19.10.2016, 11:28 Uhr

Innerkrems: Gemeinde übernimmt Gesellschaftsanteile

Bewegung gibt es in der Innerkrems: Die Gemeinde übernimmt Gesellschaftsanteile (Foto: KK)

SPÖ, Freie Liste und FPÖ stimmten dafür, für ÖVP sind noch zu klärende Punkte offen.

KREMS (ven). Die Gemeinde Krems in Kärnten hat in einer Gemeinderatssitzung mit nur einem Tagesordnungspunkt abgestimmt: Mit acht Positiv-Stimmen wurde nun die Übernahme der Gesellschaftsanteile von Franz Kohlmaier beschlossen. Die ÖVP stimmte mit fünf Handzeichen dagegen, für sie müssten noch einige weitere Bedingungen vertraglich klargestellt werden.

Gemeinde übernimmt Anteile

Kohlmaier war bis dato Mehrheitseigentümer der Innerkremser Seilbahnen GmbH & Co KG. Nun erwirbt die Gemeinde 35 Prozent der GmbH und 14 Prozent der KG, zu einem Abtretungspreis von insgesamt 63.000 Euro. Zusätzlich kommen noch 375.000 Euro und bis Jänner 2017 weitere 75.000 Euro auf die Gemeinde zu. Insgesamt werden weitere Abtretungsverträge schlagend.

Weitere Player

Kohlmaier erklärt sich bei positivem Beschluss auch bereit, seine Tätigkeit als Geschäftsführer niederzulegen. Dabei sitzen noch weitere Player im Boot: Der Verein Zukunft Innerkrems soll dann, wenn weitere Verträge in sich schlagend werden, 29 Prozent der GmbH und 10 Prozent der KG besitzen, das Alpine Leistungszentrum (8 Prozent bzw. 3 Prozent), sowie die Antares Star GmbH (23,92 Prozent bzw. 9 Prozent).

Wechselbad der Gefühle

Insgesamt stünden 1,32 Millionen Euro zur Verfügung, 300.000 Euro sind für den Saisonstart notwendig, 700.000 Euro für Obligo bei den Banken. "950.000 Euro sind in den nächsten zehn Jahren zu zahlen, dies soll von der Innerkremser Seilbahnen GmbH (ISB) jährlich erwirtschaftet werden", erklärt Amtsleiter Christian Zirknitzer die Situation.
"Es ist ein Wechselbad der Gefühle", so Vizebürgermeister Christian Penker (SPÖ), der in Vertretung von Bürgermeister Johann Winkler die Sitzung leitete. "Es ist hier niemand gegen den Liftbetrieb, aber wir arbeiten mit Steuergeldern. Wir können uns heute Dinge ausmalen, aber der größte Unsicherheitsfaktor ist nach wie vor das Wetter. Die Abstimmung heute ist keine leichte, ein Ja wie ein Nein schlägt hohe Wellen." Außerdem: Wenn die Hotels in der Innerkrems zusperren müssen, kippe auch die Kläranlage.

"Nicht um jeden Preis"

Zweiter Vizebürgermeister Gottfried Kogler (ÖVP) brachte Bedenken ein. Für seine Fraktion müssten vorher einige Dinge geklärt werden, bevor auch sie guten Gewissens ein Ja geben kann. "Wir sind für den Liftbetrieb, aber nicht um jeden Preis. Wir brauchen eine schriftliche Bestätigung über den Vollbetrieb. Außerdem sollen Forderungen der MRI (Mountain Resort Innerkrems) an die ISB geklärt werden." Dazu gehöre noch ein behördlich genehmigter Speicherteich und die Festlegung der Höhe des Geschäftsführerbezuges, da hohe Tilgungen zu zahlen sind. "Es soll ein auf zehn Jahre fixierter Betrag sein, indexangepasst. Außerdem: Wir gehen von einem Umsatz von einer Million Euro aus. 15 bis 20 Prozent des Betriebsergebnisses sind für Zahlungen zu leisten, das ist aus derzeitiger Sicht nicht zu erwirtschaften", schließt Kogler.
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