen leuchten", so Brenter. Seine Kunden stammen deshalb aus ganz Kärnten, er habe aber auch sehr viele Stammkunden aus Wien oder Deutschland.

Doch für den Papa

Alleine das Gestalten sei eine Herausforderung: "Das Selberbauen von Tunnel, Bahnhöfen, Bergen.. es zeigt das kleine Kind im Manne", schmunzelt er. Manche würden die Modelle für die Kinder kaufen, eigentlich sei es aber "doch für den Papa." Brenter weiß, dass es auch viele Sammler gibt. "Die Schmankerln gibt es dann in limitierter Stückzahl und ich habe mehr Anfragen als Stück im Geschäft. Der Renner im heurigen Jahr ist der Orient-Express von Märklin.
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