Starke Frauen mit starken Stimmen

Bei ihr ist es nicht zu übersehen: Michaela Rudolf ist eine der unzähligen starken Frauen St. Pöltens. | Foto: Talkner
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  • Bei ihr ist es nicht zu übersehen: Michaela Rudolf ist eine der unzähligen starken Frauen St. Pöltens.
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BEZIRK (bt). Nicht nur Nichtraucher bitten derzeit um Unterschriften: Noch bis 4. April kann auch das Frauenvolksbegehren 2.0 unterstützt werden. Schon vor 20 Jahren haben sich fast 650.000 Menschen für die Gleichstellung von Frauen in Österreich stark gemacht. "Passiert ist seither wenig bis nichts. Der Stillstand der letzten Jahre muss beendet werden", so die Initiatoren.
Die Bezirksblätter listen auf, aus welchen Gemeinden verhältnismäßig viele Unterstützungserklärungen kommen und legen den Fokus auf starke Frauen aus dem Bezirk. Eine davon ist, im wahrsten Sinne des Wortes, Michaela Rudolf. Die Sportlehrerin hat sich im letzten Jahr den Weltmeistertitel beim Ironman Hawaii erkämpft. Doch Rudolf selbst definiert Stärke anders: "Wenn eine Frau unabhängig ist und sich mental beweist." Dem Erfolg des Volksbegehrens steht die Sportlerin skeptisch gegenüber, aber sie befürwortet es. Weil "wir alle wieder wachgerüttelt werden".

Frauen fehlen Kniffe und Tricks

Die Forderungen des Volksbegehrens lauten: Macht teilen, Einkommens­­unterschiede beseitigen, Arbeit verteilen, Armut bekämpfen, Wahlfreiheit ermöglichen, Vielfalt leben, Selbstbestimmung, Gewalt verhindern und Schutz gewähren. Besonders die Macht liegt der St. Pöltner Arbeitspsychologin Michaela Stockinger am Herzen. "Wir Frauen haben da wirklich Aufholbedarf. Wir kennen die Kniffe und Tricks für das Erreichen oder Erhalten der Macht einfach nicht." Zu tun habe das mit der Sozialisierung. Frauen fehle es oft an Vorbildern. "Jetzt haben wir ja eine Landeshauptfrau. Das finde ich sehr spannend und ich erwarte schon, dass sich ein neuer Blickwinkel eröffnet."

Bierbrauende Feministin

"Oft heißt es, Frauen sollen ja keine Männer sein. Frauen sollen Frauen bleiben dürfen. Das stimmt, darum geht es ja. Frauen sollen alles dürfen, was Männer auch dürfen", vertritt auch Evelyn Bäck einen klaren Standpunkt. Die 34-Jährige hat als Bierbrauerin in einer Männerdomäne Fuß gefasst, nicht ohne belächelt zu werden. Das Frauenvolksbegehren hat die Betreiberin der Hopfenspinnerei in Walpersdorf bereits unterzeichnet. Um Gleichberechtigung, vor allem beim Gehalt, und Sexismus geht es ihr. "Wenn man sich damit beschäftigt, merkt man, wir sind noch nicht so weit, wie wir eigentlich schon sein sollten."

Zur Sache

Alle Gemeinden des Bezirks, in denen mehr als 3 Prozent aller Wahlberechtigten das Frauenvolksbegehren unterstützen. Stand der Unterschriften per 12.3.2018:
Eichgraben: 223, 6,45%
Maria-Anzbach: 131, 5,51%
Prinzersdorf: 56, 4,47%
Neulengbach: 263, 4,13%
Böheimkirchen, 143, 3,6%
Neidling: 43, 3,57%
Stössing: 22, 3,46%
Neustift-Innermanzing: 43, 3,43%
St. Pölten: 1271, 3,23%
Wilhelmsburg: 161, 3,19%
St. Margarethen an der Sierning: 27, 3,15%
Altlengbach: 69, 3,04%
Wölbling: 61, 3,04%
Michelbach: 22, 3,01%

Alle Infos auf frauenvolksbegehren.at

Bei ihr ist es nicht zu übersehen: Michaela Rudolf ist eine der unzähligen starken Frauen St. Pöltens. | Foto: Talkner
Foto: Talkner
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