St. Pölten
Nach langem Warten – Gestaltungsbeirat für Baukultur kommt

Bürgermeister Mag. Matthias Stadler möchte mit dem neuen Gremium nachhaltigen Städtebau sicherstellen, der die Stadtidentität wahrt.
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  • Foto: Josef Vorlaufer
  • hochgeladen von Petra Weichhart

In der nächsten Gemeinderatssitzung soll die endgültige Geschäftsordnung für einen Gestaltungsbeirat für Baukultur beschlossen werden.

ST. PÖLTEN (pa). Für die Sitzung am 24. Februar wird Bürgermeister Matthias Stadler einen Antrag auf die Tagesordnung bringen, der einen qualitätsvollen Städtebau sicherstellen soll.

„Mit diesem Beschluss wird von nun an ein unabhängiges Sachverständigengremium Empfehlungen für alle relevanten Bauobjekte im Stadtgebiet abgeben, die vor allem die architektonische Qualität berücksichtigen“, so Stadler.

Als Basis gelten die Bestimmungen des NÖ Raumordnungsgesetzes 2014, der NÖ. Bauordnung 2014 sowie des Örtlichen Raumordnungsprogrammes der Stadt St. Pölten.

„Für uns war immer klar: Wir wollen keinen Schnellschuss produzieren, sondern den Grundstein für ein vernünftiges Gremium schaffen, das nachhaltigen und funktionalen Städtebau ermöglicht, der dennoch unsere Identität als historisch relevante Stadt wahrt“, hält das Stadtoberhaupt fest.

Aufgaben und Kriterien

Die Aufgaben bestehen im Wesentlichen in der Auseinandersetzung mit den Themen Städtebau, Siedlungsplanung, Stadtgestaltung und der Begutachtung von Bauprojekten, welche für den Städtebau und das Orts- und Landschaftsbild von St. Pölten bedeutsam sind. Das Beurteilungsgebiet umfasst das gesamte Stadtgebiet der Stadt St. Pölten. Ausgenommen sind Bauvorhaben in den Flächenwidmungskategorien Bauland – Industriegebiet und Bauland – Betriebsgebiet.Der Beirat hat bei Vorlage eines Bauvorhabens Aussagen über dessen städtebauliche und architektonische Qualität, die Verkehrslösung, die Funktionalität, die Grünraumgestaltung und die Nachhaltigkeit zu treffen.

Das Gremium

Der Gestaltungsbeirat für Baukultur („GBR-StP“) ist ein unabhängiges Sachverständigengremium, das im Auftrag der Stadt St. Pölten agiert. Der Beirat hat eine beratende und unterstützende Funktion für die stadtplanerischen Amtssachverständigen, die zuständigen Behörden und die politischen Entscheidungsträger der Stadt St. Pölten. Viermal jährlich soll das Gremium aus zumindest drei Mitgliedern sowie einem Ersatzmitglied tagen. Alle Mitglieder müssen Fachleute auf einem der Fachgebiete Architektur, Raum-, Stadt- oder Freiraumplanung sein und ihr Fachgebiet in der Praxis oder Theorie ausüben. In der Regel, mit Ausnahme der Einführungsphase des Beirats, sollen die Mitglieder alle drei Jahre wechseln.

Um eine weitestgehende Unabhängigkeit der Mitglieder vom Baugeschehen in der Stadt zu wahren, dürfen sie im Rahmen einer freiberuflichen oder gewerblichen Tätigkeit im Zeitraum ihrer Mitgliedschaft im Gremium keine öffentlichen oder privaten Planungsaufträge in der Stadt St. Pölten annehmen.

"Diese Vorgehensweise hat sich in vielen Gestaltungsbeiräten österreichischer Städte bewährt", weiß Stadtplaner  Jens de Buck.

Lesen Sie dazu auch: 
Zäher Politstreit um die Baukultur in St. Pölten

Autor:

Petra Weichhart aus St. Pölten

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