Nach dem Frequency
Saugwürmer (Zerkarien) auf Haut von Besucherinnen und Besuchern
- Zerkarien kommen weltweit vor und sind kein St. Pöltner-Phänomen. Heißes Wetter begünstigt aber die Vermehrung.
- Foto: Martina Schweller
- hochgeladen von Martina Schweller
In den Sozialen Medien berichten immer mehr Festivalbesucher von Ausschlägen auf der Haut. Grund sollen Zerkarien sein, die in Gewässern leben. Wir haben bei Dermatologin Anna Lagodka nachgefragt, was Zerkarien sind und was man dagegen tun kann.
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ST. PÖLTEN/NÖ. Larven von Saugwürmern, sogenannte Zerkarien, können bei Menschen eine sogenannte Badedermatitis auslösen. Der Mensch ist dabei aber ein Fehlwirt: Die Larven können sich im menschlichen Körper nicht weiterentwickeln und sterben bereits in der Haut ab.
Normalerweise haben die Saugwürmer einen Lebenszyklus mit zwei wichtigen Wirten:
Wasserschnecken sind der erste Zwischenwirt. In ihnen entwickeln und vermehren sich die Larven. Wasservögel, etwa Enten, sind die eigentlichen Endwirte. Die erwachsenen Saugwürmer leben dort und produzieren Eier, die mit dem Kot ins Wasser gelangen.
Ausschläge und Juckreiz
"Typischerweise kommt es kurz nach dem Baden zu Kribbeln und Brennen. Nach einigen Tagen kann ein deutlicher Juckreiz und Hautausschlag auftreten. Betroffen sind vor allem unbedeckte Hautstellen. Bei wiederholtem Kontakt können die Beschwerden stärker ausfallen", erklärt Anna Lagodka auf MeinBezirk-Anfrage.
In heimischen Badeseen sind Zerkarien ungefährlich. Sie wandern nicht in innere Organe von Menschen und die Beschwerden klingen in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst wieder ab. "Längere Hitzeperioden können die Vermehrung von Schnecken und damit auch den Entwicklungszyklus der Larven begünstigen. Zerkarien kommen grundsätzlich weltweit vor", so Laagodka weiter.
Was kann man tun?
- Nach dem Baden die Haut mit sauberem Wasser abspülen und gut abtrocknen
- Bei starkem Juckreiz oder Ausschlag können antihistaminische oder kortisonhaltige Präparate helfen
- Nicht kratzen, da dadurch die Haut verletzt und eine Infektion begünstigt werden kann
- Flache Uferbereiche sowie Stellen mit vielen Enten und anderen Wasservögeln eher meiden
- Nasse Badebekleidung möglichst rasch wechseln
- Nur ausgewiesene Badestellen nutzen
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